Für Dieter Bohlen ist nach 18 Jahren bei DSDS Schluss. Foto: Imago/U. Stamm

Das Kanzleramt ohne Angela Merkel, die DFB-Elf ohne Jogi Löw und DSDS ohne Dieter Bohlen. So wird Deutschland im Jahr 2022 aussehen. Und so sehr wir auch alle gewusst haben, dass dieser Tag einmal kommen würde, so richtig gerechnet hat damit doch niemand. Doch es wird so kommen, da gibt es kein zurück. Merkel und Löw bestimmten ihr Ende selbst, Dieter Bohlen wurde von RTL offenbar rausgeworfen. Der Sender muss nun seine Nachfolge klären. Der KURIER hat elf (nicht ganz ernst gemeinte) Vorschläge.

1. Florian Silbereisen

In der 17. Staffel durfte Deutschlands liebster Schwiegersohn bereits ein bisschen DSDS-Luft schnuppern. Der Sänger, Schauspieler und Moderator sprang im Frühjahr 2020 für Xavier Naidoo ein, der nun so gar nicht mehr mit seinem antisemitischen Weltbild und kruden Verschwörungsideologien hinterm Berg halten wollte. Erfahrungen in dem TV- und Musikgeschäft hat er zudem reichlich. Bereits im Jahr 2004 – mit nur 23 Jahren – übernahm Silbereisen die Moderation der Feste der Volksmusik von Caren Nebel. Sein im Sommer 2020 veröffentlichtes Album „Das Album“ verkaufte sich prächtig und stieg auf Platz 1 in den deutschen Singlecharts ein.

Florian Silbereisen ist schon lange im Schlager- und TV-Geschäft. Foto Imago/3S PHOTOGRAPHY

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2. Carolin Kebekus

Eigentlich ist sie Komikerin, doch Carolin Kebekus hat schon mehrfach bewiesen, dass die nicht nur die Bühne im Griff hat, sondern durchaus singen kann. Die 40-Jährige tritt immer wieder als Macherin auf und könnte DSDS nach 18 Jahren bohlenscher Macho-Sprüche ein bisschen mehr Gleichberechtigung verschaffen.

Ist längst eine feste Größe im deutschen Fernsehen, wenn auch bislang mehr für Sat.1: Carolin Kebekus. Foto: Imago/Christoph Hardt

3. Thomas Anders

Es wäre seine Chance. Mit Dieter Bohlen hätte es Thomas Anders wohl niemals in der DSDS-Jury gegeben. Nun ist der Weg für den Sänger, der eigentlich Bernd Weidung heißt, frei. Denn nach der gemeinsamen erfolgreichen Zeit bei Modern Talking pflegen Anders und Bohlen nicht gerade ein freundschaftliches Verhältnis. Der Vorteil für RTL: Dieser Wechsel dürfte ganz sicher für Gesprächsstoff sorgen.

Thomas Anders und Dieter Bohlen zu gemeinsamen Modern Talking-Zeiten. Folgt Anders nun auf Bohlen? Foto: Imago/Teutopress

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4. Pietro Lombardi

Gerade das jüngere TV-Publikum dürfte für diese Lösung offen sein. 2011 gewann der Karlsruher die Show, 2019 und 2020 saß er selbst in der Jury. Nun könnte er also Jury-Chef werden? Warum nicht. Er ist in der DSDS-Welt absolut zuhause und hat ein Gespür für Musik. Zwar bringt er nicht das Gesamtpaket eines Dieter Bohlen mit, doch Pietro könnte in diese Rolle wachsen. Und: Als Pietro Juror war, zeichnete er sich durchaus durch Respekt gegenüber den meisten Kandidatinnen und Kandidaten aus. Etwas, das Bohlen oft vermissen ließ und das ihn auch den Kopf gekostet haben soll.

Pietro sagt, er verdankt Dieter Bohlen viel. Nimmt er bald seinen Platz ein? Foto: dpa/Henning Kaiser

5. Helene Fischer

Sie ist die Königin der des deutschen Schlagers. Nicht erst seit ihrem Hit „Atemlos“ müssen sich sämtliche Schlagersängerinnen und Sänger dieser Zeit an ihr Messen lassen. Die 36-Jährige steht für Kraft, Ehrgeiz und schlimme Ohrwürmer. Wie Dieter Bohlen also. Nur nicht in alt und männlich und vielleicht in ein bisschen freundlicher. 

Weiß wie kaum eine andere, was einen Star ausmacht: Helene Fischer Foto: Imago/Eventfoto54

6. Menderes Bağcı

DSDS machte Menderes berühmt. Wenn abgesehen von Dieter Bohlen eine Person so sehr mit der Sendung in Verbindung gebracht wird, dann der Langenfelder mit der dünnen Stimme. Das Problem: Sein musikalisches Knowhow ist mehr als fraglich.

Menderes Bağcı ist nicht gerade das größte Gesangstalent, bei DSDS aber immerhin genau so eine Institution wie Dieter Bohlen. Foto: Imago/Christoph Hardt

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7. Capital Bra

Ein Gesicht für die Zukunft wäre hingegen der Berliner Rapper Capital Bra. Mit drei Nummer-1-Alben, seinem eigenen Label und mehr als 4 Millionen Followern auf Instagram, wäre der 26-Jährige immerhin breit genug aufgestellt, um diesen Posten einzunehmen. Auch in seinen Songs gibt es nicht nur harte Rapparts, sondern auch poppige Songs. Und: Im Song „Cherry Lady“ bedient sich der Berliner Bohlens Nummer Cheri Cheri Lady. 

Capital Bra würde Louis Vuitton statt Camp David hinters DSDS-Jury-Pult bringen. Foto: Imago/Jan Huebner

8. Alexander Klaws

Der Ahlener war der erste Superstar, vielleicht wird er nun der erste Jury-Chef nach Dieter Bohlen? Zwar waren nur seine ersten drei Studioalben finanziell so richtig erfolgreich, doch Alexander Klaws machte sich einen Namen als Musicaldarsteller in „Tanz der Vampire“ oder „Tarzan“. 2020 kehrte er zudem zu DSDS zurück, um die Liveshows zu moderieren. 

Alexander Klaws mit Dieter Bohlen und Finalgegnerin Juliette Schoppmann in der ersten DSDS-Staffel. Foto: dpa/Achim Scheidemann

9. Tom Neuwirth alias Conchita Wurst

Es heißt zwar Deutschland sucht den Superstar, aber wieso sollte nicht ein Österreicher Jury-Chef werden? Tom Neuwirth hat uns mit seiner Kunstfigur Conchita Wurst 2014 alle verzaubert, als er mit „Rise Like a Pheonix“ den Eurovision Song Contest gewann. Inzwischen trennt er seine Kunstfiguren und tritt mal als Conchita und mal als Wurst auf. Als wer auch immer: In Sachen Gesang und Show wäre Tom Neuwirth auf jeden Fall eine Top-Besetzung bei DSDS!

So lernten wir Tom Neuwirth 2014 kennen: Als ESC-Siegerin Conchita Wurst. Foto Imago/Eibner Europa

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10. Sarah Connor

Wenn es um Musik in Deutschland geht, darf auch ihr Name nicht fehlen. Sarah Connor hat in ihrer Karriere drei Nummer-1-Alben produziert. Vor allem ihre jüngsten deutschsprachigen Werke „Muttersprache“ und „Herz Kraft Werke“ feierten große Erfolge. Zudem bringt die 40-Jährige drei Jahre Erfahrung aus der Jury bei der Casting-Show „X Factor“ mit. Und wer noch mehr Gründe braucht: Sarah Connors Geburtsort Delmenhorst ist nur 20 Autominuten von Bohlens Geburtsort Berne entfernt.

Sarah Connor kann auf eine lange Musikkarriere zurückschauen. Kann sie die DSDS-Jury anführen? Foto: Imago/Christoph Hardt

11. Thomas Gottschalk

Ein großer Name muss von einem großen Namen ersetzt werden. Doch wie unbeschädigt ist der Name von Thomas Gottschalk noch? Vieler seiner Formate nach „Wetten, dass...?“ wurden schnell abgesetzt. Zudem fiel der 70-Jährige mit rassistischen Äußerung in einer Talkshow auf. Zudem ist der Bayer nicht gerade ein Gesicht für die Zukunft und sogar drei Jahre älter als der nun geschasste Bohlen.

Oft war Dieter Bohlen bei Thomas Gottschalk zu Gast, als der noch „Wetten, dass...?“ moderierte. Wäre Gottschalk auch ein Mann für DSDS? Foto: Imago/APress

Wen auch immer RTL am Ende präsentiert, es wird Lob und Kritik geben. Denn so viele Menschen die Ablösung Bohlens auch befürworten, so viele Fans sind auch traurig, dass sich ihre Lieblingssendung nun verändern wird. Viele Menschen mochten seine Sprüche, auch wenn sie die Kandidaten tief getroffen haben. Sicher ist: Viele Versuche hat RTL nicht, eigentlich muss der Sender sofort einen Treffer landen. Und er muss das ganze Konzept überarbeiten. Denn wer einen Dieter Bohlen wegen dessen verletzenden Kommentaren feuert, der kann auch nicht weiter talentfreie Sänger und Sängerinnen vor die Jury schicken. Egal wie nett die künftige Besetzung mit dem kalkulierten Versagen umgeht. Doch ob es dafür einen Markt gibt und DSDS nicht längst nur vom Voyeurismus lebt, wird sich zeigen müssen.