Jule kommt aus Brandenburg, ist im normalen Leben von den Männern enttäuscht und wurde deshalb von ihrer besten Freundin für die TV-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“ angemeldet. Sat.1

Es ist wirklich ein krasser Schritt, den zwölf Singles in der Sat.1-Kuppelshow „Hochzeit auf den ersten Blick“ wagen. Einem Menschen das Jawort zu geben, den man nie zuvor gesehen hat, mit dem man kein einziges Wort gewechselt, ihn nie berührt oder gar geküsst hat – das erfordert nicht nur eine Menge Mut, sondern auch eine große Portion Vertrauen. Denn: Die Show basiert auf der Idee, dass Experten anhand einer wissenschaftlichen Analyse den perfekten Partner für einen finden.

Doch kann das wirklich klappen? Und was ist schlimmer - die Angst vor dem Jawort oder die davor, bloßgestellt zu werden? Die Brandenburgerin Juliane, die alle nur Jule nennen, hat in diesem Jahr mitgemacht. Immer mittwochs wird die Show nun ausgestrahlt - zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr in Sat.1. Im Nachhinein sagt Jule: „Zum Glück habe ich am Mittwoch Nachtschicht.“ 

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Warum haben Sie sich für eine „Hochzeit auf den ersten Blick“ angemeldet?

„Ich habe mich gar nicht selber beworben. Meine allerbeste Freundin, mit der ich schon seit über 15 Jahren befreundet bin, hat mich angemeldet. Sie hat gesagt: ‚Juliane, du hast es jetzt endlich mal verdient, glücklich zu sein. Erst als die ersten Fragebögen ins Haus geflattert kamen, hat sie mir davon erzählt.“

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Sie wussten vorher nicht davon?

„Wir haben vorher immer die Sendung zusammen geschaut. Ich habe öfter mal gesagt, wie schön ich das finde und wie toll es ist, dass da der passende Partner ausgewählt wird. Aber allein hätte ich nie den Arsch in der Hose gehabt, mich zu bewerben. Das wäre nicht ich gewesen. Eine Hochzeit im Fernsehen? Eine Hochzeit ist doch so etwas Besonderes! Alleine hätte ich mich nicht getraut, mich zu bewerben.“

Mit Ihrer Freundin sind Sie aber immer noch befreundet?

„Ja, sie ist immer noch meine allerbeste Freundin und wir gehen weiter durch dick und dünn.“

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Wie haben Sie denn reagiert, als Ihre Freundin mit den „Hochzeit auf den ersten Blick“-Fragebögen ankam?

„Ich war erstmal geschockt, habe die Bögen ganz, ganz lange nicht ausgefüllt. Irgendwann habe ich es dann doch versucht. Ich dachte, da bewerben sich eh tausende, es wird schon nicht mich treffen.“

Sat.1
„Hochzeit auf den ersten Blick“-Kandidatin Juliane

Alter: 31 Jahre
Wohnort: Brandenburg a. d. Havel
Beruf: Krankenschwester
Single: seit zwei Jahren
Hobbys: liebt alles, was draußen und am Wasser stattfindet

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Hat es aber doch: Hätten Sie ‚Nein‘ sagen können?

„Ich hätte jederzeit nein sagen können. Man ist zu nichts verpflichtet. Das war meine freie Entscheidung. Natürlich hatte ich Zweifel. Eine gesunde Skepsis würde ich es nennen. Es ist eben doch eine Hochzeit – das bedeutet schon einiges, auch für die Familie und die Freunde. Das den Eltern beizubringen, ist schon schwierig.“

Wir haben Ihre Eltern reagiert?

„Die waren erstmal geschockt. Die hätten mir das nie zugetraut, weil ich auch nicht der Typ bin, der ins Fernsehen drängt. Am coolsten hat es meine 80-jährige Oma genommen. Die meinte nur: ‚Es kann so oder so schief gehen.‘ Das habe ich nicht erwartet. Ich bin sehr konservativ aufgewachsen.“

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Und was sagen die Freunde, die Arbeitskollegen?

„Es wissen bisher nur ganz, ganz wenige. Eigentlich nur die, die dabei waren. Ich bin gespannt, was meine Arbeitskollegen sagen. Ich bin Krankenschwester und Stationsleitung in einem Krankenhaus, da hat man ja auch eine Vorbildfunktion. Natürlich ist mir bewusst, dass das nicht jeder gut finden wird. Aber das ist auch völlig in Ordnung.“

Am Donnerstag werden Sie dann also womöglich beim Tablettenverteilen von den Patienten angesprochen – denken Sie darüber schon nach?

„Ich bin froh, dass ich Mittwoch erstmal Nachtschicht habe. Nachts ist es dunkel in den Patientenzimmern, da wird mich hoffentlich keiner erkennen. Aber ich bin gespannt auf den ersten Moment, wenn mich einer anspricht und sagt: ‚Ich habe Sie im Fernsehen gesehen.‘“

In der Sat.1-Kuppelshow „Hochzeit auf den ersten Blick“ heiraten Menschen, die sich darauf verlassen, dass Experten ihr perfektes Match finden. Sat.1

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Reality-Fernsehen bedeutet oft auch Bloßstellungen. Haben Sie davor keine Angst?

„Ich habe immer im Hinterkopf, dass da etwas kommen könnte. Aber das kenne ich von meiner Leitungstätigkeit, dass man auch mal nicht so gut ankommt. Ich bin jemand, der sich viel zu Herzen nimmt. Und deshalb muss ich negative Reaktionen einfach auf mich zukommen lassen. Ich stehe aber zu meiner Entscheidung für das Experiment. Wenn man die Sendung kennt, weiß man, was passieren kann. Aber meine Freunde und Familie kennen mich – so wie ich wirklich bin. Und das ist mir wichtig.“

Warum sind Sie überhaupt noch Single?

„Das muss man mal die Männer fragen, warum sie mich nicht ansprechen beim Einkaufen oder so. Ich bin kein Fan von Dating-Portalen. Ich würde nicht nach rechts oder links wischen. Aber auf der Suche war ich auch nicht wirklich.“

Nun also die „Hochzeit auf den ersten Blick“ – kann das wirklich gut gehen?

„Die Hoffnung dahinter ist doch, den wirklich passenden Partner zu finden. Man muss so viel beantworten, hat Workshops und Gespräche. Man füllt die Fragebögen nicht allein aus, auch das Umfeld wird befragt. Dadurch bekommt man hoffentlich wirklich jemanden, der zu einem passt. Man weiß, derjenige ist genauso gut geprüft wie man selber. Das ist schon anderes, als so jemanden kennenzulernen.“

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Das klingt nach viel Arbeit im Vorfeld?

„Als Zuschauer weiß man gar nicht, was alles dahinter steckt. Da werden eben nicht mal schnell Leute ausgesucht. Da steckt viel Arbeit drin – auch für die Kandidaten. Das muss man alles schaffen, ohne, dass es das Umfeld mitbekommt. Das gestaltet sich manchmal schwierig, aber es hat funktioniert. Es ist machbar und ich wusste, wofür ich das mache.“

Wann wussten Sie, dass für Sie ein Partner gefunden wurde?

„Wenige Wochen vor der Hochzeit. So kurzfristig hat man Bescheid bekommen, ob ein passender Partner gefunden wurde oder nicht.“

Wie sehr kann man seine Traumhochzeit mitgestalten, wenn man den Partner nicht einmal kennt?

„Ich hatte sehr viel Mitspracherecht, konnte sehr viel auswählen. Man denkt zwar als Zuschauer, alles ist fertig organisiert, aber so ist es nicht. Man lädt auch seine Gäste selber ein – natürlich in Übereinstimmung mit den Corona-Richtlinien. Welche Blumen oder welcher Kuchen am Ende dasteht, ist natürlich eh nicht so wichtig, weil man so fokussiert auf den unbekannten zukünftigen Ehemann ist. Über den weiß man am wenigstens, macht sich aber den größten Kopf um ihn. Dafür hatte ich deutlich weniger Stress, weil man nur sagen muss, was man mag und was nicht. Um den Rest kümmern sich Profis. Eine normale Hochzeit zu organisieren ist sehr viel stressiger.“

Sie haben „Hochzeit auf den ersten Blick“ oft gesehen. Welches Paar hat Sie beeindruckt?

„Wie Annika im letzten Jahr um die Ehe mit Manuel gekämpft hat, ist der Wahnsinn. Natürlich habe ich gedacht, so einen Start in die Ehe wie sie und Manuel wünsche ich mir nicht. Aber ihr Mut, ihre Kämpferkraft, das hat mich schon beeindruckt. Eine Beziehung hat immer einen wellenförmigen Verlauf, ob bei 'Hochzeit auf den ersten Blick' oder im echten Leben. Man muss immer dran arbeiten.“