Das Foto zeigt Prinz Andrew, Virginia Giuffre und Ghislaine Maxwell im Jahr 2001. Imago/Media Punch

Nein! Man kann nicht sagen, dass Prinz Andrew oder das britische Königshaus souverän mit den Vorwürfen umgehen, die seit zwei Jahren kursieren. Virginia Giuffre wirft dem zweiten Sohn der Queen vor, sie mehrfach missbraucht zu haben, als sie 17 Jahre alt war. Doch nun scheint die Totschweige-Taktik der Royals nicht weiter aufzugehen. Auf Andrew könnte schon bald ein Zivilprozess zukommen!

Prinz Andrew: Will er im Fall Epstein ewig weiter schweigen?

Er schwieg und trat aus der ersten Reihe zurück. Damit schien die Sache für die Briten-Royals um Queen Elizabeth gegessen. Doch Virginia Giuffre gibt in ihrem Kampf um Gerechtigkeit nicht auf. Wie andere Betroffene des Epstein-Komplexes sinnt sie auf Prozesse. Und so einer könnte nun auch auf Prinz Andrew zukommen. Ihr Anwalt David Boies kündigte jedenfalls schon einmal an: „Die Zeit ist abgelaufen!“

Denn Prinz Andrew zeigt sich offenbar anders als angekündigt so gar nicht kooperativ, was die Aufklärung des Falles Epstein angeht, in den nach dessen Selbstmord in einem US-Gefängnis vor zwei Jahren noch einmal ordentlich Bewegung kam. Epstein soll sich immer wieder an minderjährigen Frauen vergangen haben und diese gemeinsam mit seiner engen Freundin Ghislaine Maxwell auch an Freunde weitergereicht haben. Einer dieser Freunde soll eben Prinz Andrew sein.

Prinz Andrew redete sich in der BBC um Kopf und Kragen

Die Vorwürfe von Virginia Giuffre sind nicht neu. Sie wiederholte sie in den letzten zwei Jahren immer wieder in Interviews und belegte sie unter anderem mit einem Foto. Andrew belastete sich zusätzlich mit einem Interview in der BBC, in dem er sich um Kopf und Kragen redete. Doch seither soll er eben weder mit den US-Sicherheitsbehörden, die ihn als Zeuge hören wollten, noch mit der Giuffre-Seite, die ihn als Schuldigen sehen, kommuniziert haben – bis jetzt.

In einem Interview beschrieb Virginia Giuffre einen Abend mit Prinz Andrew. Der habe dabei so viel geschwitzt, dass es auf ihn herabgeregnet habe. AP/BBC

Prinz Andrew: Muss er sich in den USA vor Gericht verantworten?

Denn Giuffres Anwalt David Boies will noch in dieser Woche eine Zivilklage in den USA einreichen, an deren Ende eine Schmerzensgeld-Summe von mehreren Millionen Pfund fließen könnte. Die Klage würde darauf basieren, dass Virginie Giuffre, als sie von Jeffrey Epstein an Prinz Andrew zum Sex übergeben wurde, noch keine 18 Jahre alt war, erklärt der Jurist gegenüber der „Mail on Sunday“. Die unangemessenen sexuellen Übergriffe hätten bei seiner Mandantin zu „körperlicher und seelischer Belastung“ geführt.

Bisher hatten Andrew und auch die königliche Familie stets abgestritten, dass an den Vorwürfen von Virginia Giuffre etwas dran sein könnte und entschieden sich seither darüber zu schweigen und so zu tun, als sei nie etwas gewesen. Doch die Klage in den USA könnte die Mauer des Schweigens brechen. Die Anwälte könnten nämlich versuchen, Andrew unter Eid über sein Sexleben auspacken zu lassen. Er könnte auch gezwungen werden, private SMS, E-Mails oder Briefe auszuhändigen. Dort könnte noch viel mehr schlummern.

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Laut „Mail on Sunday“ sitzt Prinz Andrew nun auf jeden Fall in einer Zwickmühle. Wenn er sich im Zivilprozess zu verteidigen versucht, könnten die Aussagen veröffentlicht werden und einigen Staub aufwirbeln. Wenn er den Prozess ignoriert, könnte er in Abwesenheit verurteilt werden. Auch das wäre eine PR-Katastrophe. Für Virginia Giuffre wäre es hingegen späte Gerechtigkeit.