Ex-Bachelor Andrej Mangold ist beim „Kampf der Reality Stars“ dabei. RTL2

Gut anderthalb Folgen lang war Andrej Mangold nun bei „Kampf der Reality Stars“ zu beobachten. Und es ist kaum zu übersehen, dass der einst so beliebte Bachelor, der im „Sommerhaus der Stars“ nahezu sämtliche Sympathien verspielte, mit einer ganz klaren Agenda in die RTL2-Sala am thailändischen Traumstrand eingezogen ist: Er will seinen Ruf wiederherstellen und ist sich dabei auch für diverse Widersprüche nicht zu schade.

Andrej Mangold will bei „Kampf der Reality Stars“ seinen Ruf retten 

Andrej Mangold ist clever. Das steht völlig außer Frage. Er weiß, wie man Menschen umgarnt, sie vereinnahmt, sie auf seine Seite zieht. Das hatte er im vergangenen Jahr im „Sommerhaus der Stars“ bewiesen, als er eine kleine Mobbing-Gang um sich scharrte, um der zweitplatzierten seiner Bachelor-Staffel Evanthia Benetatou und ihrem damaligen Freund Chris das Leben schwer zu machen - und nun bewies er es erneut, als er beim „Kampf der Reality Stars“ einzog, um diesen Stempel eben wieder loszuwerden.

Andrej Mangold zögerte nach seiner Ankunft in der Sala nicht lange. Er identifizierte die Zweifler anhand ihrer argwöhnischen Blicke und „suchte das Gespräch“, wie er es nannte. Doch dem Zuschauer wurde schnell deutlich, warum Andrej Mangold all diese Gespräche suchte: Er nutzte die Sendezeit, um möglichst oft seine Sicht auf die Geschichte im Sommerhaus zu präsentieren. Denn er wusste: RTL2 hatte ihn zum „Kampf der Reality Stars“ geholt, weil er diese Vorgeschichte hatte, also würden sie auch zeigen, wenn er darüber spricht.

Andrej Mangold sucht bei „Kampf der Reality Stars“ das Gespräch um sein Narrativ zu verbreiten 

Der ehemalige Bachelor nutzte diese Gelegenheit vielfach: im Gespräch mit Gina-Lisa, aber auch in der O-Ton-Box oder in größerer Runde mit Tim Kühnel und Jenefer Riili. Andrej Mangold wiederholte dabei sein bekanntes Narrativ: Er sei selbst schockiert gewesen, wie er da im Fernsehen rüberkomme. „Ekelhaft“ sei das gewesen und es habe „keinen Spaß gemacht, das anzugucken“. Doch er machte dabei auch immer wieder einen Unterschied zwischen dem, was geschehen sei und dem was am Ende gezeigt wurde. 

Und ob geschnitten oder nicht, sagte Andrej aber dann einen Satz, den er sich selbst ein bisschen mehr zu Herzen nehmen sollte: „Oftmals ist es so, dass Leute manchmal sagen, wenn sie eine negative Erfahrung im TV gemacht haben: Das ist falsch geschnitten. Aber das ist Blödsinn: Du kannst ja bloß zeigen, was jemand getan hat und was gesagt wurde.“

Und da ist richtig etwas dran. Denn in der Vergangenheit redeten sich auch Mobbing-Partner von Andrej Mangold wie das Youtuber-Pärchen Lisha und Lou immer wieder damit raus, dass ja gar nicht gezeigt wurde, was vorher passierte. Doch sie nannten nie Beispiele dafür, war Eva getan haben könnte, dass die fiesen Attacken auch nur ansatzweise verständlich machen könnte.

Andrej Mangold und die Entschuldigung bei Chris Broy beim „Kampf der Reality Stars“

Wie sehr Andrej die Wahrheit beugen, ausdehnen und verzerren musste, um an seiner Variante der Sommerhaus-Geschehnisse festzuhalten, zeigte sich in Folge drei vom „Kampf der Reality Stars“, als Evas zu Dreharbeiten Noch-Freund Chris Broy in die Sala kam. Andrej suchte auch hier direkt das Gespräch, um sich zu entschuldigen.

Dabei fielen gleich zwei Sachen auf: Wenn alles nicht so schlimm gewesen war, wieso entschuldigte sich Andrej überhaupt? Und zum zweiten fiel auf, dass Chris Andrej unkonkret blieb und von Chris auch immer wieder dazu gebracht werden musste, konkret sein Verhalten zu reflektieren. Auch als Andrej betonte, dass er im Nachgang des Sommerhauses auch gelitten habe, wies Chris ihn auf seine eigene Verantwortung hin. Denn die gekündigten Werbeverträge waren eine Reaktion auf das Mobbing im Sommerhaus.

Chris Broy (während der Dreharbeiten noch der Freund von Evanthia Benetatou) war auch beim „Kampf der Reality Stars“ dabei RTL2

Chris einmal ausgenommen gelang es Andrej beim „Kampf der Reality Stars“ jedoch augenscheinlich recht schnell, den anderen Kandidaten zu beweisen, dass er kein schlimmer Kerl sei. Er war hilfsbereit, freundlich, hatte für jeden ein nettes Wort übrig und machte Gina-Lisa Lohfink sogar innerhalb eines Tages von einer großen Skeptikerin zu einem verliebten Teenager. 

„Kampf der Reality Stars“: Andrej Mangold in Angst vor unklaren Situationen

Als sie trotz sehr unangenehmer Anbagger-Versuche ihrerseits mehrfach von Andrej zurückgewiesen wurde und einen mentalen Meltdown erlitt, zeigte sich aber erneut, dass Andrej vor allem mit der Mission des Image-Aufpolierens zu „Kampf der Reality Stars“ gekommen war. Dem ehemaligen Basketball-Nationalspieler kamen die Tränen, da er Angst hatte, er könne in dieser Situation zum unsympathischen Täter gemacht werden.

Doch das geschah nicht. Und der Grund dafür ist recht einfach: Wo eine Geschichte ist, braucht auch eine TV-Show keine Geschichte erfinden. So war es bei Gina-Lisas Meltdown und so war es auch bei den Mobbing-Attacken im „Sommerhaus der Stars“. Viele der damaligen Mobber berufen sich noch heute darauf, dass nicht alles gezeigt wurde, können aber weiterhin nicht benennen, was denn vorgefallen sein soll. Offenbar gab es keine Geschichte.

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Andrej Mangold befindet sich beim „Kampf der Reality Stars“ mitten in seiner zweiten Chance und er scheint sie zu nutzen. Wenn er durch die schlechte Presse und die verlorenen Werbepartner offenbar sein Verhalten im Sommerhaus reflektiert und für die Zukunft Besserung gelobt hat, dann hat dieses negative Feedback ja seinen Zweck erfüllt. Und das mit dem Schuldeingeständnis bekommt Andrej Mangold sicher auch noch hin. Wie gesagt: Er ist ja clever.