Eine der bekanntesten Szenen der Geschichte von Astrid Lindgren: Michel steckt mit dem Kopf in der Suppenschüssel. Foto: ZDF

Schon fast 30 Jahre war Maud Hansson schon nicht mehr als Schauspielerin tätig, als die Darstellerin der Magd Lina in den „Michel aus Lönneberga“-Filmen am 1. Oktober im Alter von 82 Jahren starb. Damit war sie übrigens nicht alleine. Viele der Darsteller aus den bei Kindern so beliebten Filmen, die in den frühen 1970er-Jahren gedreht wurden, hatten danach nichts mehr mit der Schauspielerei am Hut. Ein Überblick.

Jan Ohlsson – Michel

Die Schauspielkarriere von Jan Ohlsson begann und endete in den 1970er-Jahren. Im Alter von neun Jahren begann er, den „Michel aus Lönneberga“ aus den Geschichten von Astrid Lindgren zu spielen. Danach folgten noch zwei schwedische Filme. 1977 kam „Victor Frankenstein“ raus, 1978 „Dante – Gib Acht vor den Haien!“. Eigentlich wäre Ohlsson gerne weiterhin Schauspieler gewesen, doch immer wieder wurde er mit seiner Rolle als Figuren schnitzender Lausejunge Michel verglichen, was ihm andere Rollen verbaute. Der heute 58-Jährige zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und arbeitet inzwischen als Systemtechniker in einer Computerfirma.

Lena Wisborg – Michels Schwester Ida

Auch Lena Wisborg geht inzwischen einem anderen Beruf nach. Die 55-Jährige, die heute als Schneiderin und Designerin arbeitet, war nach den „Michel“-Filmen nur noch in einem anderen Filmprojekt zu sehen. 1979 im Alter von 14 Jahren spielte sie in der TV-Miniserie Katitzi mit. In Deutschland wurde sie nie gezeigt. Anders als Jan Ohlsson mied sie aber danach nicht die Öffentlichkeit und gab immer wieder TV-Interviews oder war in Samstagabendshows zu Gast. 2005 war sie auch im deutschen Fernsehen bei der RTL-Sendung „Die größten TV Hits aller Zeiten – Die beliebtesten Kindersendungen“ zu Gast und erzählte über den Dreh für die berühmte Szene, als Michel Ida am Fahnenmast hochzieht.

Allan Edwall – Michels Vater Anton

Allan Edwall, der Michels griesgrämigen Vater Anton verkörperte, spielte vor und nach den Michel-Filmen noch in zahlreichen schwedischen Produktionen und an verschiedenen Theatern. Für seinen Film „Åke und seine Welt“, bei dem er Regie führte und das Drehbuch schrieb, bekam er 1985 den Hauptpreis beim Seminci-Filmfestival im spanischen Valladolid. Auch als Sänger und Theaterbesitzer trat Allan Edwall auf. Dort war er zeitweise Schauspieler und Kartenabreißer in Personalunion. 1997 starb er im Alter von 73 Jahren.

Emy Storm – Michels Mutter Alma

Die Schauspielkarriere von Emy Storm, die Michels Mutter Alma spielte, dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert. Ihren ersten Film drehte sie im Alter von 23 Jahren im Jahr 1948. In „Sündige Liebe“ spielte sie eine Kellnerin. Ihren letzten Auftritt hatte sie im Jahr 2005 in der deutsch-schwedischen Krimiproduktion „Wallander“, die in Südschweden spielt. Neben der Schauspielerei war sie auch politisch in der Vereinigung sozialdemokratischer Kulturschaffender engagiert. Storm starb im Jahr 2014 an den Folgen eines Schlaganfalls.

Björn Gustafson – Knecht Alfred

Am 30. November wird Björn Gustafson 86 Jahre alt – und ist der Schauspielerei noch immer verbunden. Allein in diesem Jahr wirkte der großgewachsene Schwede in einem Kurzfilm und einer schwedischen TV-Serie mit, bis 2016 stand er sogar noch auf der Theaterbühne. 2009 wurde er mit der königlichen Medaille für Wissenschaft und Kunst („Litteris et Artibus“) geehrt. Trotz zahlreicher anderer Rollen kennen ihn die Deutschen aber hauptsächlich als gutmütigen Knecht auf dem Kattult-Hof.