Die Britische Punk-Designerin Vivienne Westwood (l.) bei einer Modeshow in Paris. Die Star-Designerin starb am 29. Dezember in London.
Die Britische Punk-Designerin Vivienne Westwood (l.) bei einer Modeshow in Paris. Die Star-Designerin starb am 29. Dezember in London. AFP/Kovarik

Sie haben die Welt verändert, unsere Weise, die Welt zu sehen und zu erlebeben: Popstars, Filmregisseure, Bürgerrechtler, Fußballspieler: Die Liste ist lang, doch hier sind sie aufgeführt, die bewegendsten Promi-Abschiede des Jahres 2022!

06.01. Peter Bogdanovich (82)

Der US-Regisseur wurde in den 1970er Jahren als Hollywoods „Wunderkind“ gefeiert. Der Film „The Last Picture Show“, ein Porträt der US-Provinz in den 1950er Jahren, machte ihn 1971 über Nacht berühmt. Mit der Komödie „What's Up Doc“ mit Barbra Streisand und Ryan O'Neal sowie dem Roadmovie „Paper Moon“ mit Tatum O'Neal folgten weitere Erfolge.

06.01. Sidney Poitier (94)

In ärmsten Verhältnissen auf den Bahamas aufgewachsen, schrieb der Schauspieler als Wegbereiter für Schwarze Hollywood-Geschichte. Als erster Afroamerikaner bekam er 1964 einen Oscar für seine Hauptrolle in „Lilien auf dem Felde“. Der Star aus Filmen wie „Flucht in Ketten“ (1958), „Porgy and Bess“ (1959) und „Ein Fleck in der Sonne“ (1961) drehte 1997 mit dem Thriller „Der Schakal“ seinen letzten Film. 1974 zum Ritter geschlagen, erhielt er 2002 einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk und 2009 die höchste zivile Auszeichnung der USA, die „Presidential Medal of Freedom“.

15.01. Nino Cerruti (91)

Der italienische Modeschöpfer stand mit seiner Marke und seinem Stil für Eleganz. Bekannt war er für seinen gelben Pullover. Nachdem er 1967 in Paris die erste Boutique eröffnet hatte, baute Cerruti sein Mode-Imperium bis nach Fernost aus. Für seine Kreationen erhielt er weltweit Auszeichnungen. 1994 wurde er offizieller Designer für das Formel-1-Team der italienischen Traditionsmarke Ferrari.

19.01. Hardy Krüger (93)

Der Blonde mit dem markanten Gesicht legte im Nachkriegsdeutschland eine rasante Karriere hin. Als „German Hero“ und Frauenschwarm war er auch ein international gefragter Leinwandheld. Der Durchbruch gelang ihm 1956 mit dem britischen Kriegsfilm „Einer kam durch“. Der gebürtige Berliner spielte in rund 75 Filmen die Hauptrolle, drehte unter anderem mit John Wayne («Hatari!», 1962) sowie mit James Stewart und Peter Finch («Der Flug des Phoenix», 1965). 1963 erhielt er mit dem französischen Film „Sonntage mit Sybill“ einen Oscar. Mit der ARD-Reihe „Weltenbummler“ schuf er einen TV-Klassiker. Auch sein Buch „Eine Farm in Afrika“ (1970) war ein Erfolg.

20.01. Meat Loaf (74)

Die Karriere des US-Rocksängers, dessen Künstlername auf Deutsch „Hackbraten“ lautet, erstreckte sich über sechs Jahrzehnte. Er soll über 100 Millionen Alben verkauft und in über 65 Filmen wie „Rocky Horror Picture Show“ (1975), „Wayne's World“ (1992) und „Fight Club“ (1999) mitgewirkt haben. Nach seinem internationalen Durchbruch mit „Bat Out Of Hell“ 1977 kam für Meat Loaf erstmal der Absturz. Mit „Bat Out of Hell II: Back into Hell“ (1993) und „Bat Out of Hell III: The Monster is Loose“ (2006) schaffte er Comebacks.

02.02. Monica Vitti (90)

Als Maria Luisa Ceciarelli in Rom geboren, war sie neben Sofia Loren, Gina Lollobrigida und Claudia Cardinale in den 1960er und 1970er Jahren eine der markantesten Schauspielerinnen Italiens. Sie hatte sowohl in derben Komödien als auch mit dramatischen Rollen Erfolg. Mit „Die mit der Liebe spielen“ («L'avventura») gelang ihr und Regisseur Michelangelo Antonioni 1960 einer der bedeutendsten europäischen Filme. 1995 erhielt Monica Vitti in Venedig den Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk.

19.02. Gary Brooker (76)

Seine erste Single „A Whiter Shade Of Pale“ 1967 als Frontmann der Rockband Procul Harum war zugleich deren größter Erfolg. Die Single verkaufte sich mehr als zehn Millionen Mal und wurde zu einer der Hymnen des „Summer of Love“, des Höhepunktes der Hippie-Ära. Der britische Sänger, Pianist, Songwriter und Bandgründer arbeitete auch mit Stars wie Eric Clapton sowie den Ex-Beatles Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr zusammen. Das britische Königshaus ernannte ihn 2003 zum „Officer“ des „Order of British Empire“.

10.03. Jürgen Grabowski (77)

Der Fußball-Weltmeister von 1974 bestritt 44 Länderspiele für den DFB und 441 Begegnungen in der Bundesliga für Eintracht Frankfurt. Grabowski war Welt- und Europameister, UEFA-Cup-Sieger 1980 und 1974 sowie 1975 DFB-Pokalgewinner. In Frankfurt galt er als Spielmacher. In der Nationalmannschaft agierte er wegen seiner Konkurrenten Wolfgang Overath und Günter Netzer meist als Rechtsaußen.

23.03. Madeleine Albright (84)

In Prag als Tochter einer jüdischen Diplomatenfamilie geboren und als Flüchtling in die USA gekommen, wurde die Demokratin 1993 unter Präsident Bill Clinton US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. 1997 rückte sie als erste Frau an die Spitze des Außenministeriums und steuerte bis 2001 den Kurs der US-Regierung nach dem Zerfall des Ostblocks. Bis zuletzt meldete sie sich zu Wort, etwa mit Kritik an Russlands Präsidenten Wladimir Putin.

09.04. Uwe Bohm (60)

Der Adoptivsohn des Regisseurs Hark Bohm wurde vor allem mit Rollen als Bösewicht in Krimis bekannt, unter anderem im „Tatort“. Der als Uwe Enkelmann in Hamburg geborene Schauspieler wurde von Hark Bohm 1973 für dessen Film „Ich kann auch 'ne Arche bauen“ entdeckt. 1976 folgte die Hauptrolle in Bohms Jugenddrama „Nordsee ist Mordsee“, das beide bekannt machte. Uwe Bohm spielte später unter anderem am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg Theater. Unter Regisseur Fatih Akin wirkte er im Film „Tschick“ (2016) mit.

09.04. Michael Degen (90)

In der „Donna Leon“-Krimiserie der ARD verkörperte er zuletzt den eitlen „Vice-Questore Patta“. In Chemnitz geboren, arbeitete Degen zuvor mit Regiegrößen wie Peter Zadek, Claude Chabrol und Ingmar Bergman zusammen und inszenierte auch. Dem TV-Publikum wurde er 1979 als Bendix Grünlich in Franz Peter Wirths „Die Buddenbrooks“ bekannt. Mit der NS-Vergangenheit setzte er sich unter anderem in Egon Monks „Die Geschwister Oppermann“ (1983) und Michael Kehlmanns „Geheime Reichssache“ (1987) auseinander. Auch in leichterer TV-Unterhaltung wie „Rosamunde Pilcher“-Filmen war er zu sehen.

16.04. Joachim Streich (71)

Der DDR-Rekordnationalspieler traf in seinen 102 Fußballspielen im DDR-Trikot 55-mal. Hinzu kommen 229 Tore in 378 Spielen der Oberliga. Als 16-Jähriger wechselte er 1967 von Aufbau Wismar zum FC Hansa Rostock. Die erfolgreichste Zeit erlebte „Strich“ von 1975 bis 1985 beim 1. FC Magdeburg. Wegen seiner Schlitzohrigkeit wurde der beste DDR-Stürmer oft als „Gerd Müller des Ostens“ bezeichnet und mit dem Weltmeister von 1974 verglichen.

17.05. Vangelis (79)

Unter dem Namen Evangelos Papathanassiou geboren, prägte der Grieche die Filmmusik der 1980er-Jahre. Mit der Band Aphrodite's Child gelang ihm zwischen 1968 und 1970 eine Reihe von Hits. 1973 startete Vangelis seine Solokarriere und experimentierte mit elektronischer Musik. Er wurde weltberühmt mit Kompositionen für Filme wie „Die Stunde des Siegers“ (Originaltitel: Chariots of Fire, Oscar-prämiert), „Blade Runner“ oder auch „1492 – Die Eroberung des Paradieses“.

30.05. Friedrich Christian Delius (79)

Der Schriftsteller gilt als herausragender Chronist seiner Zeit und einer der bedeutendsten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur. Aus seiner Feder stammen Werke wie „Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde“ (1994), „Amerikahaus und der Tanz um die Frauen“ (1997) oder der 2021 veröffentlichte Erzählungsband „Die sieben Sprachen des Schweigens“. Delius wurde vielfach ausgezeichnet, darunter 2011 mit dem Georg-Büchner-Preis.

17.06. Jean-Louis Trintignant (91)

Die französische Filmlegende zählte zu den gefragtesten Charakterschauspielern Europas und drehte mit Regiegrößen wie Costa-Gavras, Roger Vadim, Eric Rohmer und Michael Haneke. Der Südfranzose wirkte als Frauenverführer, Richter, Faschist und Gauner in mehr als 140 Film- und Fernsehrollen mit. Neben der Arbeit am Theater schaffte Trintignant seinen Durchbruch beim Film 1956 mit „Und immer lockt das Weib“ als schüchterner Ehemann an der Seite von Brigitte Bardot. Mit Hauptrollen in „Ein Mann und eine Frau“ (1966), „Meine Nacht bei Maud“ (1969) und „Drei Farben: Rot“ (1994) wurde er zum preisgekrönten internationalen Star.

28.06. Martin Bangemann (87)

Der promovierte Jurist war von 1985 bis 1988 Parteichef der Freien Demokraten, stand aber ganz im Schatten seines Vorgängers Hans-Dietrich Genscher. Als Bundeswirtschaftsminister (FDP, 1984-1988) unter Kanzler Helmut Kohl (CDU) hatte er mit hoher Arbeitslosigkeit sowie Stahl-, Kohle- und Werftenkrisen zu kämpfen. Von 1989 bis 1999 war er als EU-Kommissar in Brüssel, unter anderem zuständig für den Binnenmarkt, Industriepolitik sowie die Liberalisierung der Telekommunikationsmärkte. 1999 nahm er eine hoch dotierte und umstrittene Tätigkeit beim spanischen Konzern Telefónica an.

08.07. Shinzo Abe (67)

Der frühere Ministerpräsident Japans (2006-2007; 2012-2020) war in seiner Heimat umstritten, doch niemand regierte das Land länger als er. Den einen galt der Rechtskonservative als Patriot, der Japan „zurückholen“ wollte zu alter Stärke. Den anderen als skandalumwitterter Populist und außenpolitischer Hardliner, der Japans pazifistische Nachkriegsordnung revidieren wollte. Bei einem Wahlauftritt in der japanischen Stadt Nara wurde er von einem Gegner der umstrittenen Mun-Sekte erschossen, mit der Abe Kontakt hatte.

13.07. Dieter Wedel (82)

Der Regisseur war einer der Großen in der deutschen Fernsehbranche. Mit TV-Mehrteilern wie „Der große Bellheim“ (1993), „Der Schattenmann“ (1996), „Der König von St. Pauli“ (1998) oder „Die Affäre Semmeling“ (2002) begeisterte er ein Millionen-Publikum. Er wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und erhielt 1994 den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Wedel galt als Mann, der das Leben in vollen Zügen auskostete. Er hatte sechs Kinder von sechs Frauen. Zuletzt überschatteten Vorwürfe sexuellen Missbrauchs sein Lebenswerk.

21.07. Uwe Seeler (85)

Der 72-malige Nationalspieler und DFB-Ehrenspielführer war eine Ikone des deutschen Fußballs. Er spielte bei vier WM-Turnieren mit, war Vizeweltmeister 1966 in England und WM-Dritter 1970 in Mexiko. Als einer der besten Mittelstürmer seiner Zeit war er das Gesicht des Hamburger SV, für den „Uns Uwe“ von 1953 bis 1972 stürmte. Lukrative Angebote aus dem Ausland schlug er aus und blieb dem HSV immer treu. Seine Popularität basierte nicht nur auf seinem sportlichen Ruhm, sondern auch auf seinen menschlichen Qualitäten.

31.07. Fidel Ramos (94)

Als Absolvent der US-Militärakademie in West Point stieg er unter dem philippinischen Diktator Ferdinand Marcos 1984 zum Chef der nationalen Polizei auf. 1986 führte er gemeinsam mit dem damaligen Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile einen Volksaufstand an, der die 20-jährige Marcos-Diktatur stürzte. In seiner Amtszeit als Präsident (1992-1998) sorgte er unter anderem für wirtschaftliches Wachstum und stärkte die politischen Rechte der Bevölkerung.

08.08. Olivia Newton-John (73)

Mit ihrem Auftritt in dem Filmmusical „Grease“ als Sandy an der Seite von John Travolta sorgte die britisch-australische Sängerin und Schauspielerin 1978 für Furore. Die vierfache Grammy-Preisträgerin zählte zu den größten Stars der 1970er- und frühen 1980er-Jahre. Mit „Grease“ wurde sie weltberühmt. Newton-John setzte sich seit ihrer Krebsdiagnose 1992 für Brustkrebs-Überlebende ein und sammelte Gelder für Forschung und Behandlung.

09.08. Heinz Behrens (89)

Im früheren Schlesien geboren, hatte er 1960 sein Debüt in der Fernsehproduktion „Liebe auf den ersten Blick“. Von 1961 an gehörte er zum Schauspielensemble des damaligen DDR-Fernsehens. Ende der 1970er-/Anfang der 1980er-Jahre wurde er als Horst Baumann in der Lustspielreihe „Maxe Baumann“ bekannt. Behrens drehte auch in „Rentner haben niemals Zeit“ (1978) oder mehrmals im „Polizeiruf“ mit. Nach der Wende spielte er unter anderem am Bernhard-Theater Zürich, stand auch mit Johannes Heesters und Heidi Kabel auf der Bühne.

11.08. Jean-Jacques Sempé (89)

Der Zeichner und Cartoonist zog Generationen in seinen Bann. Der Erfinder der berühmten Kindergeschichten um den „kleinen Nick“ hinterlässt über 40 Bildbände, in denen er mit liebevoll-ironischem Strich die Welt analysiert. Die Serie um den „kleinen Nick“, im Original „Le Petit Nicolas“, entstand vor über 50 Jahren in Zusammenarbeit mit René Goscinny, dem 1977 gestorbenen Autor der Asterix-Hefte. Die ersten Abenteuer wurden 1956 in Comic-Form in einer belgischen Zeitschrift veröffentlicht. Seitdem haben sich die Geschichten millionenfach verkauft, wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und kamen 2009 erstmals auf die Leinwand.

12.08. Wolfgang Petersen (81)

Der gebürtige Emder wurde mit Filmen wie „Das Boot“ (1981), „Outbreak“ (1995), „Air Force One“ (1997) und „Der Sturm“ (2000) zum Star-Regisseur. Größen wie Clint Eastwood, Dustin Hoffman, Harrison Ford, George Clooney, Brad Pitt und Glenn Close standen vor seiner Kamera. Der „Tatort“-Krimi „Reifezeugnis“ mit Nastassja Kinski machten ihn und die junge Darstellerin 1977 über Nacht berühmt. Das Kino-Epos „Das Boot“ über die Besatzung eines deutschen U-Boots im Zweiten Weltkrieg mit Jürgen Prochnow bahnte Petersen den Weg nach Hollywood. Seit 1987 lebte er in Los Angeles.

16.08. Eva-Maria Hagen (87)

Die Schauspielerin, Sängerin und Autorin galt als „Brigitte Bardot der DDR“. Sie debütierte 1953 am Berliner Ensemble unter der Regie von Bertolt Brecht in dem Stück „Katzgraben“. Populär wurde sie durch die Filmkomödie „Vergesst mir meine Traudel nicht“ (1957). Hagen avancierte zu einer der erfolgreichsten Schauspielerinnen der damaligen DDR und wirkte neben der Bühne in rund 50 TV- und Kino-Filmen mit. Wegen ihrer Unterstützung des Liedermachers und Regimekritikers Wolf Biermann mit Berufsverbot belegt folgte sie 1977 ihrem Ex-Lebensgefährten in den Westen. Die Mutter von Nina Hagen war dort neben Theater und Film als Chansonsängerin erfolgreich.

29.08. Hans-Christian Ströbele (83)

Das Markenzeichen des langjährigen Grünen-Abgeordneten waren ein roter Schal, leuchtend weiße Haare und sein Fahrrad. Der Jurist hatte die Partei mitgegründet, für die er von 1998 bis 2017 im Bundestag saß. Die Symbolfigur vor allem deren linken Flügels scheute Auseinandersetzungen auch mit eigenen Parteifreunden nicht, etwa mit Ex-Außenminister Joschka Fischer. Davor war Ströbele in der damaligen Außerparlamentarischen Opposition aktiv. Mit dem späteren Bundesinnenminister Otto Schily und dem späteren Rechtsextremisten Horst Mahler verteidigte er von 1970 bis 1975 Terroristen der Roten Armee Fraktion.

30.08. Michail Gorbatschow (91)

Der ehemalige sowjetische Staatschef und russische Friedensnobelpreisträger galt als einer der Väter der Deutschen Einheit und als Wegbereiter für das Ende des Kalten Krieges zwischen Ost und West. Mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) schaffte er die Voraussetzung für den Fall der Berliner Mauer 1989 sowie für die Auflösung der Sowjetunion und des Warschauer Paktes 1991. Ende der 1980er-Jahre brachte er mit US-Präsident Ronald Reagan eine historische atomare Abrüstung auf den Weg. Für seine Reformen erhielt „Gorbi“ 1990 den Friedensnobelpreis.

08.09. Königin Elizabeth II. (96)

„Mein ganzes Leben, sollte es kurz oder lang werden“ wolle sie ihren Untertanen widmen, versprach sie an ihrem 21. Geburtstag. Kein Monarch und keine Monarchin saß länger auf dem britischen Thron als sie, die 1952 nach dem Tod ihres Vaters König Georg VI. mit 26 Jahren Königin wurde. Nach sieben Jahrzehnten Regentschaft endete mit ihrem Tod eine Epoche, in der sich Großbritanniens Rolle in der Welt massiv verändert hat. Die vierfache Mutter war Staatsoberhaupt von Großbritannien und Nordirland und mehr als einem Dutzend weiterer Staaten, darunter Kanada, Neuseeland und Australien. Ihre Ehe mit Prinz Philipp währte bis zu seinem Tod 2021 insgesamt 73 Jahre. Ihr ältester Sohn Charles folgt ihr als König Charles III..

13.09. Jean-Luc Godard (91)

Der französisch-schweizerische Filmregisseur galt als einer der Erneuerer des Kinos. Neben François Truffaut war er Mitgründer der Nouvelle Vague (Neue Welle), einer Stilrichtung, die mit technischen und inhaltlichen Konventionen brach. Vielfach preisgekrönt hinterlässt er mehr als 60 Filme, darunter „Außer Atem“ (1960) mit Jean-Paul Belmondo, „Die Verachtung“ (1963) und „Eine verheiratete Frau“ (1964). Godard erhielt 2010 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk, nahm ihn aber wegen seiner Skepsis gegenüber dem Hollywoodkino nicht persönlich entgegen.

22.09. Hilary Mantel (70)

Die britische Autorin, Kritikerin und Juristin wurde mit historischen Romanen weltberühmt. Ihre Bestseller „Wölfe“ und „Falken“ erhielten 2009 und 2012 den Booker-Preis, den höchsten britischen Literaturpreis. „Spiegel und Licht“ vervollständigte die akribisch recherchierte Trilogie über das England des 16. Jahrhunderts. Mantel, die 17 Romane veröffentlichte, erhielt 2014 vom britischen Königshaus den Ritterschlag und durfte sich „Dame“ nennen.

28.09. Coolio (59)

„Gangsta's Paradise“ war der größte Erfolg des US-Rappers, mit bürgerlichem Namen Artis Leon Ivey Jr.. Der Hit hat für viele Hip-Hop-Fans der 1990er-Jahre Kultstatus. Der Song, der im Soundtrack des Films „Dangerous Minds“ (1995) mit Michelle Pfeiffer vertreten ist, brachte Coolio einen Grammy ein. Wegen Drogen- und Waffenbesitzes wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt wirkte der erfolgreiche Rapper auch in TV-Serien und Filmen wie „Batman & Robin“ und „Dracula 3000“ mit.

05.10. Wolfgang Kohlhaase (91)

Der Drehbuchautor, Regisseur und Schriftsteller gehörte zu den Filmgrößen der früheren DDR. In seinen eher leisen Filmen wollte er das verbindende Gefühl einer Gesellschaft zeigen. Sein erstes verfilmtes Drehbuch war der Jugendfilm „Die Störenfriede»(1953). Bekannt wurde er mit Filmen wie «Berlin - Ecke Schönhauser“ (1957) und „Solo Sunny“ (1980). Nach der Wende arbeitete Kohlhaase an Drehbüchern für Filme wie „Sommer vorm Balkon“ (2005) oder „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2016/17). 2010 erhielt er den Goldenen Ehrenbären für sein Lebenswerk, 2011 folgten die Lola für sein Lebenswerk und der Verdienstorden des Landes Brandenburg.

11.10. Angela Lansbury (96)

Die Rolle der Detektivin Jessica Fletcher in der TV-Serie „Mord ist ihr Hobby“ (1984-1996) machte die britisch-amerikanische Schauspielerin weltberühmt. Bereits mit ihrem ersten Film „Das Haus der Lady Alquist“ gelang der 20-Jährigen 1944 der Durchbruch. Hollywoodfilme wie der preisgekrönte „Botschafter der Angst“ und „Tod auf dem Nil“ folgten sowie Broadway-Produktionen wie „Mame“, „Sweeney Todd“ und „Gypsy“. In ihrer 75 Jahre währenden Karriere erhielt die „Disney-Legende“ viele Preise, darunter 2013 einen Ehren-Oscar. 2014 wurde Lansbury in den britischen Adelsstand aufgenommen.

14.10. Robbie Coltrane (72)

Seine Rolle als riesenhafter Wildhüter und etwas trotteliger Mentor des Zauberschülers Harry Potter verschaffte dem gebürtigen Schotten eine weltweite Fangemeinde. Er spielte in den Harry-Potter-Filmen den Halbriesen Rubeus Hagrid. Älteren Zuschauern war er vor allem durch seine Rolle als Kriminalpsychologe Dr. Eddie Fitzgerald „Fitz“ in der Krimiserie „Für alle Fälle Fitz“ bekannt. Der gelernte Stand-up-Comedian wirkte auch in den James-Bond-Filmen „GoldenEye“ und „Die Welt ist nicht genug“ mit.

22.10. Dietrich Mateschitz (78)

Der Österreicher baute mit dem Thailänder Chaleo Yoovidhya 1984 ein Imperium und wurde mit einem Energiegetränk zum Multimilliardär. Der Red-Bull-Gründer prägte mit seiner Marketingstrategie auch den Sport. Neben dem Fußball-Bundesligisten RB Leipzig stehen unter anderem auch der Eishockey-Club Red Bull München sowie die Formel-1-Teams Red Bull und Alpha Tauri bei Red Bull unter Vertrag. Mateschitz' Imperium umfasst neben Sport und Immobilien auch diverse Medien, darunter ein eigener TV-Sender.

28.10. Jerry Lee Lewis (87)

Der US-Amerikaner zählte mit den bereits verstorbenen Musikern Elvis Presley, Chuck Berry und Little Richard zu den Königen des Rock'n'Roll. Der Rocker mit dem strohblonden Haar gelangte in den 1950er-Jahren mit Songs wie „Whole Lotta Shaking' Goin' On“ und „Great Balls of Fire“ zu Weltruhm. Der Künstler mit dem Spitznamen „The Killer“ war eine wilde Mischung aus Jazz, Country, R&B und Boogie und berüchtigt für sein aggressives Klavierspiel. Als einer der Ersten erhielt er einen Platz in der Ruhmeshalle des Rock. Sein bewegtes Leben wurde 1986 in „Great Balls of Fire“ verfilmt.

09.11. Werner Schulz (72)

Der frühere DDR-Bürgerrechtler und spätere Grünen-Politiker galt als engagierter Querkopf. In seiner Partei war der Widersacher des früheren Vorsitzenden und Vizekanzlers Joschka Fischer für seine Alleingänge berüchtigt. Seit 1968 in verschiedenen Oppositionsgruppen der damaligen DDR aktiv gehörte der Sachse 1989 zu den Gründungsmitgliedern des Neuen Forums, das er am Runden Tisch vertrat. 1990 wurde er Mitglied der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR. Vom Oktober 1990 bis Oktober 2005 gehörte er für Bündnis 90/Die Grünen dem Bundestag an, von 2009 bis 2014 dem Europaparlament.

24.11. Hans Magnus Enzensberger (93)

Der Lyriker und politische Denker zählte neben Günter Grass, Martin Walser, Uwe Johnson und Heinrich Böll zu den prägenden Autoren der Nachkriegsliteratur. Schon sein erster Lyrikband „Verteidigung der Wölfe“ sorgte 1957 für Aufsehen. Enzensberger mischte im Literaturklub „Gruppe 47“ oder bei den rebellischen 1968ern mit. Der promovierte Literaturwissenschaftler gründete 1965 das Kulturmagazin „Kursbuch“ und war Verlagslektor bei Suhrkamp. Er veröffentlichte mehr als hundert Prosawerke, Essays, Dramen und Gedichtbände und wurde vielfach ausgezeichnet.

30.11. Jiang Zemin (96)

Der frühere Staatschef Chinas (1993-2003) und Vorsitzende der Kommunistischen Partei (1989-2002) prägte die Theorie der „Drei Vertretungen“. Danach sollte die Partei nicht nur Arbeiter, Bauern und Soldaten vertreten, sondern auch die Privatwirtschaft sowie die „fortschrittliche Kultur“ und die „breite Masse des Volkes“. Unter Jiang Zemin entwickelte sich Chinas Wirtschaft schnell. Auch nach seinem Abgang übte er im Hintergrund Einfluss aus.

30.11. Christiane Hörbiger (84)

Für die Wienerin war ein Leben ohne Schauspielerei undenkbar. Voller Leidenschaft trat sie in die Fußstapfen ihrer berühmten Schauspieler-Eltern Paula Wessely und Attila Hörbiger. Über 60 Jahre lang begeisterte sie ohne Skandale auf Theaterbühnen, aber besonders in Film und Fernsehen ein Millionenpublikum. Die Grimme-Preisträgerin war aus der deutschsprachigen Film- und Fernsehbranche nicht mehr wegzudenken. Einen ihrer größten Erfolge feierte sie als Göring-Nichte Freya von Hepp in der Satire „Schtonk“ (1992).

30.11. Meinhard von Gerkan (87)

Er war einer der bekanntesten Architekten Deutschlands. Zusammen mit seinem Partner Volkwin Marg schuf er Bauwerke in aller Welt, darunter das Pekinger Nationalmuseum, Fußball-Stadien in Südafrika und Brasilien und eine Millionenstadt nahe Shanghai. Gleich mit seinem ersten Bauprojekt landete er einen Erfolg, dem Berliner Flughafen Tegel. Sein zweiter Berliner Flughafen, der BER, sorgte dagegen für Negativschlagzeilen.

05.12. Kirstie Alley (71)

Die US-Schauspielerin feierte mit der Comedy-Serie „Cheers“ (1987-1993) und der Liebeskomödie „Kuck mal, wer da spricht!“ (1989) ihre größten Erfolge. In der Komödie spielte Alley die schwangere Mollie und lernte dabei ihren späteren Partner John Travolta kennen. Ihre Rolle in der beliebten Serie brachte ihr unter anderem einen Golden Globe und eine Emmy-Trophäe ein. Eine weitere erhielt Alley 1994 für ihre Rolle als alleinerziehende Mutter eines autistischen Kindes in der Serie „David’s Mother“.

05.12. Nick Bollettieri (91)

Der US-Amerikaner gilt als Trainer-Legende, auch wenn seine Methoden umstritten waren. Zu seinen Schützlingen zählten unter anderen Boris Becker, Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki und die einstige deutsche Nummer eins Tommy Haas. In seiner Akademie in Florida formte er unter anderen Andre Agassi, Venus und Serena Williams, Maria Scharapowa, Jim Courier, Monica Seles und Anna Kurnikowa zu Welt-Stars. Bollettieri posierte gern mit freiem, sonnengebräuntem Oberkörper, Sonnenbrille und Tennisschläger.

16.12. Hans Peter Hallwachs (84)

Der Schauspieler und Hörspielsprecher Hans Peter Hallwachs zählte zu den meistbeschäftigten Charakterdarstellern im deutschen Fernsehen, war jedoch fast immer in Nebenrollen zu sehen. So spielte er in 16 „Tatort“-Krimis der ARD mit, unter anderem in der allerersten Folge „Taxi nach Leipzig“. In der ZDF-Serie „Der Alte“ hatte Hallwachs 13 Auftritte. Seine Karriere begann in den 1960ern. In der Erich-Kästner-Verfilmung „Fabian“ (1980) spielte der Berliner die Titelrolle. Seine Stimme hat unter Hörspielfans Kultstatus. Unter anderem ist er in Raymond-Chandler-Vertonungen der 80er Jahre zu hören.

18.12. Terry Hall (63)

Er galt als einer der wichtigsten Musiker der britischen Ska-Szene. Als Frontmann der Specials war er Anfang der 1980er-Jahre international ein Star. Halls hypnotischer Gesang verlieh der Band ihren besonderen Sound. Die Specials feierten mit Songs wie „Ghost Town“, „Gangsters“ und „Too Much Too Young“ Erfolge. Ihre gesellschaftskritische Ausrichtung sowie ihre Zusammensetzung aus schwarzen und weißen Bandmitgliedern galten als revolutionär.

20.12. Barbara Noack (98)

Sie war eine der erfolgreichsten Autorinnen heiterer Literatur in Deutschland. Ihre Geschichten erfreuten Millionen. Noack hatte von den 1950er-Jahren an mit Unterhaltungsliteratur viel Erfolg und lieferte auch Stoffe für TV-Hits wie „Der Bastian“ (1973) mit Horst Janson. Die ZDF-Serie traf das Lebensgefühl der 1970er-Jahre. Schon ihr zweiter Roman „Die Zürcher Verlobung“ war 1957 von Helmut Käutner mit Liselotte Pulver prominent verfilmt worden.

29.12. Vivienne Westwood (81)

Mit ausgefallenen Schnitten und provokanten Slogans machte sie den Punk salonfähig: Vivienne Westwood galt als rebellische Kraft in der Mode. Bis ins hohe Alter demonstrierte sie für Umweltschutz und Menschenrechte. Politiker, Künstler und langjährige Wegbegleiter würdigten sie als „kreative Ikone“. Gemeinsam mit Malcolm McLaren, dem Manager der Punkband Sex Pistols, führte sie eine Boutique in der Londoner King's Road. Dann baute sie eine globale Modemarke auf, die heute Geschäfte in Großbritannien, Frankreich, Italien, Amerika und Asien hat.

29.12. Pelé (82)

Edson Arantes do Nascimento, wie der brasilianische Fußball-Stürmer mit der Rückennummer 10 hieß, war bereits zu Lebzeiten eine Legende. Der Weltverband FIFA kürte ihn zum „Spieler des 20. Jahrhunderts“. Der Weltmeister von 1958, 1962 und 1970 war mit 77 Treffern in 92 Länderspielen Rekordtorschütze der Seleção. Pelé soll 1281 Tore in 1365 Partien erzielt haben, eine bis heute unerreichte Bilanz. Der Schuhmacherlehrling erhielt beim FC Santos 1956 einen Vertrag und debütierte mit 15 Jahren in der ersten Mannschaft. Mit 16 spielte er erstmals in der Nationalelf und wurde zum „Rei do Futebol“.