Das Kalush Orchestra gewann beim ESC in Turin. dpa/Nderim Kaceli

Am Ende machten die Zuschaueranrufe den Unterschied! Aus fast allen Ländern bekam die Band Kalush Orchestra aus der Ukraine für ihren Song „Stefania“ 12 Punkte und konnte so am Ende triumphieren. Doch das hätte auch ganz anders ausgehen können, nämlich dann, wenn eine russische Hackergruppe Erfolg gehabt hätte.

ESC: Russen-Hacker wollten Ukraine-Sieg verhindern

Denn wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet, gab es am Samstagabend einen Hackerangriff auf den Eurovision Song Contest in Turin. Demnach sei es der italienischen Polizei allerdings gelungen, den Angriff der russischen Hackergruppe Killnet abzuwenden.

Wer konkret hinter den Cyber-Attacken steckte, sei zwar noch unklar, allerdings hatte die Gruppe diese Aktion bereits im Vorfeld in verschiedenen Telekom-Kanälen angekündigt. Entsprechend waren laut Polizei mehr als 100 Spezialisten im Einsatz, um die Abstimmung zu schützen.

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Die Gruppe Killnet hatte sich bereits am Mittwoch zu Angriffen auf IT-Systeme des italienischen Verteidigungsministeriums bekannt. Dabei handelte es sich um sogenannte DDoS-Attacken. Heißt: Angreifer versuchen, Server mit extrem vielen Anfragen zur selben Zeit lahmzulegen.

Das war offenbar auch die Strategie beim Angriff auf die Zuschauer-Abstimmung beim ESC. Denn in den Telegram-Gruppen schrieben die Hacker unter anderem: „Ihr könnt nicht online abstimmen. Vielleicht liegt das an unserem DDoS-Angriff.“ An anderer Stelle prahlten sie: „Lasst uns euch mit 10 Milliarden Anfragen überhäufen und Stimmen für ein anderes Land hinzufügen. Was solltet ihr schon dagegen unternehmen?“

Ukraine gewinnt ESC trotz russischem Hacker-Angriff

Beim Finale am Samstag lief der Angriff jedoch ins Leere und so konnte sich die Ukraine über den Sieg freuen. Präsident Wolodymyr Selenskyj zeigte sich auch bereits entschlossen, den nächsten Eurovision Song Contest auch tatsächlich in der Ukraine stattfinden zu lassen. Russland wurde wegen den Angriffskrieges gegen die Ukraine vom diesjährigen ESC ausgeschlossen.

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Während der Angriff auf das Zuschauer-Voting abgewendet wurde, kam es bei der Juryabstimmung im zweiten Halfbinale zu „Unregelmäßigkeiten“, wie die Veranstalter des ESC selbst bekanntgaben. Diese seien in sechs Ländern festgestellt worden. Ländernamen wurden zunächst nicht genannt. Es sei stattdessen in den betroffenen Ländern ein Mittelwert aus den Punkten von anderen Staaten gebildet worden, die ähnlich gestimmt hätten. Details wurden nicht genannt.