Das war die Welt noch in Ordnung: Stifterin und Vorstandsvorsitzende Steffi Graf mit ihrem Bruder Michael am Rande ihres Benefizspiels in Mannheim 2007.  Foto: imago images/Hasenkopf

Das hat Steffi Graf davon ... dass sie die Vormundschaft über ihren Bruder hat. Sie musste in Las Vegas gegen den 49-Jährigen vor Gericht antreten. Weil Michael Graf von seiner Schwester nicht mehr bevormund(schaft)et werden will.

Die Entscheidung des traurigen Falles Graf gegen Graf kennen nur die Beteiligten. Denn Steffi wollte unbedingt vermeiden, dass schmutzige Familienwäsche in der Öffentlichkeit gewaschen wird und beantragte, alle Dokumente mit den Details zur Anhörung zu versiegeln. Richter William Potter gab ihrem Antrag statt.

Der Familienzwist mit dem Aktenzeichen G-20-053792-A hatte am 23. August 2020 begonnen. Michael Graf wurde von der Polizei von Las Vegas wegen „schwerer Sachbeschädigung und Einbruch in ein motorisiertes Vehikel“ verhaftet. Laut Polizeibericht soll der geschiedene Familienvater (er hat drei Töchter – darunter das erfolgreiche Model Talia, 21 - und einen Sohn mit seiner amerikanischen Ex-Frau Elaine) einem Bekannten mit dem Tode bedroht haben. Dann hatte er sich mit einem Hammer auf Richard Taylors Ami-Schlitten (Lincoln Blackwood, Baujahr 2002) gestürzt und die Scheiben eingeschlagen. Schaden: 5000 Dollar. Graf kam gegen eine Kaution auf freien Fuß.

Zwei Wochen später alarmierte die Ex-Frau von Taylor die Polizei. Denn Graf war vor ihrem Haus aufgetaucht und hatte zu randalieren begonnen. Als die Cops eintrafen, war die Wut von Steffis zwei Jahre jüngerem Bruder noch nicht verraucht. Die Beamten mussten ihn mit Gummigeschossen und einem Elektroschockgerät überwältigen. Michael Graf landete im Krankenhaus.

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Als er wegen seiner ersten Verhaftung am 22. September vor Gericht erscheinen sollte, kam nicht kam, sprach das Strafgericht einen Haftbefehl wegen Verstoß gegen die Kautionsauflagen aus. Da sprang Steffi ein. Um Michael vor der Untersuchungshaft zu bewahren, beantragte die 51-Jährige ihren „kleinen“ Bruder für unmündig erklären zu lassen und die Vormundschaft für ihn zu übernehmen. Das Gericht gab dem Antrag statt.

Michael war seiner Schwester offenbar nicht dankbar dafür. Er legte Einspruch ein. Michaels Sohn Torren (25) bot sich an, die Vormundschaft anstelle seiner Tante weiterzuführen.

Eigentlich hätten sich Bruder und Schwester im Gerichtssaal gegenübersitzen müssen. Doch wegen Corona sind in Nevada alle Gerichte geschlossen und Verhandlungen finden nur noch per Videokonferenz statt. So wie auch die der Grafs. Es dauerte bis Freitag, bis das Gericht einen Akteneintrag zum Fall veröffentlichte. Aber da gab es keine Details. Nur die Information, dass die Entscheidung des Gerichts „aufgrund des Antrags einer Seite, alle Anhänge und Beweisstücke zu versiegeln“, der Öffentlichkeit vorenthalten wird.