Harry Wijnvoord ist mit „Der Preis ist heiß“ zurück im deutschen Fernsehen. RTL/Stefan Gregorowius

„25 Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet“, sagte Harry Wijnvoord, als er am Mittwochabend wieder durch die Studiotür von „Der Preis ist heiß“ schritt. Es schien, als hätte RTL die Zeit zurückgedreht: ein fast schon entrückt klatschendes Publikum, die leuchtende Umrahmung des Bildausschnittes, die Spiele, die Preise. Und doch fiel auf, dass einiges an Zeit vergangen war. Harry Wijnvoords Haare sind deutlich ergraut, der Bauch etwas gewachsen. Das Mikrofon verblüffend schlicht und dann war da ja auch noch ein neuer Co-Moderator.

„Der Preis ist heiß“: Gedenken an Walter Freiwald

Denn die große Show der guten Laune begann direkt mit einem kleinen Dämpfer. „Leider aber kann einer nicht mehr dabei sein“, sagte Wijnvoord, nur wenige Sekunden nachdem er das Studio betreten hatte und sprach über den Tod seines ehemaligen Weggefährten Walter Freiwald. Der war im November 2019 an einer schweren Krebserkrankung gestorben. „Ich weiß hundertprozentig, dass er auch gerne wieder mit dabei gewesen wäre“, sagte Wijnvoord, der jahrelang mit Freiwald im Clinche gelegen hatte, ehe sie sich Tage vor seinem Tod wieder annäherten.

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Walter Freiwald und Harry Wijnvoord im Jahr 1993 am Set von „Der Preis ist heiß“. Imago/Horst Galuschka

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Die Aufgabe als Co-Moderator übernahm Thorsten Schorn, der von Freiwald selbst für das Studio-Warm-up engagiert wurde und auch beim ersten (erfolglosen) Revival-Versuch ohne Wijnvoord im Jahr 2017 die Rolle des Co-Moderators übernahm. Auch Schorn grüßte Freiwald „auf seiner Wolke“ und widmete ihm die ikonische Begrüßung der Show: „Das große Hallo!“

„Der Preis ist heiß“ wie in den 1990ern

Danach stand dann wieder der Spaß der 1997 abgesetzten Show im Vordergrund. Per Zufallsprinzip wurden Kandidaten aus dem ekstatisch jubelnden Publikum gepickt, die den Preis eines riesigen Pool-Flamingos schätzen mussten.

Dann gab es diverse altbekannte Spiele wie das „Muschelspiel“, „Plinko“ oder die „Verflixte 7“, welche die Kandidaten unter Schreien der anderen Zuschauer bewältigen mussten, ehe Schorn im dramatischen Freiwald-Stil „Das Rad“ ankündigte. An dem gab es ein „nigelnagelneues Auto“ zu gewinnen – oder zumindest die Qualifikation für das Spiel um den „Superpreis“.

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Präsentiert wurden die Preise übrigens wie üblich von verschiedenen Models – zwei von ihnen, das hatte Harry Wijnvoord im Vorfeld verraten, waren bereits in den 1990er-Jahren dabei. „Dafür werden uns die Zuschauerinnen und Zuschauer lieben“, mutmaßte der Moderator, der auch keinen Hehl daraus machte, selbst einiges an Vorfreude zu verspüren. „Es war immer ein Traum, diese Sendung wieder zu moderieren“, sagte der inzwischen 72-Jährige, der vor der Ausstrahlung hoffte, den „Nerv unserer Zuschauer“ zu treffen.

Starke Quoten für „Der Preis ist heiß“

Das scheint ihm und dem gesamten Team gelungen zu sein, denn die Quoten konnten sich sehen lassen. In der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, schalteten 17,1 Prozent bei „Der Preis ist heiß“ ein, was den Tagessieg in der Primetime bedeutete.

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Harry Wijnvoord und sein neuer Waren-Ansager Thorsten Schorn bei „Der Preis ist heiß“. RTL/Stefan Gregorowius

Und auch für die Kandidaten selbst schien die Neuauflage ein echtes Erlebnis zu sein. „Du bist mein Kindheitsheld“, gestand Nadine, die ein Lastenrad und den Riesenflamingo abgestaubt hatte, Harry Wijnvoord. Und Dominik, der immerhin einen Tageslichtwecker mit nach Hause nahm, trug ein Shirt mit dem Gesicht des Moderators.

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Den Superpreis hat übrigens niemand gewonnen. Doch vielleicht sieht es beim nächsten Mal schon anders aus. Mindestens zwei weitere Ausgaben soll es geben.