FKA Twigs leidet bis heute unter den traumatischen Erlebnissen, hervorgerufen durch Hollywoodstar Shia LaBeouf. Foto: imago/Matrix

„Es ist reines Glück gewesen, dass ich von ihm weggekommen bin – und ein Wunder, dass ich es überlebt habe.“ Im Dezember hatte FKA twigs ihren Ex-Freund Shia LaBeouf wegen körperlichen, sexuellen und psychischen Missbrauchs verklagt. In einem Interview mit dem Magazin „ELLE“ spricht die Sängerin – bürgerlicher Name Tahliah Debrett Barnett – zum ersten Mal darüber, wieso sie sich die Tortur fast ein Jahr lang angetan hatte.

Sie war den eiskalt kalkulierten Kontroll-Taktiken des „Transformers“-Star – von Liebesbombardierungen über psychologische Manipulation und soziale Isolation bis Schlafentzug – nicht gewachsen. Die 33-Jährige: „Wenn du einen Frosch ins kochende Wasser wirfst, springt er sofort wieder raus. Wenn du ihn in kaltes Wasser tust und es langsam zum Kochen bringst, bleibt er sitzen bis er verendet. Das genau beschreibt meine Erfahrung mit Shia.“

Die Sängerin war erfolgreich, finanziell gesichert und hatte viele Freunde und Familienrückhalt, als sie während der Dreharbeiten zu „Honey Boy“ mit LaBeouf zusammenkam: „Leute würden nie denken, dass so etwas einer Frau wie mir passieren könnte. Der größte Irrtum ist die Annahme von Leuten, dass man klug und stark genug ist, einfach zu gehen. Die Wahrheit ist, so etwas kann jedem passieren!“

Fahrt wurde zu Höllentrip

In ihrem Fall stieg sie sogar am Ende eines Horrortrips am Valentinstag 2019 freiwillig wieder zu LaBeouf ins Auto, nachdem sie die Nacht davor – laut ihrer Klage – gewürgt, mit dem Leben bedroht und körperlich misshandelt wurde. Die Fahrt nach Los Angeles wurde zu einem Höllentrip. LaBeouf fuhr so schnell und rücksichtslos, dass er immer wieder einen tödlichen Unfall riskierte. FKA twigs überlegte sogar, ob sie bei 140 km/h aus dem Wagen springen sollte: „Er hatte keinen Airbag auf der Beifahrerseite und war mir sicher, dass ich mir bei einem Unfall den Hals brechen würde.“ Sie überlebte die Fahrt und blieb noch drei weitere Monate bei LaBeouf.

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Der schlief mit einer Pistole griffbereit im Schlafzimmer. Seine britische Freundin hatte Angst, nachts aufs Klo zu gehen – „weil er mich für einen Eindringling halten und erschießen könnte“. Sie knipste heimlich ein Foto der Waffe und schickte es an ihren Manager: „Ich dachte, falls er mich abknallt, wird das den Ermittlern helfen. Ich habe ständig kleine Sachen hinterlassen, mit denen man die Ursache meines Todes hätte aufklären können.“ Indem er sie von allen Freunden isolierte („Ich habe mich so geschämt für die Situation und lieber den Kontakt abgebrochen, als mich erklären zu müssen“), konnte LaBeouf seine Freundin noch besser kontrollieren.

Bis heute „im Heilungsprozess“

Es war am Ende ihre Welttournee im Mai 2019, die ihr ermöglichte die Beziehung mit ihrem Peiniger zu beenden. Kurz vorher hatte sie erfahren, dass LaBeouf ihr eine sexuell übertragbare Krankheit verheimlicht und sie damit angesteckt hatte: „Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich plötzlich die Kraft gefunden hätte, ihn zu verlassen. Dass ich mich endlich daran erinnert hätte, wie meine Mutter mich als starke Frau erzogen hat. Doch am Ende war alles nur Zufall, dass ich nicht noch immer in dieser Situation bin – und noch lebe.“ Es war die Distanz zu LaBeouf dank ihrer Tour, die ihr endlich den Mut gaben, Schluss zu machen und zu entkommen.

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Bis heute steckt twigs noch „im Heilungsprozess“. Der Gang in die Öffentlichkeit hilft ihr bei der Verarbeitung der Folter-Beziehung, „weil ich durch mein Schicksal auf häusliche Gewalt aufmerksam machen kann“. Sie hofft, dass sie anderen Frauen helfen kann, aus Missbrauchs-Beziehungen zu fliehen.