Moderatorin Cathy Hummels. RTL2

Jeden Tag werden im Netz unzählige Hasspostings abgesetzt. Häufig im Visier: Junge Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen. Eine von ihnen ist die RTL2-Moderatorin Cathy-Hummels. Gemeinsam mit ihrem Sender und 40 weiteren prominenten Gesichtern stellt sich die 33-Jährige nun gegen die wüsten Beleidigungen im Netz. Mit der Kampagne „Hass hat Hausverbot“ wollen sie Stellung gegen digitale Gewalt beziehen.

Die Beleidigungen, die Cathy Hummels Tag für Tag lesen muss, sind vielschichtig. Manchmal ist es einfach plump beleidigend, berichtet die Moderatorin in einem Video auf der Homepage des Senders. „Deine Fresse will keiner sehen, du hässliche N***e!“ schreiben die einen, die anderen „...wie kann man mit so einer peinlichen, hässlichen F***e zusammen sein?“, die anderen. Und noch mehr Schimpfworte fallen.

Immer wieder muss sich Hummels die gleichen Beleidigungen anhören

Ohnehin ist die Beziehung der Moderatorin zum BVB-Profi Mats Hummels oft Anknüpfungspunkt für Beleidigungen, sagt Hummels. So werfen ihr einige vor, Geldgierig zu sein, weil sie arbeite, obwohl ihr Mann doch genug Geld verdienen würde. Für Cathy Hummels absolut unverständlich. „Warum darf ich nichts machen, außer die Frau von jemandem zu sein?“, fragt sie.

Andere Beschimpfungen treffen sie in ihrer Rolle als Mutter. Jüngst, als Hummels für den Dreh von „Kampf der Reality-Stars“ in Thailand gewesen ist, musste sie wieder zahlreiche Hasskommentare einstecken, die sie als Raben-Mutter betitelten. Und das trifft Hummels sichtlich schwer. „Wir sind im Jahr 2021 und mein Sohn hat auch einen Vater“, sagt die 33-Jährige. Zwar stehe ihr Ludwig an erster Stelle, aber sie arbeite eben auch. Tatsächlich scheinen viele Beschimpfungen darauf abzuzielen, dass Hummels sich nicht in ein Rollenbild der 1950er Jahre fügen möchte.

Früher habe sie sich in solchen Situationen oft gerechtfertigt, doch mittlerweile musste sie feststellen, dass jegliche Rechtfertigung überhaupt nichts bringe. Viel schlimmer: „Dann habe ich den größten Fehler begangen“, sagt Hummels. „Dann haben die meine Aufmerksamkeit.“ Am meisten strafe man Hater, sagt sie, indem man sie ignoriere.

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An der Initiative von RTL2 sind neben Hummels weitere Sender-Gesichter und beispielsweise auch der ehemalige Fußballprofi Hans Sarpei beteiligt. Der Sender will mit mit dieser Kampagne aufklären und sensibilisieren, da Verunglimpfung im Netz zu erheblichen psychischen Verletzungen führen können. „Die digitale Welt ist Teil der realen Welt“, heißt es vom Sender. Inhalte dieser Kampagne sollen sowohl in den sozialen Medien aber auch eingebettet in hauseigene Formate ausgespielt werden.