Lea van Acken, Ulrich Matthes, Monika Grütters und Lucas Reiber bei der Nominierungsbekanntgabe zum Deutschen Filmpreis im August.
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Die Popcornmaschinen laufen wieder. Seit knapp drei Monaten haben die deutschen Kinos wieder geöffnet. Und wenn am Freitag (1. Oktober) der Deutsche Filmpreis verliehen wird, kann man etliche Beiträge noch auf der großen Leinwand sehen. Zum Beispiel die beiden Verfilmungen, die besonders viele Nominierungen bekommen haben - „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“ von Regisseur Dominik Graf und „Schachnovelle“ von Regisseur Philipp Stölzl.

Die Literaturverfilmungen gehen mit jeweils zehn beziehungsweise sieben Nominierungen ins Rennen. In „Schachnovelle“ zeigt Hauptdarsteller Oliver Masucci einen Mann, der von den Nationalsozialisten festgehalten wird und sich während der Isolationshaft im Schachspielen verliert. „Fabian“ basiert auf einem Roman von Erich Kästner übers Berlin der Weimarer Republik.

Beide Titel sind als bester Film vorgeschlagen, um die Goldene Lola konkurrieren auch die Komödie „Ich bin dein Mensch“ über die Liebe zu einem Roboter, die Politsatire „Curveball - Wir machen die Wahrheit“ über den deutschen Geheimdienst sowie die politischen Dramen „Und morgen die ganze Welt“ und „Je suis Karl“.

Verliehen werden die Auszeichnungen auf dem Berliner Messegelände

Wer gewinnt, entscheiden die rund 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie. Sie stimmen über viele Preisträgerinnen und Preisträger ab. Verliehen werden die Auszeichnungen auf dem Berliner Messegelände - wieder mit Publikum. 2020 war eine große Verleihung wegen des Coronavirus ausgefallen, stattdessen wurden die Statuen im Fernsehen verliehen. Nun werden rund 1200 Menschen erwartet.

Dabei dürften auch die vergangenen Monate Gesprächsstoff bieten. Wegen der Pandemie waren Kinos monatelang geschlossen. Im Frühjahr sorgte die Aktion #allesdichtmachen für Debatten: Mehrere Schauspielerinnen und Schauspieler hatten mit Videos den Umgang mit dem Coronavirus kommentiert. Die Meinungen dazu? Gespalten. In den anderthalb Jahren habe es auch in der Filmbranche die „eine oder andere Verwerfung“ gegeben, sagt Akademiepräsident Ulrich Matthes.

Viel Aufmerksamkeit bekam auch die Aktion #actout. Mehrere Menschen aus der Filmbranche hatten öffentlich gemacht, dass sie zum Beispiel schwul, lesbisch oder bisexuell sind. Auch Matthes war dabei. Der 62-Jährige sieht darin ein Gesprächsangebot in die Gesellschaft hinein. Es gebe ja selbst in ihrer „vermeintlich supertoleranten Branche noch Ressentiments, Getuschel, Vorurteile“. „Wie überall“, sagte Matthes der Deutschen Presse-Agentur.

Gala wird am Freitag im ZDF nach der „heute-Show“ gezeigt

Er jedenfalls freut sich, dass die Branche nun wieder zusammen feiern kann. Bei einigen Auszeichnungen steht bereits fest, wer sie bekommt. Schauspielerin Senta Berger wird für besondere Dienste um den deutschen Film mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Die Auszeichnung für den besucherstärksten Film geht an die Komödie „Nightlife“.

Die Pandemie sei für alle Menschen schwierig gewesen, sagte Matthes. „Und ich kann nur aus vollem Herzen sagen: Ich wünsche allen Branchen, allen Individuen diese Art von rauschendem Fest, wie wir es jetzt am 1. Oktober haben werden.“ Die Geimpften und Genesenen bräuchten an dem Abend noch einen Schnelltest, andere einen PCR-Test. „Und dann kann man feiern, dann kann man sich knutschen. Und sich mit feuchten Augen darüber freuen, dass das deutsche Kino lebt.“

Die Gala wird am Freitag im ZDF am späten Abend nach der „heute-Show“ und statt Jan Böhmermanns „ZDF Magazin Royale“ ab 23 Uhr gezeigt.