Im KURIER-Interview

Doreen Steinert: „Nach Promi BB meldete sich keiner mehr von der Familie“

Doreen Steiner macht im Interview mit dem Berliner KURIER deutlich, wie wichtig sie es findet, auch mal über schlechte Zeiten im Leben zu sprechen.

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Doreen Steinert startet jetzt als Schauspielerin durch.
Doreen Steinert startet jetzt als Schauspielerin durch.Golejewski/Eventpress/imago

Im vergangenen Jahr kämpfte Doreen Steinert mit anderen Prominenten wie Micaela Schäfer, Menderes Bağcı und Katy Karrenbauer um den Sieg bei „Promi Big Brother“. Gewonnen hat die ehemalige Sängerin der Popstars-Band Nu Pagadi zwar nicht, ihrer Karriere tut der achte Platz der Reality-TV-Show aber keinen Abbruch. Doreen veröffentlicht nämlich schon bald neue Musik als Solo-Künstlerin – doch nicht nur das: Die 36-Jährige will nun auch als Schauspielerin durchstarten und hat bereits ihr erstes Engagement. Im Interview mit dem Berliner KURIER bei der Angermaier-Trachtennacht verrät Doreen mehr Details. Außerdem spricht die Berlinerin über ihre frühere Essstörung und das schwierige Verhältnis zu ihrer Familie.

Doreen Steinert würde gerne mit Leonardo DiCaprio über den Red Carpet gehen

Berliner KURIER: Doreen, dein Geschmack ist auch beim Dirndl Bling-Bling, könnte man sagen, oder?

Doreen Steinert: Mein Geschmack ist auf jeden Fall: Irgendwie auffallen! (lacht) Girly und sexy darf es immer sein, deswegen habe ich heute ein kürzeres Dirndl ausgewählt. Ganz wichtig sind auch die Accessoires. Haare, Make-up, Schuhe – das muss alles stimmen. Ich finde, Dirndl schmeicheln der Figur der Frau, weil man gleichzeitig was zeigen, aber auch mal was kaschieren kann.

Kurier-Redakteurin Julia im Gespräch mit Doreen Steinert
Kurier-Redakteurin Julia im Gespräch mit Doreen SteinertAngermaier Trachtennacht/Beauty2Go-Lounge

Du hast die Schleife heute links gebunden, also bist du Single?

Ich rede ja nicht über meinen Beziehungsstatus. Letztens habe ich dann gepostet, welches Dirndl ich anziehen will. Da hatte ich die Schleife rechts – und wurde sofort darauf angesprochen, ob ich denn jetzt vergeben sei. Deswegen habe ich mir gedacht, mache ich die Schleife heute links, dann könnt ihr alle mal raten. (lacht) Also im Zweifel bin ich immer Single. Ich habe den Fehler nämlich schon mal gemacht und über meine Beziehung gesprochen. Aber ich habe festgestellt, wenn man nicht darüber redet, dass man mit jemandem zusammen ist, muss man hinterher auch nicht erzählen, wenn man es nicht mehr ist. Damit bin ich zuletzt ganz gut gefahren. Das heißt, wenn ich jemanden hätte, würde ich damit nicht mehr an die Öffentlichkeit gehen … Es sei denn, es wäre Leonardo DiCaprio, mit dem würde ich auch zusammen über den roten Teppich gehen. (lacht)

Du warst zuletzt im Jahr 2022 bei „Promi Big Brother“. Dort hast du aber sehr viel Privates preisgegeben. Bereust du das heute?

Überhaupt nicht. Das Feedback nach „Promi Big Brother“ war so positiv – vor allem deshalb, weil ich dort über meine Essstörung gesprochen habe. Als ich vor ein paar Jahren schon mal bei Angermaier eingeladen war, hatte ich Größe 32. Ich bin nun froh, dass ich mich in Größe 34 hineingezwängt habe, denn eigentlich habe ich Größe 36 und darauf bin ich sehr stolz. Ich glaube, es ist wichtig, dass man, wenn man in der Öffentlichkeit steht und es einem mal nicht so gut geht, auch darüber redet. Wenn die Menschen, die nicht in der Öffentlichkeit stehen, denken, dass allen die Sonne aus dem Arsch scheint und es niemandem schlecht geht … Machen wir uns nichts vor, jeder hat sein Päckchen zu tragen und hat mit irgendwas zu kämpfen. Jeder einzelne Prominente, der hier gerade über den roten Teppich geht und auch so tut, als wäre alles super. Aber seien wir mal ehrlich: Es ist nicht so – zumindest nicht immer und das ist auch okay!

Würdest du wieder in ein Reality-TV-Format gehen?

Bei dem richtigen Format wäre ich gerne wieder dabei. Ich finde Reality schon spannend und habe Spaß daran. Aber wenn es zu trashig wird, kommt es für mich nicht infrage, weil es dann nicht mehr darum geht, den Menschen kennenzulernen, sondern darum, die Leute zu diffamieren, zu demütigen und vorzuführen.

Doreen Steinert nahm zuletzt bei „Promi Big Brother“ teil und sprach dort auch über weniger schöne Zeiten in ihrem Leben.
Doreen Steinert nahm zuletzt bei „Promi Big Brother“ teil und sprach dort auch über weniger schöne Zeiten in ihrem Leben.eventfoto54/imago

Doreen Steinerts Zeit nach „Promi Big Brother“

Wie geht es dir heute mit der Essstörung? Würdest du dich als geheilt bezeichnen?

Hätte man mir diese Frage vor drei Jahren gestellt – da war ich schon lange gesund und habe ganz normal gegessen –, hätte ich gesagt: „Nein! Das ist wie bei einem trockenen Alkoholiker.“ Mittlerweile geht es mir gut. Ich würde mich heute wirklich als gesund bezeichnen. Selbst wenn ich mal zu viel esse – zu wenig kommt übrigens überhaupt nicht mehr vor –, dieses Gefühl und den Druck, dass ich aufpassen muss, wenn ich mal zwei Kilo mehr auf der Waage habe, habe ich nicht mehr. Ich finde mich so, wie ich bin, ganz toll und das hat sehr lange gedauert. Aber irgendwann war das drin in meinem Kopf, dass ich mich mit drei Kilo mehr oder mit zwei Kilo weniger einfach toll finde.

Hast du viel Resonanz von Menschen bekommen, denen es ähnlich geht?

Zum Thema Essstörung weniger, mehr zum Thema Familie. Ich habe ja bei „Promi Big Brother“ erzählt, dass ich mit meiner Familie gebrochen habe. Da kamen dann viele Fragen von Menschen, die auch unglücklich in ihrer Familie sind und sich nicht gut behandelt fühlen, die wissen wollten, wie genau ich das gemacht habe und damit umgehe. Die Resonanz war sehr groß. Da kann man mal sehen, wie vielen Menschen es so geht, dass sie sich in ihrer Kindheit alleine gefühlt haben. Mir hat es geholfen, darüber in der Öffentlichkeit zu sprechen und zu sagen: „Wenn du nicht mit mir respektvoll umgehen kannst, ob du mein Blut bist oder nicht, dann können wir nicht zusammen sein.“

Wie sieht dein Verhältnis zu deiner Familie heute aus? Hat sich anschließend jemand bei dir gemeldet?

Das Gegenteil war der Fall. Selbst meine entferntesten Verwandten, mit denen ich noch ein bisschen Kontakt hatte, zum Beispiel mein Cousin, haben sich danach überhaupt nicht bei mir gemeldet. Im Prinzip habe ich seit „Promi Big Brother“ mit niemandem mehr Kontakt, die waren wahrscheinlich nicht amused (dt.: erfreut). Eigentlich könnte es denen egal sein, denn ich habe nicht über sie gesprochen, sondern nur über meine Mutter. Aber das spricht ja für sich selbst und zeigt mir, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Wie geht es mit dir weiter, kannst du schon neue Projekte verraten?

Ich drehe im September noch eine TV-Show und direkt danach geht es zu Dreharbeiten für meine erste Hauptrolle in einem TV-Pilotfilm. Ich freue mich total darauf und lerne gerade superviel Text. Außerdem habe ich vor zwei Wochen meine nächste Single aufgenommen, also da kommt so einiges von mir.

Du bist jetzt auch Schauspielerin?

2021 habe ich eine Weiterbildung zur Schauspielerin gemacht. Anschließend habe ich eine Schauspielagentur gefunden, die sehr an mich glaubt und mich pusht. Ich bin tätowiert, man kann meinen Namen googeln – das ist eigentlich in der Schauspielerei ziemlich kontraproduktiv. Aber die haben an mich geglaubt, dass ich talentiert genug bin, und dann hat sich auch einer getraut, mich zu besetzen. Details darf ich aber leider noch nicht verraten.