Das Kalush Orchestra gewann beim ESC in Turin. dpa/Jens Büttner

Es hatte sich im Vorfeld angekündigt, nun ist es am Samstagabend auch so gekommen: Die ukrainische Band Kalush Orchestra hat den Eurovision Song Contest 2022 gewonnen. Zu verdanken haben die Musiker ihren Erfolg dem Zuschauer-Voting. Fast alle ESC-Nationen gaben der Ukraine die Höchstpunktzahl. Doch um Musik ging es bei dieser Entscheidung nur den wenigsten, sondern um bedingungslose Solidarität und das ist wunderschön.

ESC 2022: Viel Solidarität für die Ukraine

Natürlich hilft es der Ukraine, die sich seit mehr als zwei Monaten dem russischen Angriffskrieg erwehren muss, nicht auf den ersten Blick, wenn fünf Hip-Hop-Musiker in Turin einen Preis bekommen. Doch die Art und Weise wie das zustande kam, zeigt wie viel dieser Preis bedeutet. Denn zahlreiche Künstler, darunter auch der deutsche Starter Malik Harris, ließen sich auf der Bühne zu Solidaritäts-Gesten hinreißen

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Doch die größte Geste kam vom Publikum, das die höchste Publikums-Punktzahl, die jemals erreicht wurde, vergab. Ein Schnitt von 11,3 Punkten zeigt, dass die Menschen in Europa am Samstagabend ein Zeichen setzen und Position beziehen wollten. Die ESC-Fans stehen hinter der Ukraine, hinter ihrer Souveränität, hinter ihrer Eigenständigkeit.

Das Eurovision-Publikum entschied sich dabei nicht nur für eine Band, es entschied sich für Sendezeit, Redebeiträge und reichlich Öffentlichkeit für die Hip-Hop-Crew aus dem westukrainischen Kalusch, die diese Aufmerksamkeit zu nutzen wussten und direkt auf die Lage in Mariupol hinwiesen.

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Und dann beutet der Sieg ja auch noch, dass der ESC 2023 in der Ukraine steigen wird. Dass dieser Termin nun im Kalender der ESC-Fans steht, ist auch ein pathetisches Symbol der Hoffnung dafür, dass Europa an die Zukunft der Ukraine glaubt. An eine freie Ukraine, die nicht zu Putins Vasallenstaat wird.