Trash-TV-Star Aurelio Savina. Foto: imago images/Jan Huebner

Nach einigem Herumgeeiere hat RTL bei Michael Wendler die Reißleine gezogen. Nachdem der Sendern nach verschiedentlich geäußerten Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus noch bereit war, den ehemaligen Schlagersänger in den bereits aufgezeichneten Folgen von „Deutschland sucht den Superstar“ zu lassen, schnitten sie ihn endlich raus, nachdem der mit einem unerhörten KZ-Vergleich den Holocaust verharmloste.

Doch wirklich schwurbelfrei geht es auch jetzt nicht bei dem Kölner Sender zu. Am Montagmorgen verkündete RTL, welche ehemaligen Dschungel-Stars denn ab Freitag mit den Moderatoren Sonja Zietlow und Daniel Hartwich im Rahmen der Dschungelshow auf 14 Staffeln Dschungelcamp zurückschauen. Mit dabei: Aurelio Savina. Und ein Blick auf sein Instagram-Profil verheißt nichts gutes.

Aurelio Savina kann auf eine klassische Trash-TV-Geschichte zurückblicken. Nach Siegen bei diversen Schönheitswettbewerben in seinen frühen 20ern arbeitete er mehrere Jahre als Model und Entertainer. Einem größeren Publikum in Deutschland wurde er 2014 bekannt, als er um die „Bachelorette“ Anna Hofbauer buhlte und dabei durch zahlreiche Macho-Sprüche auffiel - und dadurch, dass er oft von sich in der dritten Person sprach und sich „der Mann“ nannte. In diesem Zuge wurde auch seine Karriere als Softporno-Darsteller ausgegraben.

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2015 wurde er schließlich ins Dschungelcamp eingeladen und belegte in einer der langweiligsten Staffeln der Geschichte den fünften Platz. Weitere Engagements beim „Sommerhaus der Stars“, bei „Bachelor in Paradise“ und der neuen Show „Like me – I'm Famous“ folgten.

Und nun soll der 43-Jährige (am Sonntag hatte er Geburtstag), also live im Fernsehen über seine 2015er Dschungelcamp-Staffel sprechen. Eigentlich folgerichtig, wäre da nicht das Corona-Jahr 2020. Zu den ohnehin fragwürdigen Macho-Sprüchen gesellten sich immer wieder auch Inhalte, die den Ernst der Corona-Pandemie infrage stellen - ja gar mit Hilfe von Fake-Dokumenten suggerieren, dass die Pandemie mitunter sogar geplant sei.

Immer wieder vergleicht er zudem das Coronavirus mit einer Grippe. Ein Vergleich, der bereits mehrfach als in jeder Hinsicht unzutreffend eingeordnet wurde. Bei all seinen Formulierungen bleibt Savina aber deutlich vorsichtiger als Michael Wendler. Betont, dass er all die Desinformation ja nur zur Diskussion stelle und zum Nachdenken anregen wolle. 

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Was Aurelio Savina mit dem Wendler eint, ist zudem die tiefe Abneigung gegen den gewählten US-Präsidenten Joe Biden. So verbreitete der Trash-TV-Teilnehmer im Herbst Verschwörungstheorien, nach denen Biden nur gewonnen habe, weil die Stimmen von Toten gezählt wurden. Zudem bezeichnet er den 78-Jährigen immer als Pädophilen.

Auf KURIER-Anfrage hat sich RTL noch nicht zu seinem Talk-Gast geäußert. Es wird spannend zu sehen sein, wie der 43-Jährige seine Live-Sendezeit nutzen wird.