Die vier Bundys alias Christina Applegate (Kelly), Katey Sagal (Peggy), Ed O’Neill (Al) und David Faustino (Bud, v. l.) zusammen mit ihren Nachbarn Marcy Rhoades (Amanda Bearse) und Steve (David Garrison).
Die vier Bundys alias Christina Applegate (Kelly), Katey Sagal (Peggy), Ed O’Neill (Al) und David Faustino (Bud, v. l.) zusammen mit ihren Nachbarn Marcy Rhoades (Amanda Bearse) und Steve (David Garrison). imago/United Archives

„Eine schrecklich nette Familie!“ war eine der erfolgreichsten Sitcoms der 90er Jahre und hat bis heute Kultstatus. Nur dass eine Hauptdarstellerin überzeugt ist, dass man im Zeitalter von „MeToo“ einen Al Bundy sofort canceln würde.

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Als die Bundys (im Original „Married... with Children“) am 5. April 1987 auf dem damals neuen US-Network Fox zum ersten Mal auf Sendung gingen, waren die Reaktionen sehr gemischt. Die Urteile reichten von „geschmacklos“ bis zu „super-witzig“. Ursprünglich planten die Macher ganze 13 Folgen. Doch aus der „Schrecklich netten Familie“ wurde eine der erfolgreichsten Sitcoms überhaupt, die in alle westlichen Länder der Welt verkauft wurde.

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Al Bundy war frauenfeindlich

Amanda Bearse alias „Marcy“ verriet der New York Post, dass sie bereits bei den Drehs nicht sehr happy über einige Episoden war: „Sie waren sehr frauenfeindlich und ich war schon damals kein Fan davon. Sie würden ein Opfer der heutigen Cancel Culture werden – und das nicht zu Unrecht!“

Amanda Bearse bei einem Auftritt im September 2022.
Amanda Bearse bei einem Auftritt im September 2022. IMAGO / ZUMA Wire

Auch Katey Sagal, besser bekannt unter dem Namen Peggy Bundy, schlug vor einiger Zeit in dieselbe Kerbe: „Es war eine sehr frauenfeindliche Show“, sagte Sagal dem US-Magazin Build. „Frauen wurden total ausgebeutet.“ Das sei nun mal ein Teil der Rolle von Al Bundy gewesen. „Er liebte heiße Mädchen und zeigte es ihnen andauernd.“

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Wirklich wohl fühlte Sagal sich demnach offenbar nicht dabei, den sexistischen Klamauk mit ihrer eigenen Rolle zu ermöglichen. Sie habe ihre persönliche Meinung hintenan gestellt: „Damals habe ich wirklich verstanden, dass mein Job als Schauspielerin darin besteht, das Material zu interpretieren.“ Demnach glaubte Sagal anfangs ohnehin nicht an den Erfolg der Serie: „Ich dachte, das wird sich eh keiner anschauen.“

„Eine schrecklich netten Familie“ wurde eine der erfolgreichsten Sitcoms

Warum ging es bei „Eine schrecklich nette Familie“? Die Mitglieder gehören dem untersten Ende der Mittelklasse an und wohnen in einem Vorort von Chicago: Vater Al Bundy (Ed O'Neill) ist Schuhverkäufer, Mutter Peggy (Katey Sagal) eine „leidenschaftliche“ Hausfrau, Tochter Kelly (Christina Applegate) weiß nicht einmal, was das Wort „denken“ zu bedeuten hat, und Sohn Bud (David Faustino) kämpft unermüdlich mit seinem Testosteron-Spiegel. Ein Punkt schweißt die Familienbande auf Gedeih und Verderb zusammen: der ewige Geldmangel. In direkter Nachbarschaft leben Marcy (Amanda Bearse) und Steven (David Garrison). Sie hat unter dem negativen Einfluss der Bundys bereits all ihre Illusionen verloren, seine größten Sorgen sind sein perfektes Aussehen und der Kontostand seiner Frau.

Allerdings ist Bearse (64) bis heute unheimlich dankbar dafür, dass sie Teil der Serie um den erfolglosen Damenschuhverkäufer und seine faule Ehefrau Peggy war: „Durch sie habe ich meine zweite Karriere bekommen – als Regisseurin“.