Ruth Maria Kubitschek und  Helmut Fischer bei einem Empfang 1984. In der legendären TV-Serie „Monaco Franze“ spielten sie das Ehepaar Franz Münchinger und Annette von Soettingen, wobei er sie immer „Spatzl“ nannte. dpa/Istvan Bajzat

Sie lebt zurückgezogen, seit mehreren Jahren inzwischen. Auch zu ihrem 90. Geburtstag am Montag war von Ruth Maria Kubitschek bisher noch keine Wortmeldung zu hören. Doch fällt ihr Name, ist die Erinnerung bei vielen Fernsehzuschauern wieder da: An das „Spatzl“ des „Monaco Franze“, an die Margot Balbeck aus „Das Erbe der Guldenburgs“ und vor allem an eine feine Dame, die auch jenseits ihres Berufs etwas Besonderes ausstrahlt.

„Ich werde keine Interviews mehr geben“, kündigte Kubitschek schon 2018 in der Münchner „Abendzeitung“ an. Bitterkeit oder gar Frustration über das Alter gab sie dabei nicht als das Motiv für den Rückzug aus der Öffentlichkeit an. Ihr Alter sehe sie als „Gnade“, sagte sie damals. „Ich habe ein wunderbares, reiches Leben. Es ist schön, alt zu werden“ – so zufrieden klingt nicht jeder Mensch in seiner letzten Lebensphase.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lobte Kubitschek für ihr „Gefühl für die Zerbrechlichkeit der Gegenwart“ und die „Begabung und Fähigkeit, dieses Gefühl auch zeigen“ – das sei ungewöhnlich.

Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek freut sich bei der Verleihung des Jupiter Awards 2014 über die Auszeichnung in der Kategorie „Beste Darstellerin national“.  dpa

Ihre schauspielerische Karriere hatte Kubitschek 2013 beendet. In dem Kinofilm „Frau Ella“ feierte sie an der Seite von Matthias Schweighöfer und August Diehl noch einmal einen Publikumserfolg und gewann mit dem Jupiter einen Filmpreis.

Geboren wurde Kubitschek am 2. August 1931 als erstes von vier Kindern im tschechischen Komotau. Die Familie floh nach Ende des Zweiten Weltkriegs nach Sachsen-Anhalt. In Halle an der Saale und Weimar erfüllte sich Kubitschek an Schauspielschulen ihren Kindheitstraum, Schauspielerin zu werden. 1959 blieb sie nach einem Theaterengagement im Westen. Damit ließ sie auch ihren Mann, den Regisseur Götz Friedrich, in der DDR zurück. Die Ehe, aus der Kubitscheks einziges Kind Alexander hervorging, wurde 1963 geschieden.

Berühmt wurde Ruth Maria Kubitschek in den 1960ern

Berühmt wurde Kubitschek 1966 durch den Straßenfeger „Melissa“ von Francis Durbridge, in der Folge hatte sie eine Vielzahl von Fernsehengagements. Anfang der 80er-Jahre hob sie dann der Filmemacher Helmut Dietl in die höchsten Höhen ihrer Karriere.

Die Schauspielerin Ruth Maria Kubitschek in den 1960er-Jahren.  Imago/Heinz Browers

Den Auftakt machte 1983 der „Monaco Franze“. Wohl selten wurde das ewige Ringen im Zusammensein von Mann und Frau humorvoller ins deutsche Fernsehen gebracht als in dieser Serie. Hier er, der ewige Stenz, mit Neigung zum Lotterleben und doch einen Halt suchend. Dort sie, die um Stil und Klasse bemühte Dame, die manchen Fehltritt verzeiht.

Direkt danach gab Dietl ihr eine Rolle als Verlegerin von „Baby Schimmerlos“ in „Kir Royal“. Und kurz nach diesen Serien bekam Kubitschek in „Das Erbe der Guldenburgs“ die nächste Hauptrolle in einer Serie, die zum Straßenfeger wurde.

Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere zog sich die Schauspielerin zurück

Doch auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wurde der damals in München lebenden Künstlerin das Leben unter den Schönen und Reichen zu viel: Sie packte ihre Sachen und ließ sich in der kleinen Schweizer Gemeinde Fruthwilen nahe des Bodensees nieder. Dort weitete sie ihr Lebenswerk aus, schrieb Bücher, malte, wurde Hobbygärtnerin und widmete sich der Esoterik.

Ein Lebensidyll in der Schweiz, nur unterbrochen durch regelmäßige Aufenthalte in Berlin. Dort lebte ihr langjähriger Lebenspartner, der Erfolgsproduzent Wolfgang Rademann („Das Traumschiff“, „Die Schwarzwaldklinik“). Über viele Jahre bis zu seinem Tod im Jahr 2016 führten die beiden eine Fernbeziehung.

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Wie sie ihren Geburtstag feiern wird und wie es Kubitschek derzeit geht, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Ihre Wünsche für ihre Beisetzung hat sie hingegen schon öffentlich gemacht. Sie wünscht, dass ihre Urne unter einem Baum in ihrem Garten vergraben wird. Und sie möchte, dass zu ihrem Abschied gelacht wird. „Ich liebe meinen Garten. Ich möchte keinen Gottesdienst in der Kirche, sondern ein lustiges Fest mit Familie und Freunden in meiner Gartenlaube“, sagte sie der Bunten vor ein paar Jahren.