Evan Rachel Wood gewährten einen intimen Blick in ihr Privatleben. Doch das war nötig, um die Geschichte des Missbrauchs durch Marilyn Manson zu erzählen. Imago/Kathy Hutchins

Sie war erst 18, als sie den 20 Jahre älteren Marilyn Manson kennenlernte. In der neuen Dokumentation „Phoenix Rising“ enthüllt Evan Rachel Wood schockierende Details über ihre Horror-Beziehung mit dem Musiker – vom gegenseitigem „Brandmarken“ per Messer, über ihre Vergewaltigung vor der Kamera bis zu Mansons Nazi-Parolen, die er der jüdischen Woods an den Kopf warf. Warum sie bei dieser so persönlichen Doku mitmachte, erklärte sie im Interview mit dem KURIER.

Wie war es für Sie im Rahmen der Dokumentation so private Dinge preiszugeben?

Woods: Ich war schon immer ein Mensch, für den Privatsphäre sehr wichtig ist. Und wer mich kennt, der weiß, diese Doku wäre das Letzte im Leben gewesen, was ich gewollt hätte. Und dennoch war ich es, der diese Geschichte unbedingt erzählen wollte!

Sie haben viele Jahre über Ihr schlimmes Schicksal geschwiegen. Was hat Sie am Ende dazu bewegt, doch damit an die Öffentlichkeit zu gehen?

Es war einfach an der Zeit, die Wahrheit zu sagen. Es war für mich an der Zeit, endlich meine Seite der Story zu erzählen. Und das musste ich selbst machen, das konnte ich niemand anderem überlassen.

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2010 waren Marilyn Manson und Evan Rachel Wood noch ein Paar. Aus dieser Zeit stammt das Foto. Imago/Henry McGee

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Frauen in ähnlichen Situationen schweigen oft aus Angst, dass man ihnen nicht glauben wird. Hatten Sie diese Sorge anfangs auch?

Die Leute werden glauben, was sie glauben wollen. Es ist nicht meine Aufgabe, jemanden zu überzeugen. Ich lüge nicht, weil es mein Job ist, die Wahrheit zu sagen. Und das ist, was ich in dieser Doku getan habe. Und das ist auch alles, was ich tun könnte.

Was erhoffen Sie sich von dieser Dokumentation?

Sie überhaupt produzieren zu können, hat mein Leben verändert. Nicht nur konnte ich meine eigene Art von Gerechtigkeit erlangen, wir können anderen Überlebenden von häuslicher Gewalt auch eine Stimme geben. Leider ist meine Geschichte nicht ungewöhnlich. Und mir geht es nicht nur darum, die Person, die mir das angetan hat, anzuprangern. Wir wollen auch zeigen, was genau häusliche Gewalt ist und wie man da reingeraten kann.

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Evan Rachel Woods (r.) im Film „Kajillionaire“ an der Seite von Gina Rodriguez. Imago/Focus Features

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Sie sagen in der Doku, dass Sie von Haus aus als Kinderdarstellerin eingetrichtert bekamen, zu allem Ja zu sagen, was man von Ihnen verlangt hat. Wie sehr hat das bei Ihrer Beziehung mit Marilyn Manson eine Rolle gespielt?

Was auch immer passiert ist, bevor ich Brian Warner (Mansons bürgerlicher Name, Anm. d. Red.) kennengelernt habe, ist irrelevant. Schlussendlich liegt die Schuld am Missbrauch allein bei Brian. Natürlich zeigen wir auch, dass es gewisse familiäre Muster bei mir gab. Aber um es noch einmal ganz klarzumachen: Ich liebe meine Eltern sehr. War es ihre Schuld, dass ich von Brian missbraucht wurde? Auf keinen Fall!

In der Doku wird klargemacht, dass Marilyn Manson lange von der Musikindustrie geschützt wurde …

… weshalb ich hoffe, dass diese Doku endgültig ein Wachmacher ist. So wie die Medien mit der Story von Marilyn Manson jahrelang umgegangen sind, war einfach nur beschämend. Deshalb war es höchste Zeit, dass wir als Überlebende des Missbrauchs endlich unsere Geschichte aus unserer eigenen Sicht ohne Filter erzählen.