„Frühstücksfernsehen“-Moderator Daniel Boschmann moderierte die Sendung „Deutschland hilft. Die Sat.1-Spendengala“. Sat.1/Willi Weber

Er gehört seit einiger Zeit zu den festen Moderatoren des „Frühstücksfernsehen“ von Sat.1, ist bekannt für seinen Witz, seinen Charme  – und hat Millionen Fans: TV-Star Daniel Boschmann. Dass er lustig sein kann, hat er in der Morgen-Show immer wieder bewiesen, doch am Sonnabend zeigte der 40-Jährige, dass er auch mehr kann. Er führte die Zuschauer vier Stunden lang durch die Hochwasser-Spendengala von Sat.1, rührte zu Tränen. Und: Kurz vor dem Ende der Show brachen bei ihm selbst alle Dämme – und er moderierte sich in die Herzen der Zuschauer!

Mit der Spendengala sammelten Sat.1 und Daniel Boschmann Millionen

Bei der großen Spendengala, die der Sender innerhalb einer Woche auf die Beine gestellt hatte, wurden von der Primetime bis nach Mitternacht Interviews und Beiträge zu den Ereignissen im Hochwassergebiet ausgestrahlt, außerdem berichteten Studiogäste von ihren Erlebnissen. Derweil saßen 50 Prominente am Spendentelefon, nahmen Anrufe entgegen. Aufgrund der großen Spendenbereitschaft, aber auch dank mehrerer Großspenden von Unternehmen belief sich die gesammelte Geldsumme am Ende des Abends auf sagenhafte 31.155.430 Euro!

Und das liegt sicher auch an ihm: Daniel Boschmann, der sonst zum festen Team des „Frühstücksfernsehen“ von Sat.1 gehört, moderiert sich bei der Gala vier Stunden lang direkt in die Herzen der Zuschauer. Souverän und professionell, aber auch sehr emotional. Besonders dramatisch wird es gegen Ende der Sendung: Boschmann interviewt Rettungskräfte der Hilfsorganisationen, die im Publikum der Show sitzen.

Daniel Boschmann moderierte die Sendung, Comedian Ralf Schmitz (l.) kümmerte sich um die Promis am Spendentelefon.  Sat.1/Willi Weber

Darunter eine Hundeführerin, die davon berichtet, wie sie mit einem Suchhund im Flutgebiet nach Vermissten fahndete, dabei mehrere Leichen entdeckte. Als sie fertig ist, brechen die Tränen aus „Boschi“ heraus. „Das sind schreckliche Nachrichten.“ Die Stimme bebt, die Tränen laufen. „Von Herzen vielen Dank. Das sind soziale Berufe, die unsere Gesellschaft zusammenhalten.“ Und, ans Publikum gewandt: „Bitte sehen Sie mir die Tränen nach.“

Daniel Boschmann lässt Emotionen zu, überzeugt auf ganzer Linie

Schon kurze Zeit später spricht er mit einer anderen jungen Frau, die bei den Rettungsdiensten arbeitet. „Ich möchte Sie mit Geschichten ganz kurz konfrontieren, die man nicht fassen kann. In sozialen Medien wird Rettungskräften gern mal vorgeworfen, dass sie nicht zur rechten Zeit kommen, dass sie nicht genau wissen, was sie tun, dass sie zu spät sind, zu langsam sind. Ich möchte Ihnen das hier vorlesen. Das, was hier auf dem Papier steht, sind echte Momente aus einer Katastrophe, die diese Menschen jeden Tag mitmachen müssen.“

Daniel Boschmann gehört eigentlich zum Team des „Frühstücksfernsehen“ von Sat.1. Sat.1/Claudius Pflug

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Was dann kommt, ist auch für die Zuschauer unbegreiflich: „Eine Frau erzählt am Notruf sehr gefasst, dass jemand kommen müsse, weil Tochter und Ehemann immer noch tot im Keller treiben. Eine Frau ruft an, weil sie nicht mehr weiter weiß. Menschen haben sich  in die Weinberge geflüchtet und hören Hilferufe aus dem Dorf, die Hilferufe verstummen irgendwann. Eine Frau will Hilfe holen, lässt den Ehemann im Haus zurück. Als sie wiederkommt, sind Ehemann und Haus weg.“ Mit diesen Nachrichten müssten die Rettungskräfte jeden Tag umgehen. „Und dafür sollten wir verdammt nochmal dankbar sein“, sagt Boschmann.

Große Emotionen, große Gefühle – und ein Moderator, der professionell ist, aber sich nicht hinter einer Fernseh-Fassade versteckt, der im Live-TV Tränen zulässt. Schon jetzt einer der großen TV-Momente des Jahres. So urteilen auch Fachmagazine. Der Mediendienst DWDL schreibt, Boschmann habe zwar bereits reichlich TV-Erfahrung. „Das noch mehr in ihm steckt, zeigte dieser Abend. So wie es ohnehin viel mehr Talente im deutschen Fernsehen gibt, die bloß einmal das Vertrauen der Sender bräuchten. Daniel Boschmann bekam die Chance und nutzte sie.“