Oliver Pocher sucht den Fehler mal wieder überall, nur nicht bei sich. Thore Schölermann und Sarah Kulka prangern das an. Imago/Future Image(2)/Steffen Schellhorn

Es ist so etwas wie Oliver Pochers Markenzeichen: Der in den 2000er Jahren beliebte Comedian setzt an alle anderen Menschen die höchsten Ansprüche und fordert für sich stets Ausnahmen. So auch im neuesten Fall, der seit ein paar Tagen immer wieder (vor allem von ihm selbst) thematisiert wird. Es geht um seinen Platzverweis bei Pietro Lombardis Konzert in Hartenholm.

Oliver Pocher: Darum flog er von Pietros Konzert

Was war passiert? Oliver Pocher kam während des Konzertes von Kumpel Pietro auf die Bühne, alberte dort ein wenig herum und sprang dann über den Zaun, der Mitwirkende von den Zuschauern trennt - und verstieß damit gegen die Corona-Maßnahmen des Strandkorb-Open-Airs. Der Veranstalter hatte hatte in der Vergangenheit genug Ärger mit der Corona-Leugnerin Nena und griff daher hart durch - auch weil letztendlich der Veranstalter haftet, wenn Regeln nicht eingehalten werden.

Pocher hatte dafür jedoch kein Verständnis, bockte herum und wurde in letzter Konsequenz von der Polizei abgeführt. Doch auch dann gab es bei Pocher keine Einsicht. Erst postete er am Wochenende nur kleine Ausschnitte von dem, was geschehen ist – und legte später noch einmal nach. Die Ausschnitte zeigen einen uneinsichtigen Pocher, der sämtliche Menschen, mit denen er redet, von oben herab behandelt. Und er scheint auch noch stolz darauf zu sein. Einsicht oder Selbstkritik? Fehlanzeige! 

Oliver Pocher: Jetzt gibt es Widerworte von Thore Schölermann

Das stößt nun auch Kollegen von Pocher sauer auf. So kommentierte Moderator Thore Schölermann: „Du weißt, ich schätze dich und deine Arbeit, aber hiermit befeuerst du leider diejenigen, die du monatelang selbst zu Recht kritisierst hast: Die, die Corona verharmlosen und offizielle Regeln selbst interpretieren, weil sie es einfach besser wissen. Manchmal muss man auch einfach mal einsehen, dass etwas nicht ok war und fertig!“ Rumms! Klarer kann man die Doppelmoral von Oliver Pocher kaum offenlegen.

Oliver Pocher und Thore Schölermann zusammen mit Sophia Thomalla bei einer Veranstaltung in München. Imago/Eventpress

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Etwas detaillierter, aber nicht weniger deutlich, setzt sich die ehemalige GNTM-Kandidatin Sarah Kulka mit dem Verhalten von Oliver Pocher auseinander. Auch sie macht die Diskrepanz deutlich zwischen dem Mann, der „seit Ausbruch von Corona jeden anprangert, der sich seiner Meinung nach nicht an Vorschriften hält“ und dem Pocher, der sich selbst als renitenten Regelbrecher zeigt.  

Auch Sarah Kulka widerspricht Oliver Pocher

Kulka, die 270.000 Follower auf Instagram hat, versucht es ebenso diplomatisch, wie schon Thore Schölermann, bleibt aber dabei sehr deutlich: „Ich gebe ihm in vielen Dingen recht und finde viele Themen, die er anspricht, gut. Aber in dem Video hat er deutlich gezeigt, dass er sich für etwas Besseres hält, obwohl er gerne so tut, als wäre er einer von uns.“ Der Veranstalter habe nunmal Regeln aufgestellt, um das Konzert durchführen zu können, und völlig egal, ob diese in letzter Konsequenz Sinn ergeben würden, müsste man sich eben daran halten, sagt Kulka. Das würde auch für einen „Herr Pocher“ gelten.

Oliver Pocher, der sich gerne als moralische Instanz im Netz aufführt, der als eine Art Anti-Influencer-Influencer darüber entscheiden will, wer es verdient hat, einen Shitstorm zu bekommen, hat sich mit dieser dummen und uneinsichtigen Aktion selbst bei vielen ins Aus geschossen. Und das sehen seine Gegner, wie die ehemalige Monrose-Sängerin Senna Gammour, als Bestätigung für ihre Meinung über den 43-Jährigen. „Die kurze Version von dem Video war schon so unangenehm. Ich verstehe einfach nicht, wie der Typ sich selbst so hart feiert, dass er sogar davon eine längere Version freiwillig ins Netz gestellt hat“, schrieb sie.

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Und irgendwie fällt es wirklich schwer zu verstehen, dass Pocher tatsächlich glaubt, er würde in diesem Video gut rüberkommen. Da scheint in der Selbstwahrnehmung ordentlich was daneben.