Jan Köppen moderiert ab dem 13. Januar das Dschungelcamp an der Seite von Sonja Zietlow.
Jan Köppen moderiert ab dem 13. Januar das Dschungelcamp an der Seite von Sonja Zietlow. RTL/Ruprecht Stempell

Jan Köppen ist durchaus bewusst, auf welche Spuren er sich begibt, wenn er nun in den australischen Dschungel vordringt. Er hat sich kürzlich ein paar Ausschnitte von Dirk Bach (1961–2012) angeschaut, den er in seiner Analyse als „leuchtende Knutschkugel“ beschreibt, die damals „alle mit einem Strahlen mitgenommen“ habe. Und Daniel Hartwich wiederum, tja, der habe „immer den Schalk im Nacken“ gehabt, sagt Köppen.

Was wohl eines Tages über seine Rolle bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ zu sagen sein wird? Schwierig zu prognostizieren. Sicher ist sich Köppen allerdings, dass er mit seinen Vorgängern verglichen werden wird. „Da kann ich gar nichts gegen tun“, sagt er. Er klingt dabei noch ziemlich entspannt.

Neu im Dschungelcamp: Jan Köppen hat jede Menge TV-Erfahrung

Jan Köppen, 39 Jahre alt und bereits erprobt als launiger Kommentator von Fernseh-Wahnsinn („Ninja Warrior“, „Take me Out“), ist vom 13. Januar an der neue Co-Moderator des RTL-Dschungelcamps. Dann beginnt die neue Staffel des Reality-Formats, in dem Promis wie Schauspieler Martin Semmelrogge, Claudia Effenberg oder Cosimo Citiolo in ein Feldlager im australischen Dschungel verfrachtet und bei Keifereien, Intrigen und Gesprächen am Lagerfeuer beobachtet werden.

Die zwölf Kandidatinnen und Kandidaten für das Dschungelcamp 2023.
Die zwölf Kandidatinnen und Kandidaten für das Dschungelcamp 2023. RTL

Köppen tritt die Nachfolge von Daniel Hartwich an, der sich im Februar 2022 von der Sendung verabschiedet hatte. Hartwich wiederum hatte 2013 Komiker Dirk Bach beerbt, nachdem dieser überraschend gestorben war. In fast 20 Jahren Format-Geschichte ist Köppen erst der dritte männliche Co-Moderator. 

Wer von Anfang an dabei ist und auch bleibt, ist Sonja Zietlow, die weiterhin durch die Show führen wird. In der Vorbereitung hat Köppen sie auch konsultiert. Sie waren gemeinsam essen, klassisches Kennenlernen. Zietlow habe viele Tipps parat gehabt, berichtet Köppen. „Da ging es um ganz banale Sachen wie die Temperatur in Australien und den Schlafrhythmus. Sie forderte mich zum Beispiel auf, einen Tageslicht-Wecker zu kaufen“, sagt er. „Weil man damit nachts besser wach wird als von einem Wecker im Handy.“

Dschungelcamp: Auf Jan Köppen kommen Nachtschichten zu

Tatsächlich sind die Produktionsbedingungen des RTL-Dschungels mit wenigen anderen Shows vergleichbar. Das liegt unter anderem an der großen Zeitverschiebung. „Es gibt da ganz klar Schichtdienst-Abläufe“, sagt Köppen. „Wir als Moderatoren stehen – so wurde mir erzählt – um 1 Uhr nachts auf. Dann sind wir um 2 oder 3 Uhr am Set und bereiten uns vor.“ Hinzu kommt: Die Show ist live. Und die Moderation sehr speziell – mitunter ähnelt sie einem Theaterstück. Jeder boshafte Satz ist perfekt austariert.

„Von der Art der Moderationsarbeit her ist es schon anders als alles, was ich vorher gemacht habe“, sagt er. Was er gleichwohl verstanden hat: Der Dschungelmoderator an sich darf sich nicht zu wichtig nehmen. Es geht um das Treiben unten im Camp. „Wir liefern nur die Verpackung und sind der Kleber“, sagt Köppen. Als er für den Job angefragt worden sei, habe er relativ schnell auch zugesagt. „Aber natürlich habe ich auch kurz gezuckt – aufgrund der Größe der Aufgabe und der Verantwortung.“

Dschungelcamp: Vom Ekel-TV ins Feuilleton

Denn das Format hat immer noch Strahlkraft und in all den Jahren den ein oder anderen Moment geschaffen, der in Erinnerung geblieben ist, im Guten wie im Schlechten. „Ich war 20 Jahre alt, als die erste Staffel lief und ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es am Anfang – ich sag es mal so – umstritten war“, sagt Köppen. Damals war der Dschungel als „Ekel-TV“ verschrien. Bevor es irgendwann auch das Feuilleton für sich entdeckte.

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Die Frage ist, in welche Zukunft die Show nun steuert. Dass sie noch mal neue Extreme austestet, ist irgendwie schwer vorstellbar. Er glaube auch nicht, dass Reality-Formate mitmachen müssten beim Wettbewerb um die neusten Krassheiten, sagt Köppen. In den sozialen Medien sehe man schon jedes Extrem. Es habe fast alles schon gegeben. „Wobei ich auch sagen muss: Man hat sich im Dschungelcamp ja mittlerweile schon daran gewöhnt, dass Hoden gegessen werden“, sagt er. „Und trotzdem finden es immer noch alle, die es tun müssen und die zuschauen, eklig. Dieser Reiz ist ja immer noch da.“