Maria Schrader ist auch als Schauspielerin bekannt. Foto: Imago/Christoph Hardt

Die Netflix-Serie der deutschen Regisseurin Maria Schrader sowie die deutsche Schauspielerin Helena Zangel sind für einen Golden Globe nominiert. „Unorthodox“ steht zur Auswahl als beste Mini-Serie und in der Kategorie für die beste Schauspielerin (Shira Haas), wie der Verband der Auslandspresse in Hollywood mitteilte. Schrader erzählt darin die Geschichte einer ultra-orthodoxen Jüdin, die vor ihrem Ehemann aus New York nach Berlin flüchtet. Die Hauptrolle spielt die israelische Schauspielerin Haas.

In den vier Folgen auf Jiddisch, Englisch und Deutsch geht es um Esther (Esty), eine Jüdin aus der Religionsgemeinschaft der Satmarer in Brooklyn. Die in New York spielenden Szenen basieren lose auf dem 2012 erschienenen Buch Unorthodox von Deborah Feldman. Der Handlungsstrang in Berlin ist dagegen fiktiv. Das Drehbuch stammt von Anna Winger („Deutschland 83“) und Alexa Karolinski („Oma & Bella“). Regisseurin Schrader ist sowohl als Schauspielerin („Aimée & Jaguar“) als auch als Filmemacherin („Vor der Morgenröte“) bekannt. Unorthodox wurde international viel beachtet - die New York Times etwa nannte die Geschichte „atemberaubend“.

Die Globe-Trophäen in Form einer goldfarbenen Weltkugel gelten nach dem Oscar als wichtigste Film-Auszeichnung in den USA und werden am 28. Februar in Beverly Hills verliehen. Neben Schraders Serie ist auch die zwölfjährige Berliner Schülerin Helena Zengel nominiert - als Nebendarstellerin in dem Western „Neues aus der Welt“ mit Tom Hanks. In dieser Sparte trifft Zengel unter anderem auf Amanda Seyfried und Olivia Colman.

Hanks spielt einen Nachrichtenboten im Jahr 1870, der auf die verwaiste Johanna (Zengel) trifft, die von einem indigenen Volk großgezogen wurde. Er nimmt das Mädchen in seine Obhut und will sie zu ihren Verwandten bringen. Der Western wurde von Paul Greengrass („Die Bourne-Verschwörung“) inszeniert. Zengel, die durch den Film Systemsprenger bekannt wurde, gab damit ihr englischsprachiges Debüt. In dem Drama, das acht Deutsche Filmpreise gewann, spielte sie ein rebellisches und traumatisiertes Mädchen, das von seiner Mutter in Pflegeeinrichtungen abgegeben wird.

Sie zählt mit der Nominierung zu einer bisher kleinen Gruppe von Nachwuchsschauspielern mit Nominierungen in der Golden-Globe-Geschichte. 2020 war der damals zwölfjährige Roman Griffin Davis für Jojo Rabbit nominiert, 2015 Quvenzhané Wallis (mit zwölf Jahren) für Annie. Auch Tatum O’Neal („Paper Moon“), Macaulay Culkin („Kevin - Allein zu Haus“) und Anna Paquin („Das Piano“) standen zur Auswahl.