Ein Komiker vergleicht auf Twitter den deutschen ESC-Sänger Jendrik mit Adolf Hitler. Fotos: Imago/UIG, AFP

Es war eine der größten Pleiten der deutschen ESC-Historie: Beim Eurovision Song Contest am vergangenen Wochenende trat Sänger Jendrik Sigwart für Deutschland an, landete mit läppischen drei Punkten auf dem vorletzten Platz. Sein Song „I don’t feel hate“ überzeugte auch das Publikum nicht: Bei der Zuschauer-Abstimmung ging der Hamburger Musical-Darsteller vollkommen leer aus. Einen Komiker regte das nun zu einem eher makaberen Scherz an.

Der britische Comedian, Radiomoderator und Schauspieler Ricky Gervais schrieb nach dem ESC-Debakel auf Twitter: „Hitler is now the 2nd worse thing to come out of Germany“ – übersetzt: „Hitler ist nun das zweitschlechteste, das aus Deutschland kommt“. Ein Scherz auf Kosten des Sängers Jendrik – und noch dazu ein ziemlich geschmackloser. Gervais ist bekannt für seine provozierenden Gags. Und auch die Reaktionen auf Twitter zeigen: Provoziert hat er mit seinem Witz allemal.

Jendrik und Hitler – ein geschmackloser Vergleich, den einige auf die Spitze treiben

„Absolut nicht witzig“, schreibt ein Nutzer. Ein anderer: „Das ist weit weg von lustig.“ Eine hält den Witz für einen „absolut unangebrachten Vergleich“. Viele kritisieren den Komiker, indem sie ihn korrigieren – und darauf hinweisen, dass Hitler nicht in Deutschland geboren wurde, sondern in Österreich. Aber: Es gibt sogar jene, die den geschmacklosen Witz auf die Spitze treiben wollen. So schreibt einer, der Vergleich stimme nicht, denn: „Der zweite Weltkrieg dauerte sechs Jahre. Wie lange hat das Lied gedauert?“ Eine Deutsche schreibt: „Wir schicken einfach nur noch doofe Künstler, damit die ganze Welt versteht, dass wir nicht mehr gefährlich sind.“

Viele geben die Kritik außerdem gern zurück – denn Gervais kommt aus Großbritannien, sein Land landete auf dem letzten Platz beim ESC. „Das schlechteste aus Deutschland ist immer noch besser als der britische ESC-Beitrag“, heißt es deshalb in einem Kommentar. Ein anderer schreibt: „Ich bin kein Mathe-Profi – aber wie berechnet man das Verhältnis der deutschen und der britischen ESC-Punkte?“

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Was auch immer man von dem Witz halten mag: Dem Sänger selbst dürfte die Kritik nur wenig anhaben. Denn schon im Vorfeld hatte Jendrik verkündet, sich von negativem Gegenwind nicht unterkriegen zu lassen. „Ich trage Hass wie Schmuck. Entschuldigung, dass ich mein Leben voll auskoste“, schrieb er bei Instagram. Zudem betonte er immer wieder, dass es ihm nicht darum geht, den Wettbewerb zu gewinnen. „Mein Ziel war es, hierherzukommen.“