Auch bei den Karl-May-Spielen trat Gojko Mitic später auf - hier in seiner Rolle als Apachenhäuptling Winnetou in dem Stück „Winnetou III“.  Foto: dpa

Als „Winnetou des Ostens“ wurde er bekannt, als „DEFA-Indianerhäuptling“. Schauspieler Gojko hatte zahlreiche Auftritte in den Indianer-Filmen der Ost-Traumfabrik. Doch das war, wie der 80-Jährige jetzt berichtete, eine ziemlich knappe Kiste! Mitic war am Freitag zu Gast in der MDR-Talkshow „Riverboat“ – und erzählte, wie er eigentlich an seine erste legendäre DEFA-Rolle kam. Nur so viel: Um ein Haar hätte er seine große Karriere-Chance verpasst!

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Der Schauspieler trat seit den 60er-Jahren immer wieder im Fernsehen auf, doch sein großer Durchbruch kam mit dem Streifen „Die Söhne der großen Bärin“, der im Jahr 1966 erschien. Hier spielte Mitic den Lakota-Häuptling Tokei-ihto – seine erste Hauptrolle! Dabei war es eher Zufall, dass er sie bekam, erzählte er auf dem „Riverboat“. „Ich habe schon vorher ein paar Indianerfilme mit Karl May in der Bundesrepublik gemacht, und die DEFA hat sich in den Kopf gesetzt, auch Indianerfilme zu machen“, sagt er. Weil die Filmrechte der Karl-May-Bücher bereits verkauft waren, habe man sich entschieden, eigene Stoffe zu produzieren.

DDR-Star Gojko Mitic: Fast wäre er nicht der „Winnetou des Ostens“ geworden

Und dann, eines Tages, habe bei Mitic das Telefon geklingelt. Er war auf dem Weg in den Skiurlaub, wollte gerade das Haus verlassen, nahm aber doch ab. „Es war die Sekretärin von Jugoslawia-Film, die sagte: Gott sei Dank, dass ich Sie erreiche“, erinnert er sich. „Sie müssen sofort zu uns kommen, bitte. Ich sagte: Ich muss sofort zum Ski fahren! Sie sagte: Bitte, bitte kommen Sie sofort zu uns, die DEFA ist hier und will Sie sprechen.“ Also fuhr er hin. Und sein Durchbruch folgte.

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Sein Vorteil: Er konnte reiten und sprach Deutsch – für die Produzenten ideal. Heute resümiert er: „Wäre ich nicht ans Telefon gegangen, wäre ich heute nicht hier. Ich habe auch viel bei diesem Film mithelfen können für die Umsetzung.“ Er verrät sogar ein entscheidendes Detail, das viele seiner Fans noch nicht kannten: „Ich habe alle Stunts selbst gemacht, weil ich immer sagte: Ein Double kann das nicht so gut wie ich.“