Jan Böhmermann (links) deckt im ZDF Magazin Royale dubiose Masken-Deals von Fynn Kliemann auf. dpa/Vennenbernd/Dittrich

Einmal mehr sorgt TV-Star Jan Böhmermann mit seinem „ZDF Magazin Royale“ für reichlich Wirbel: In seiner Sendung am Freitag decken der Entertainer und sein Team mit einer groß angelegten Recherche unter anderem dubiose Masken-Deals auf – und kratzen damit gewaltig am Saubermann-Image von Kliemann. Nun hat sich der Webdesigner, Unternehmer, Musiker, Autor und YouTuber in einem Video auf Instagram zu den Vorwürfen geäußert.

Böhmermann wirft Kliemann unter anderem Betrug vor. Es geht um Masken, die Fynn Kliemann zusammen mit der Firma Global Tactics, an der er Anteile hält, im Jahr 2020 produzieren und vertreiben ließ. Zu den Vorwürfen gehört unter anderem, dass die Masken nicht, wie angegeben, in Portugal produziert wurden, sondern von Arbeiterinnen und Arbeitern in Bangladesch und Vietnam.

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Böhmermann wirft Fynn Kliemann Betrug mit Schutzmasken vor

Doch das wurde verschleiert, so der Vorwurf. Böhmermann zitierte dazu einen Chat von Kliemanns Geschäftspartner Tom Illbruck, der in mehreren Nachrichten darauf drang, dass die Kartons aus Asien nicht mit dem Herkunftsort beschriftet werden sollten. In einer Mail, in der es darum ging, war Kliemann auch im CC laut Böhmermann wusste er also davon.

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Mit diesen angeblich in Europa hergestellten Masken soll ein Riesengewinn erzielt worden sein, so Böhmermann. Doch damit nicht genug: Die ersten 100.000 Masken aus der Bangladesch-Lieferung sollen minderwertig gewesen sein, wie Böhmermann mit Chatprotokollen belegt. Sie wurden deshalb an Flüchtlingscamps in Griechenland und Bosnien verschickt, berichtet das Magazin.

Fynn Kliemann ist im Internet vielschichtig unterwegs. Imago/Horst Galuschka

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Nun meldet sich Kliemann in einem Video auf Instagram zu Wort. „Ich möchte mich in aller Form bei allen Personen, Organisationen und Institutionen entschuldigen, die auf den ersten Blick enttäuscht und geschockt sind“, sagt er. „Ich bitte um Verzeihung und um einen differenzierten Blick auf alle Perspektiven.“ Dafür seien Transparenz und Aufklärung da – und er sei dafür bereit.

Er nehme die Vorwürfe sehr ernst. „Für einige muss ich mich entschuldigen, andere muss ich dringend richtig stellen“, sagt er. Er gibt an, das Unternehmen Global Tactics habe auch in Bangladesch Masken herstellen lassen, er selbst habe diese aber nie verkauft oder beworben. Er habe ausschließlich über eine Website Masken angeboten, diese seien aus Portugal und Serbien gekommen. „Diese Informationen lagen dem ZDF Magazin Royale in Gänze vor.“

Die Masken aus Bangladesch seien ein reines Großhandelskontingent gewesen – „für Handelspartner und Großabnehmer von Global Tactics“, sagt er, „und wurden auch nur an diese verkauft.“ Alle Abnehmer seien über das Herkunftsland informiert worden. Zudem sei er zu diesem Zeitpunkt noch nicht Mitgesellschafter von Global Tactics gewesen.

Zur Verschleierung des Herkunftslandes sagt Kliemann, dass das nicht das sei, wofür er stehe. Der Satz in der entsprechenden Mail hätte ihm auffallen müssen, gesteht er. „Zu jeder Zeit hat die ganze Welt nach Masken geschrien, 500 Mails am Tag zu zig verschiedenen Vorgängen und Verläufen gehörten wirklich zu meiner Normalität. Ich muss mir klar eingestehen, dass ich den Prozess nicht mehr überblicken konnte.“ Durch diese Versäumnisse habe er viele enttäuscht.

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Außerdem gibt er an, nur verschiedene Parteien miteinander verknüpft zu haben – er habe an den Masken aus Bangladesch selbst nichts verdient. Für von Böhmermann angeprangerte Whatsapp-Nachrichten – Kliemann schrieb unter anderem den Spruch „Krise kann auch geil sein“ an einen Zwischenhändler – entschuldigt er sich. Jener Spruch habe sich darauf bezogen, dass man in einer Krise auch „etwas bewegen“ könne.

Fynn Kliemann entschuldigt sich in seinem Video auf Instagram

Der für ihn schlimmste Punkt sei die Anschuldigung, er habe defekte Masken an ein Flüchtlingscamp geliefert. „Diese Masken waren laut Produzenten nicht defekt oder hatten eine schlechte Schutzwirkung. Mir wurde einfach nur gesagt, sie wären etwas größer als die Vorgabe und wurden deshalb im Einvernehmen der Parteien gespendet.“ Er schäme sich dafür, dass er sich mit der Spende brüstete – und dass Masken einer solchen Qualität gespendet wurden. „Selbstverständlich verdient jeder Mensch den gleichen Schutz.“

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Er habe in der Hektik seinen „Wertekompass aus den Augen verloren“. Ganz besonders wolle er sich bei allen entschuldigen, „die mir schon lange folgen und absolutes Vertrauen in meine Arbeit haben“, sagt er. „Außerdem will ich mich bei Partnern, Familie und Freunden, die hier nun mit reingezogen werden, entschuldigen.“ In Zukunft werde er viel akribischer alles prüfen – „und nur noch das machen, was ich wirklich zu einhundert Prozent selbst in der Hand habe.“