Emily Cox Foto: Luis Zeno Kuhn

In der Kumpel-Serie „jerks“ tritt sie als Sidekick von Christian Ulmen auf. Allein schon, wenn sie nichts macht, ist Emily Cox (35) komischer als die meisten Comedians hierzulande. Die Berliner Schauspielerin mit irisch-britischen Wurzeln ist wirklich eine fabelhafte Komödiantin. Aber sie kann auch Drama. Am 26. April beginnt die vierte Staffel von „The Last Kingdom“, einer sehenswerten Wikingerserie von BBC und Netflix. Emily Cox ist seit dem Start 2015 dabei. Sie spielt Brida, die als Kind vom dänischen Jarl Ragnar zur Sklavin gemacht wurde.

Berliner KURIER: Was für ein Timing: Wegen Corona können die Leute von Netflix nicht genug bekommen, und just da startet die vierte „Kingdom“-Staffel! Alle Achtung.

Emily Cox: Stimmt, dieses Jahr hat Netflix bei der PR zu „The Last Kingdom“ keine Kosten gescheut und die Corona-Krise inszeniert. Scherz beiseite – ja, wir haben tatsächlich Glück, dass man uns von zu Hause aus streamen kann und wahrscheinlich noch mehr Leute als sonst die 4. Staffel schauen werden. Viele geplante Kinopremieren mussten ja abgesagt oder verschoben werden, was richtig, aber auch wahnsinnig schade ist.

Worum geht es diesmal?

Viel kann ich leider nicht verraten, Netflix ist da sehr streng (lacht). Aber so viel darf  ich sagen: Es wird die beste Staffel bisher.

Emily Cox als Brida in „The Last Kingdom“. Foto: Carnival Films

In Krisenzeiten lieben Zuschauer Serien wie die Ihre oder „Game of Thrones“. Wie funktioniert das bei Ihnen?

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich gerade erst mit „Game of Thrones“ begonnen habe - und ja, ich liebe es!

Also haben Sie Lust auf eine weitere „Kingdom“-Staffel?

Auf jeden Fall hätte ich Lust auf eine weitere Staffel von „The Last Kingdom“ - es macht großen Spaß, das zu drehen! Ich liebe die große Wandlung, die meine Figur Brida im Laufe der Jahre durchgemacht hat, sich so lange mit einer Figur beschäftigen zu dürfen, ist toll, da man dann richtig tief eintauchen kann. Außerdem sind da im Laufe der Jahre natürlich Freundschaften zwischen uns Schauspielern und den anderen Teammitgliedern entstanden - allein schon deshalb werde ich sehr traurig sein, wenn es irgendwann vorbei ist und wir uns nicht mehr einmal im Jahr alle in Budapest treffen, um zu drehen.

Sie sind eine große Komödiantin geworden, wie man in „jerks“ sehen kann. Was liegt Ihnen denn mehr: Drama oder Komödie?

Ich liebe beides. Und ich liebe sehr die Komik im Tragischen. Das Leben ist so wahnsinnig absurd, wenn man ehrlich ist. Und es ist wahnsinnig traurig. Oder eben komisch - je nachdem, von welchem Blickwinkel aus man es betrachtet.

Drehen die Briten anders als Deutsche?

Im Kern ist es sehr ähnlich: Menschen kommen zusammen, um eine Geschichte zu erzählen, und das fühlt sich überall irgendwie gleich an. Das hat mich erst mal überrascht, als ich mit „Last Kingdom“ angefangen habe. Was anders ist, ist die Anzahl der Menschen, die involviert sind. Während es bei vielen deutschen Produktionen 50, 60 Menschen sind, laufen am Set von „Last Kingdom“ plötzlich 500 rum. Das erfordert natürlich einen großen logistischen Aufwand. Allein schon, wie man 500 Menschen mitten im Wald mit Essen versorgen kann, ist eine Herausforderung. Die Deutschen sind - auch bei Filmdrehs - echt unglaublich gut organisiert. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich in Deutschland drehe.

Die Schauspielerin hat irisch-britische Wurzeln und lebt in Berlin. Foto: Stefan Klüter

Interessant finde ich, dass Sie sich synchronisieren ließen. An Ihrer Stimme kann es  kaum liegen …

Ich synchronisiere mich seit der zweiten Staffel selbst - in der ersten Staffel war das eigentlich auch so geplant, aber da ist ein kleiner Fehler passiert und die haben das mit einer anderen Sprecherin aufgenommen, da anscheinend nicht überall weitergeleitet wurde, dass Deutsch meine erste Muttersprache ist.

Wie übersteht man die Corona-Krise jetzt am besten? Den ultimativen Tipp, bitte.

Ich denke, Lachen hilft. Wenn man sich in Grund und Boden fremdschämen will: Auf Joyn gibt es drei Staffeln „jerks“ zu schauen!

Emily Cox ...

wurde 1985 in Wien geboren. Sie ist die Tochter eines Briten und einer Irin, beide Eltern arbeiteten als Pianisten in Österreich. Emily Cox wurde zweisprachig erzogen, sie studierte Schauspiel am renommierten Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Zuletzt sah man sie in „Wuff – Folge dem Hund“, einer romantischen Filmkomödie von Detlev Buck (2018) und - seit 2017 - wiederkehrend in der Web- und Fernsehserie „jerks“ von und mit Christian Ulmen. Die Wikinger-Serie „The Last Kingdom“ basiert auf den Saxon Stories von Bernard Cornwell.