Dieter Bohlen. Foto: imago images/Plusphoto

Die Welt der deutschen TV-Unterhaltung hat am vergangenen Donnerstag schon heftig gezittert, als RTL in einer lapidaren Meldung bekanntgegeben hat, dass DSDS und das Supertalent künftig ohne Chefjuror Dieter Bohlen auskommen müssen. Der selbsternannte Pop-Titan soll sauer über den Rauswurf sein. Öffentlich schweigt er zwar weiterhin, doch im Hintergrund soll er sich bereits um juristischen Beistand bemühen. Wird das DSDS-Aus zur Anwalts-Schlacht?

Dieter Bohlen: Anwälte sollen mündliche Zusagen prüfen

Dass das Aus bei „Deutschland sucht den Superstar“ den 67-jährigen Bohlen nicht kalt lässt, wurde direkt nach der Verkündung klar. In der Mitteilung des Senders kam er nicht zu Wort und meldete sich auch auf Instagram nicht. Dort löschte er hingegen jeglichen Hinweis darauf, dass er jemals Teil von DSDS gewesen ist. Klingt als sei das Ego des Ostfriesen extrem angegriffen. Dazu passt auch Bohlens nächster Schritt: Wie die Bild berichtet, soll der 67-Jährige eine Anwaltskanzlei eingeschaltet haben.

Lesen Sie auch: Dieter Bohlen: Ist DAS der wahre Grund für seinen Rausschmiss bei DSDS? >>

Zwar sei Bohlen nicht klassisch gekündigt worden, da sein auslaufender Vertrag schlicht nicht verlängert wurde, doch die Hamburger Anwälte sollen nun prüfen, was Zusagen wert seinen, die teils bereits abgelöste RTL-Bosse ihm zuvor gegeben hatten. Eine Freundin des Musikers sagt der Zeitung, dass noch nicht klar ist, ob Bohlen sich wirklich juristisch wehren werde. Bis das klar sei, wolle er sich aber nicht öffentlich äußern. Wenn sich Bohlen einen Überblick über die Lage verschafft hat, sei auch nicht undenkbar, dass die Live-Shows der aktuellen Staffel ohne Bohlen stattfinden würden.

Dieter Bohlen mit den Finalisten der ersten DSDS-Staffel Juliette Schoppmann und Alexander Klaws. Foto: dpa/Achim Schedemann

Derweil äußern sich immer mehr ehemalige Weggefährten zum TV-Aus des einstigen Gesichtes von DSDS. „Man kann über Dieter sagen, was man will: Mit Pop-Musik kennt er sich aus“, meinte beispielsweise Thomas Gottschalk, der 2012 neben Bohlen in der Supertalent-Jury gesessen hatte. „Seine Kommentare bei DSDS waren nicht immer fair, aber meistens besser als das, was da gesanglich geboten wurde.“

Lesen Sie auch: Es war ein Rausschmiss! Darum musste Dieter Bohlen bei DSDS gehen >>

Pietro Lombardi, der DSDS erst gewann und später als Juror einstieg erinnerte sich auf Instagram in einem emotionalen Video an seinen großen Mentor. Und auch Dauerkandidat Menderes Bağci dankte Bohlen trotz zahlreicher gehässiger Kommentare, der er bei seinen zahlreichen Versuchen erntete mit den Worten: „Dankeschön für fast 20 Jahre DSDS. Ich danke dir für all die lustigen, aber auch schönen Momente bei DSDS.“

Wegen Dieter Bohlen sagten zahlreiche Juroren DSDS ab

Weniger überzeugt äußerte sich beispielsweise Annemarie Eilfeld, die sich immer wieder fiese Sprüche von Dieter Bohlen gedrückt bekam. „Nun ja, er ist ja jetzt durchaus im richtigen Alter für seine Rente“, sagte sie. Und auch unter potenziellen Juroren für DSDS soll Dieter Bohlen alles andere als unumstritten gewesen sein. Mitarbeiter berichteten nun, dass es immer große Schwierigkeiten gegeben habe, die Jury-Plätze neben Bohlen überhaupt zu besetzen. Angeblich hätten rund 40 Juroren einen Platz neben dem ehemaligen Modern Talking-Sänger abgelehnt.

Lesen Sie auch: Nach DSDS-Rausschmiss: Ausraster am Set – wirft Dieter Bohlen etwa noch in der aktuellen Staffel hin? >>

Der Rauswurf von Bohlen gibt RTL nun offenbar mehr Flexibilität bei der Besetzung der DSDS-Jury. Doch das Risiko ist groß. Viele Fans verbinden das von Jahr zu Jahr mehr weichgezeichnete Gesicht Dieter Bohlens unweigerlich mit der Sendung. Die neue Jury muss also nicht nur weniger boshaft sein, um den Ansprüchen des Senders zu genügen. Sie muss auch großen Unterhaltungswert bieten, damit nun, nach dem Aus des Lieblings vieler Fans auch wieder zahlreiche Menschen einschalten.