Die Dating-Show „Are you the One?“ mit Sophia Thomalla geht in die nächste Runde. RTL/Markus Hertrich

Es gibt Dating-Shows, die sind besonders stilvoll, dann gibt es solche, die sind besonders trashig. Es gibt sie in besonders anrüchig und manchmal auch in ziemlich langweilig. Manchmal würde man sich wünschen, sie würden länger gehen und hier und da steigt man zwischendurch aus. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, doch eines scheint nahezu perfekt: „Are you the One?“ heißt die Show, die nahezu in allen Bereichen den optimalen Weg gefunden hat. Und so startet in wenigen Tagen bereits die vierte Staffel innerhalb von 20 Monaten – und Langeweile dürfte nicht zu erwarten sein.

„Are you the One?“ ist seit 2020 ein Erfolg in Deutschland

„Are you the One?“ Show wurde in Deutschland erstmals während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 ausgestrahlt. RTL-Studios produzierte die Staffel damals für den Hauseigenen Streaming-Dienst RTL+ (damals noch TVNow). Ursprünglich stammt das Konzept aus den USA, wo „Are you the One?“ bereits seit 2014 auf MTV ausgestrahlt wurde.

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Der Cast der zweiten Staffel von „Are you the One?“ RTL

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Das Konzept klingt erstmal ein bisschen zu verwirrend, um eine gute Show zu sein, doch es ist eigentlich recht einfach. 20 Singles – in Deutschland sind es stets zehn Frauen und zehn Männer – ziehen in eine Villa ein. Zuvor haben sie Fragebögen über Vorlieben, Lebensziele und Ansprüche an eine Beziehung ausgefüllt. Expertinnen und Experten ordnen die Frauen und Männer dann einander zu – zu sogenannten „Perfect Matches“.

„Are you the One?“: Das ist das Ziel der Dating-Show

Ziel des Spiels ist es, dass die Singles sich nach zehn Doppelfolgen (Drehdauer etwa 21 Tage) zu eben diesen zehn „Perfect Matches“ zusammengefunden haben. Ist das der Fall gewinnen alle zusammen 200.000 Euro, wenn nicht, gehen sie leer aus.

Um herauszufinden, ob sie in den Augen der Fragebogenauswerter und Auswerterinnen zusammenpassen, haben sie nicht viele Möglichkeiten. Zehnmal dürfen sie einen Mann und eine Frau in die sogenannte „Matchbox“ schicken. Dort wird überprüft, ob es sich bei den beiden um ein „Perfect Match“ handelt. Die „Matchbox“ gibt Gewissheit. Zudem gibt es zehn „Matchingnights“, dabei finden sich die Singles zu zehn Paaren zusammen – mit Lichtspots wird ihnen angezeigt wie viele Perfect Matches zusammensitzen. In der zehnten „Matchingnight“ müssen Sie dann richtig sitzen, sonst gibt es kein Geld.

„Are you the One?“: Das macht die Show so genial

Aber was macht dieses verwirrende Spiel nun so genial? Die Mischung! Denn „Are you the One?“ verbindet verschiedene Dating-Show-Klassiker miteinander. Viele junge Menschen leben zusammen in einer Villa mit Pool und müssen in albernen Challenges gegeneinander antreten wie bei „Love Island“, doch beim Herumflirten müssen sie eigentlich ihr „Perfect Match“ finden, das ihnen bei einem „Hochzeit auf den ersten Blick“-ähnlichen Verfahren auf den Leib geschneidert wurde. Dazu gibt es viele Partys wie bei „Ex on the Beach“, sowie einen „Boom Boom Room“, der die Singles zu Sex vor der Kamera verleiten soll.

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Erst im Sommer war die Promi-Variante von „Are you the One?“ zu sehen. Sophia Thomalla moderierte auch diese. RTL

Und dann ist da ja auch noch der Cast – und der war in allen bisherigen drei Ausgaben (zwei Normalo- und eine Promi-Staffel) wirklich gut. Besonders in den Normalo-Staffeln gelang es der Produktion, streitbaren und mitunter toxischen Charakteren wie Elisha oder Marcel genug starke Stimmen entgegenzustellen. So dass es zwar Zoff zu sehen gab, es aber nur vorübergehend unangenehm wurde. Im Gegenteil, die Grundstimmung war meistens gut – und das katapultierte viele Kandidatinnen und Kandidaten in weitere Formate.

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Zoff ist ohnehin nicht die einzige Emotion. Es gibt auch echte Liebe (vor einigen Monaten wurde das erste „Are you the One?“-Baby geboren), Freundschaften, Leidenschaft – und Verzweiflung. So wie gegen Ende der zweiten Staffel, als alle das Spiel verloren glaubten und Marko das Rätsel mit einem mentalen Kraftakt, Küchenrolle und Mascara doch noch löste. Wohl auch deshalb gibt es jetzt schon die vierte Staffel binnen 20 Monaten. Weil dieses Format einfach gut ist.

Domescu Möller schreibt jeden Donnerstag im KURIER über die Welt des Fernsehens.
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