Es darf gefeiert werden: Herbert Köfer startete vor 80 Jahren seine Karriere als Theater- und Filmschauspieler. Foto: Heike Köfer/privat

Herbert Köfer (99) ist in großer Vorfreude. In knapp einem Monat begeht der beliebte Volksschauspieler sein 80-jähriges Bühnenjubiläum. Schon jetzt steht fest, mit wem er das Ereignis feiern wird: Mit Horst Krause, dem berühmtesten Dorfpolizisten aus Brandenburg, verriet Köfer dem KURIER. Denn der Zufall will es, dass beide Schauspieler genau an diesem Jubeltag für den neuen „Krause“-Film des RBB vor der Kamera stehen werden.

Die Nachricht erhielt Köfer am vergangenem Wochenende. Regisseur Bernd Böhlich rief an und teilte dem Star mit, dass die Dreharbeiten mit ihm am 11. September beginnen. „Das ist ja ein denkwürdiger Tag, sagte ich am Telefon“, erzählt Köfer. „Böhlich gab mir recht, dachte wohl, ich meinte den Terroranschlag vor 19 Jahren in New York. Dann erzählte ich ihm, dass an diesem Tag vor 80 Jahren meine Schauspieler-Karriere begann.“

Das Dokument, dass dies belegt, besitzt der Star noch heute. Es ist der Arbeitsvertrag vom Stadttheater in Brieg (heute Polen). Dessen damaliger Intendant hatte Köfer am 11. September 1940 als Schauspieler für eine Monatsgage von 180 Reichsmark eingestellt. Seine erste Rolle, mit der er dort auf der Bühne stand, war der junge „Alte Fritz“ im Theaterstück „Katte“.

Horst Krause und Carmen-Maja Antoni werden an der Seite von Herbert Köfer in „Krauses Zukunft“ spielen. Foto: imago images/Pop-Eye

Was Schöneres, als das Bühnenjubiläum bei Dreharbeiten für den achten „Krause“-Film „Krauses Zukunft“ zu begehen, kann es für Köfer kaum geben. „Ich liebe diese Film-Reihe und Horst Krause ist ein großartiger Charakterschauspieler“, sagt er. „Wir hatten uns bisher nur auf Veranstaltungen getroffen. Umso mehr freue ich mich, dass wir nun endlich auch einmal zusammen arbeiten können.“

Und Köfers Fans freuen sich bestimmt darauf, dass der Star endlich wieder einen Film dreht. Vier Jahre sind es nun schon her, dass er für eine Folge der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ das letzte Mal vor einer Kamera stand. „Meine Buch-Lesungen und Theaterauftritte ließen für andere Projekte kaum Zeit“, so Köfer. Umso erfreulicher, dass es nun bei „Krauses Zukunft“ klappt.

In dem Film spielt Köfer einen Hundertjährigen, der in einem brandenburgischen Dorf gegen den Abriss seines Hauses kämpft. Es soll einem Braunkohletagebau weichen. Ex-Dorfpolizist Krause versucht, dies zu verhindern.

Köfers Filmalter ist kein Zufall. Wenn alles klappt, wird „Krauses Zukunft“ im Februar 2021 in der ARD gezeigt. Rechtzeitig zu Köfers 100. Geburtstag, wie die Berliner Produktionsfirma Mafilm auf KURIER-Anfrage mitteilte.

Der Film sollte eigentlich schon längst abgedreht sein. Für Mai waren die Dreharbeiten in Gröben (Brandenburg) geplant. Doch die Corona-Krise verhinderte das. Auch die Termine im August platzten. Durch den Tod des Schauspielers Tilo Prückner (starb im Juli), der zur Stammbesetzung der Film-Reihe gehörte, musste das Drehbuch umgeschrieben werden.