In Hollywood ist Roman Polanski seit vier Jahren eine Persona non grata. imago/ZUMA Press

In Hollywood kann er sich nicht mehr blicken lassen, weil es in Amerika einen gültigen Haftbefehl wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen gegen ihn gibt. Doch das hindert Roman Polanski nicht daran, weiter Filme zu drehen, auch wenn sie in den USA nicht gezeigt werden. Das nächste Projekt heißt „Der Palast“ und spielt in einem Schweizer Luxushotel an Silvester 1999. Dabei stellt sich heraus, dass die Leben mehrerer der anwesenden Gäste miteinander verknüpft sind. Das Drehbuch hat Polanski zusammen mit dem polnischen Filmemacher Jerzy Skolimowski geschrieben.

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Mia Farrow will einen Film mit dem umstrittenen Regisseur Roman Polanski drehen.  imago images/UPI Photo

Gedreht werden soll in Frankreich, produziert wird der Film von den italienischen RAI Cinema Studios. Laut des Hollywood-Kolumnisten Tom Grater will Polanski nicht nur seiner Frau Emmanuelle Seigner eine Hauptrolle geben. Auch Mia Farrow soll der 87-Jährige mit eingeplant haben. Die beiden hatten in den 1960er-Jahren „Rosemaries Baby“ zusammen gedreht und Farrow hatte den polnisch-französischen Regisseur stets gegen die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs verteidigt.

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In Hollywood ist Polanski seit vier Jahren eine Persona non grata. Seitdem im Dezember 2017 die Künstlerin Marianne Barnard im Zeichen der MeToo-Bewegung eine Online-Kampagne gestartet hatte, Polanski aus der Filmakademie auszuschließen. Sie outete sich als Vergewaltigungs-Opfer des Oscargewinners. Barnard behauptete, Polanski habe sie am Will-Rogers-Strand von Malibu vor 42 Jahren nackt in einem Pelzmantel fotografiert und sich danach an ihr sexuell vergangen. Ein Sprecher von Polanski stritt das ab: „Er weiß nicht einmal, wer die Frau ist.“

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Polanski war 1977 wegen Analsex mit einer 13-Jährigen zu Gefängnis verurteilt worden und danach in die Schweiz geflüchtet. Einer Auslieferung an die Vereinigten Staaten konnte er bislang erfolgreich verhindern. 2010 hatte die ehemalige Schauspielerin Charlotte Lewis Polanski vorgeworfen, sie mit 16 bei einem Casting 1983 vergewaltigt zu haben. Im Oktober 2017 hatte zudem die Münchner Schauspieler Renate Langer in der Schweiz Anzeige gegen Polanski erstattet. Sie gab zu Protokoll, 1972 mit 15 nach einem Casting in dessen Chalet in Gstaad von Polanski zum Sex gezwungen worden zu sein.