Rapper Bausa bei seinem Auftritt beim Lollapalooza 2019 in Berlin. Foto: Imago/Martin Müller

Anfang 2020 als wir in Deutschland das Coronavirus noch für eine abstrakte und weit entfernte Gefahr hielten, kündigte der erfolgreiche Rapper Bausa an, gerade an seinem letzten Album zu arbeiten. Im Herbst 2020 sollte es erscheinen und nach der dazugehörigen Tour wäre dann einfach Schluss. Doch dann kamen Corona und der Lockdown – und jetzt ist ein Karriereende für Bausa (erstmal) keine Option mehr. Sein Album „100Pro“, das am Freitag rauskommt, wird definitiv nicht sein letztes sein.

Das bestätigte der im baden-württembergischen Bietigheim-Bissingen lebende Rapper in einem Interview in der Apple Music Show „Hyped Radio“. „Ich muss meine Aussage nochmal revidieren“, sagte Bausa, der mit bürgerlichem Namen Julian Otto heißt. „Naja, der Lockdown hat dazu beigetragen, dass sich meine Meinung geändert hat, weil ich einfach so krass viel Musik gemacht hab, abgesehen von ‚100 Pro‘. Es liegt wieder so viel Musik rum, was ich den Leuten nicht vorenthalten will.“

Bausa appelliert für mehr Wertschätzung von Musik

Zudem ging Bausa in dem Interview auch noch einmal darauf ein, warum er überhaupt das Ende seiner Karriere angekündigt hatte. „Mir ging's in dem Moment viel um Wertschätzung der Künstler im Allgemeinen“, sagte er.„ Ich habe das Gefühl, für das Publikum ist das so selbstverständlich, dass die ganze Zeit neue Musik abgeliefert wird – noch ein Album, noch ein Album. Gleichzeitig gibt's so viel Hate darauf, wenn Künstler sich etwas trauen. Das passt für mich nicht zusammen.“ Da habe er entgegenwirken wollen, einfach um dem Publikum zu zeigen: „Dann müsst ihr schauen, wer euch jetzt den Baui macht.“

Den Baui macht der Baui nun aber weiterhin selbst. Und das vielleicht auch künftig mit dem Berliner Musiker Peter Fox zusammen. Für den hatte der 31-Jährige im Interview nämlich viel Lob über. „Ich war immer großer Reggae- und Dancehall-Fan und habe die Sachen von Seeed sehr gefeiert“, sagte Bausa. Ein paar Mal habe er mit Peter Fox sogar schon über eine Zusammenarbeit gesprochen, doch es hat bisher nicht geklappt. Erzwingen will er aber nichts. „Das muss natürlich passieren, damit das cool wird“, sagt er. 

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Bereits eingetütet hat Bausa hingegen ein Feature mit dem Mannheimer Rapper Apache 207. Letzte Woche wurde mit „Madonna“ der erste Track von „100Pro“-Album veröffentlicht, auf dem die beiden Musiker zusammen arbeiten. Im Video dazu treten die beiden als Wrestler gegeneinander an.