Günther Jauch moderiert seit 1999 die Quizshow „Wer wird Millionär?“. TVNOW/Stefan Gregorowius

Gerade feierte „Wer wird Millionär?“, Deutschlands erfolgreichste Quizshow, ihre 1500. Folge – in einer großen Jubiläumssendung wurde auch Quizmaster Günther Jauch gehörig überrascht. Es gab Rückblicke, Glückwünsche, spannende Kandidaten – nur eines blieb gleich: Es wurden natürlich allerhand Fragen gestellt. Aber: Wo kommen diese eigentlich her? Zum Jubiläum plaudert einer der Fragenentwickler aus dem Nähkästchen – und verrät, wie die spannenden Aufgaben entstehen.

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Harald Valder gehört zum Team von „mind the company“, denkt sich mit seinen Kollegen die mal mehr, mal weniger kniffligen Fragen für die Quizshow aus. Und das schon seit Jahren – ein Job, der nicht unbedingt leichter wird. „Nach rund 38.000 gestellten WWM-Fragen immer noch etwas Neues auszutüfteln, wird in der Tat immer schwieriger“, verrät er im Interview mit RTL. Kontinuierlich entwickeln die Quiz-Meister neue Aufgaben in verschiedenen Kategorien. Valder: „Es kann durchaus vorkommen, dass eine Frage, die dienstags entstanden ist, am darauffolgenden Montag bereits ausgestrahlt wird. Umgekehrt gibt es aber auch Fragen, die seit 15 Jahren auf ihren Einsatz warten.“

Auf Fragen für „Wer wird Millionär?“ stoßen die Entwickler überall

Auf die Fragen zu kommen sei gar nicht schwer – das passiere überall, sogar beim Einkaufen im Supermarkt. Meist kommt die Inspiration aber beim Surfen im Internet. Schwieriger ist es schon, die Frage zu formulieren – oder spannende Antwortmöglichkeiten zu finden. „Manchmal ist die größere Herausforderung, alle Informationen, die man in der Frage vermitteln will, in dem relativ kleinen Textfeld unterzubringen“, sagt er. „Manchmal tüftelt man aber auch mehrere Stunden, um schöne und witzige Alternativen zu finden.“

Harald Valder gehört zu den Fragen-Entwicklern von „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch. TVNOW/Stefan Gregorowius

Zudem müssen die Antworten natürlich genauestens geprüft werden. „Wir suchen vertrauenswürdige Quellen, die genau das belegen, was in den Fragen behauptet wird. Das können z.B. Lexika wie der Brockhaus oder die Encyclopaedia Britannica, Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes oder die offiziellen deutschen Singlecharts sein, oft sind es aber auch die Homepages von Unternehmen, Zeitschriften oder Magazinen."

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Das sei mal leichter, mal schwerer, sagt Valder. Eine Frage nach der Hauptstadt Frankreichs mache beispielsweise wenig Arbeit. „Schwieriger wird es dann, wenn nach der Hauptstadt der Schweiz gefragt werden soll. Da muss man schon etwas mehr Zeit investieren, um herauszufinden, dass Bern zwar de facto so etwas wie die Hauptstadt ist, die Schweiz aber offiziell gar keine Hauptstadt hat.“

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Für zukünftige Kandidaten der Show hat Valder einen heißen Tipp: Keiner dürfte besser wissen als er, was bei der Vorbereitung auf die Show hilft. „Es bringt sicherlich mehr, sich vor der Sendung Tageszeitungen (und zwar alle Rubriken), Musikcharts und Bestsellerlisten aufmerksam anzuschauen, als zu versuchen, den Brockhaus auswendig zu lernen“, sagt er. „Aber auch Letzteres kann natürlich zu einem Glückstreffer führen.“