Bachelor-Kandidatin Franziska Temme bei einem Shooting für die RTL-Datingshow. RTL

Rechtextreme Modelabels versorgen Gesinnungsgenossen mit T-Shirts, Hoodies, Jacken und Accessoires mit Wiedererkennungswert: Wer sie trägt, gehört in der Regel dazu. Aber mitunter tarnen sich Modemarken mit rechtem Hintergrund als ganz gewöhnliche Outdoor- oder Sportlabels. Dazu gehört offenbar auch das „Label 23 – Boxing Connection“ aus Cottbus. Nach Einschätzung des brandenburgischen Innenministeriums gehört diese Marke „zum Erscheinungsbild des aktionsorientierten Rechtsextremismus und ist damit ein Erkennungsmerkmal der rechtsextremistischen Szene“.

„Bachelor“-Kandidatin posiert in sexy Pose für rechtsradikales Modelabel aus Cottbus

Die Überraschung war deshalb nicht gering zu sehen, wer für eine derartiges Szene-Label Werbung macht. Auf einem Post ihres eigenen Instagram-Kanals posierte die „Bachelor“-Kandidatin Franziska Temme (26) aus Kassel auf einem Hochglanz-Foto mit einem T-Shirt der Marke, bis über den Bauchnabel aufgerollt und sexy in die Kamera strahlend. „Alles ist möglich, wenn du die richtigen Leute hast, die dich unterstützen“, hieß es dort mehrdeutig auf Englisch. Das Bild wurde inzwischen gelöscht, ein Screenshot findet sich allerdings in einem Twitter-Post einer Antifa-Gruppe aus Kassel.

Instagram-Bilder vom Fotoshooting mit Label-23-Werbung gelöscht

Das Erscheinungsbild der Blondine passt offenbar gut in die Vorstellungen der rechten Modemacher. Blond, blauäugig, schlank, attraktiv: So ein Model strahlt über die eigene Anhängerschaft hinaus und könnte auch Fans der „Bachelor“-Kandidatin oder ahnungslose Instagram-Nutzer anziehen.

Aber warum lässt sich Franziska Temme dafür einspannen, sympathisiert sie etwa mit rechtem Gedankengut? Dem Kölner Express gegenüber beteuert das TV-Sternchen nun, zum Zeitpunkt des Fotoshootings „nichts von deren politischer Gesinnung“ gewusst zu haben. Als sie davon erfuhr, habe sie die Bilder umgehend gelöscht.

„Bachelor“-Kandidatin Franziska Temme distanziert sich von rechtem Gedankengut: „Großer Fehler“

Sie bezeichnet es als großen Fehler, sich nicht vor der Aktion umfassend informiert zu haben. „Daraus habe ich für die Zukunft definitiv gelernt! Für solch ein Denken habe ich keinerlei Toleranz und distanziere mich ganz klar von jeglichem rechtsextremen Gedankengut.“

Keine Antwort erhielt die Kölner Zeitung allerdings auf die Frage, wie es denn überhaupt zur Zusammenarbeit mit dem Nazi-Label gekommen war und ob eine Gage für das Fotoshooting floss.