„Die Alm“: Die Promis bekommen Instruktionen von Almöhi Sepp. ProSieben

Etwas mehr als zweieinhalb Stunden inklusive Werbepausen dauerte das große TV-Comeback von „Die Alm – Promischweiß und Edelweiß“ am Donnerstagabend auf Pro7. Doch während der ganzen Zeit wurde man das Gefühl nicht los, dass das ganze auch in deutlich weniger Zeit hätte erzählt werden können. Doch so lahm die erste Folge rüberkam, ein Totalausfall ist die Show noch nicht, dafür birgt sie zu viel Potenzial.

„Die Alm“ kann die hohen Erwartungen nicht erfüllen

Die Vorfreude auf die erst dritte Staffel von „Die Alm“ war im Vorfeld riesig. Die Trash-TV-Fangemeinde hatte die Staffel von 2004 um Kader Loth und die von 2011 mit Manni Ludolf noch in guter Erinnerung, verklärte sie vielleicht sogar ein bisschen. Doch es lag nicht nur an den hohen Erwartungen, dass die erste Folge der 2021er-Staffel enttäuschte. Denn sie war einfach lahm.

Wie viel Sendezeit Spiele bekommen, ist in Reality-TV-Shows oft ein guter Indikator dafür, wie viel Unterhaltungswert eine Folge hat. Je mehr Platz den Spielen eingeräumt wird, umso weniger hat das Format eigentlich zu erzählen. So war es auch bei „Die Alm“, denn wirklich Geschichten gab es dort nicht zu erzählen.

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Die Kandidaten wurden einmal kurz vorgestellt, dann ging es zum fröhlichen Reise nach Jerusalem mit Jauche-Trögen spielen. Dann wurde sich gewaschen, der Almöhi verkündete die Regeln, dann ging es ins Bett und am nächsten Tag wartete das zweite Spiel: eine Abwandlung des aus dem Dschungelcamp beliebten Autofahrspiels mit verbundenen Augen. Die einzige Handlung abseits davon bestand aus Bachelorette-Kandidat Ioannis Amanatidis, der nahtlos an seinem toxischen Verhalten aus der Kuppel-Show anknüpfte und Katharina Eisenblut nach nicht einmal 24 Stunden zum Weinen brachte.

So geht es zu bei „Die Alm“: Die Kandidaten zoffen sich um den Jauche-Trog beim Reise nach Jerusalem spielen. ProSieben

„Die Alm“: Darum ist die Pro7-Show noch kein Flop

Ist „Die Alm“ also schon jetzt ein Flop, ist „Die Alm“ als Legendenformat zerstört, wie Trash-TV-Expertin Anja Rützel auf Twitter schreibt? Nein, dafür ist es noch zu früh, denn die Show hat trotz der schnarchigen ersten Folge durchaus Potenzial. Und das liegt vor allem im Cast, denn der ist überraschend rund.  Neben Berufs-Kandidaten wie Bachelorette-Ioannis oder dem dauergeilen Aaron Hundhausen, sind eben auch gestandene Promis wie Model Mirja DuMont oder der beliebte TV-Koch Christian Lohse dabei. Dazu „Queen of Drags“-Siegerin Yoncé Banks, Ex-Porno-Star Vivian Schmitt und Internetkuriosität Hollywood-Matze. Es scheint, als sei für jeden Zuschauer etwas dabei. Zudem wurde nicht wie bei „Promis unter Palmen“ nur nach dem Krawall-Faktor gecastet.

Zudem bringt eine Regel mächtig Zündstoff: Denn die Gewinnsumme von 50.000 Euro, die der Sieger oder die Siegerin am Ende mit nach Hause nimmt, ist alles andere als in Stein gemeißelt. Für jeden Regelverstoß (Beispielsweise Schuhe im Haus tragen) werden 500 Euro davon abgezogen. Schon nach der ersten Folge waren nur noch 46.500 Euro übrig. Das birgt durchaus Konfliktpotenzial, kann aber auch ganz neue Dynamiken in die Gruppe bringen, wenn sich ein vermeintlicher Underdog als Buchhalter, Regelhüter und neuer Chef herauskristalisiert.

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Ausbaufähig sind derweil allerdings die Moderationen, sowohl aus dem Off, als auch von Collien-Fernandes und Christian Düren. Oft sind die Witze flach, zudem wirken die Kamerabilder, die von den Moderatoren während der Spiele aufgenommen werden, wie Kopien aus dem Dschungelcamp. Auch da geht mehr – doch verloren ist die Show noch nicht.