Mit zwei Komplizen versuchte dieser Kandidat, bei Wer wird Millionär zu betrügen. YouTube/Simplicissimus

Na klar, bei der Quiz-Show „Wer wird Millionär“ geht es vor allem um Spaß und Unterhaltung. Aber es ist eben auch sehr viel Geld im Spiel. Und das lockt auch Menschen an, die auf schnellen Reichtum aus sind - egal mit welcher Methode.  

Nicht jeder hat das nötige Wissen (und Glück), um die Million abzuräumen. So ist es fast zwangsläufig , dass es in der Geschichte der Show auch Kandidaten gab, die mit unlauteren Mitteln versuchten, an den Hauptgewinn zu kommen. Ein besonders dreister Fall spielte sich in der britischen Version der Show ab. 

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Die Rede ist von Charles Ingram. Er war Kandidat in England, wo das Quiz erfunden wurde. „Who Wants to Be a Millionaire“ heißt die Sendung dort. Und Ingram will Millionär werden. Unbedingt sogar.  

Wer wird Millionär: Der „unglaublichste Kandidat“ aller Zeiten

Moderator Chris Tarrant nennt den damals 38-Jährigen nach der Aufzeichnung der Sendung im September 2001 den „unglaublichsten Kandidaten“ aller Zeiten. Denn: Ingram ist sich bei den meisten Fragen komplett unsicher, zockt aber scheinbar jedes Mal – und hat IMMER Glück.

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Schließlich trennt ihn nur noch eine einzige Frage von einer Million Pfund (rund 1,2 Millionen Euro). Er hat keinen Joker mehr. Die Frage: Wie wird eine Eins mit hundert Nullen genannt? Wieder hat Ingram offenkundig keine Ahnung. Er spekuliert, wechselt von einer Antwort zur nächsten, redet und redet... 

Schließlich wählt er eine Antwort, die er zunächst kategorisch ausgeschlossen hatte: „Googol“. Dann löst der Moderator auf: „Sie haben eine Million gewonnen!“ Jubel, Konfetti! Doch das Geld sollte Ingram nie bekommen... 

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Wer wird Millionär: So lief der Betrug 

Denn schon während der Aufzeichnung hatten mehrere Mitarbeiter der Show Verdacht geschöpft. Und sie sollten Recht behalten. Charles Ingram hatte betrogen. Und das mit einem ganz simplen Trick: Er hatte zwei Komplizen im Studio. Seine Ehefrau Diana und ein anderer Kandidat namens Tecwen Whittock täuschten immer dann ein Husten vor, wenn Ingram die richtige Antwort einer Frage laut aussprach. Das belegt die Rekonstruktion im Video oben eindrucksvoll. 

So erklärt sich im Nachhinein auch, dass Ingram immer wieder so ausführlich über die Antworten sprach – und seine Favoriten dabei laufend wechselte. 

„Wer wird Millionär?“: Betrüger zu Bewährungsstrafen verurteilt

Bereits einen Tag nach der Sendung wurde Ingram über den Verdacht von „Unregelmäßigkeiten“cinformiert. Schließlich landete der TV-Skandal vor Gericht. Die Verhandlung dauerte fünf Wochen. Das Ehepaar Ingram und ihr vermutlicher Komplize Tecwen Whittock bestritten die Vorwürfe (und tun das bis heute).

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In der deutschen Version von „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch gab es bisher keinen ähnlichen Betrugsversuch – jedenfalls ist nichts davon bekannt.  dpa/Jörg Carstensen

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Trotzdem wurden alle drei verurteilt: 1,5 Jahre auf Bewährung für die Ingrams. Whittock bekam 12 Monate Bewährungsstrafe. Zusätzlich musste jeder der Angeklagten rund 15.000 Euro Bußgeld (Whittock: 10.000 Euro) und je 10.000 Euro für die Prozesskosten bezahlen. Von der Million sind die Betrüger seitdem also noch ein größeres Stück entfernt als vorher.