Harry und Meghan können wieder lachen: Sie scheinen im Interview sichtlich erleichtert. Foto: AP/Joe Pugliese

Es war lange mit Spannung erwartet worden: Harry und Meghans Interview mit Oprah Winfrey. Vor allem dem britischen Königshaus, der Firma, war nachgesagt worden, dass ihnen beim Gedanken an das, was Harry und Meghan der US-Talkmasterin verraten könnten, das blaue Blut in den Adern gefrieren würde. Zurecht, wie man nun weiß. Denn glaubt man den beiden Royal-Aussteigern, hatten sie eine schwere Zeit durchzustehen. Die wichtigsten Themen im Überblick.

Harry und Meghan über...

...ihr bald zur Welt kommendes zweites Kind: Meghan enthüllt, dass Archie eine Schwester bekommt. Sie ist mit einer Tochter schwanger: „Wir bekommen im Sommer ein Baby-Girl“. Harry: „Wir wollten schon immer zwei Kinder haben“.

...Rassismus im britischen Königshaus: Die schwangere Meghan war geschockt, als sie erfuhr, dass Archie keinen Prinzentitel erhalten und keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen bekommen wird. Auf die Frage von Oprah Winfrey, was der Grund dafür war: „Es gab Gespräche der Familie mit Harry, dass man sich Sorgen machte, wie dunkel die Haut von Archie sein wird, wenn er auf die Welt kommt!“ Wer genau von den Royals diese rassistischen Äußerungen zu ihrem Mann gemacht habe, das wollte Meghan nicht verraten. Aber „wenn das rauskäme, würde das die Royals sehr schädigen.“ Sie habe zudem mehrfach Gespräche über dieses Thema führen müssen.

...Selbstmordgedanken: Anfang 2020 war Meghan durch den Druck der königlichen Familie psychisch am Boden und laut eigener Aussage selbstmordgefährdet: „Ich wollte nicht mehr leben!“ Sie wandte sich mit der Bitte um professionelle Hilfe an den Palast – und bekam eine kalte Abfuhr: „Mir wurde gesagt, dass das nicht geht, obwohl ich selbstmordgefährdet war.“ Es war ein „Senior Royal“, der ihr das verboten habe, weil es die Familie schädigen könnte. Auch der Prinz war psychisch mitgenommen als sich ihm seine Frau anvertraute: „Ich wusste einfach nicht, was ich tun sollte. Ich bin selbst in einen dunklen Strudel geraten, aber ich wollte für sie da sein.“ Er verschwieg seine Gefühle, „weil ich mich geschämt habe.“ Mitgefühl konnte er keines erwarten: „Die Mentalität in meiner Familie ist, ‚Es ist halt so, wie es ist, also finde dich damit ab‘.“

Talkmasterin Oprah Winfrey sprach mit Harry und Meghan unter anderem in einem Hühnerstall. Foto: Imago/Zumapress

...Harry Zerwürfnis mit seinem Vater Prinz Charles: Harry verrät, dass er der Queen von Anfang über die Pläne reinen Wein eingeschenkt hat. Und dass sein Vater Charles mit ihm seit dem „Megxit“ nicht mehr redet: „Ich habe mit der Queen drei Mal seit unserem Umzug nach Amerika telefoniert, mit meinem Vater zwei mal – bis er meine Anrufe nicht mehr angenommen hat.“

...Prinzessin Dianas Erbe: Harry enthüllt, dass die Royal Familie ihn finanziell völlig abgeschnitten hat. Und dass er allein vom Erbe seiner Mutter überleben kann: „Sie hat es kommen sehen und ich habe die ganze Zeit ihre Präsenz gefühlt. Ich glaube, sie wäre sehr wütend und sehr traurig über das, was uns widerfahren ist. Sie würde wollen, dass wir glücklich sind.“

...lügende Royals: Meghan behauptet, dass man sie nach der Hochzeit „zum Schweigen gebracht hat. „Die Royals hatten kein Problem zu lügen, um die anderen Mitglieder der Familie zu schützen. Aber sie waren nicht gewillt, für mich und meinen Mann zu lügen.“

...ihre Hochzeit: Meghan und Harry hatten sich drei Tage vor der Prunktrauung privat Ja-Wort gegeben. Die 34 Millionen Euro teure Mega-Zeremonie „ging nicht um uns, es war nicht unser Tag – er war für die ganze Welt.“

...Meghans Konkurrenz zu Prinzessin Kate: Kate hatte Meghan vor der Hochzeit zum Weinen gebracht und nicht anders herum, wie vielfach berichtet wurde: „Es ging ein paar Tage vor der Hochzeit um die Kleider der Blumenmädchen. Sie hat mich zum Weinen gebracht und meine Gefühle wirklich verletzt. Sie hat sich hinterher entschuldigt und Blumen geschickt. Wenn man mich liebt, muss man Kate nicht hassen. Und wenn man Kate liebt, muss man mich nicht hassen.“

...den Knicks vor der Queen: Meghan hatte keine Ahnung, dass es für die Mitglieder der königlichen Familie ein obligates Ritual ist, vor der Queen in die Kniee zu gehen. „Ich hätte nie gedacht, dass man sowas auch privat macht. Ich sagte zu Harry ‚Aber sie ist doch deine Großmutter.‘ Harry meinte ‚Sie ist die Queen‘.“  Meghan übte das Knicksen vor der ersten Begegnung schnell mit Harry im Garten. Als die Queen erschien „habe ich den tiefsten Knicks aller Zeiten gemacht und bin kaum wieder hochgekommen.“

Das Interview war mit Spannung erwartet worden. Foto: AP/Joe Pugliese

...die Queen privat: „Sie war total liebenswert. Wir haben sehr nett da gesessen und miteinander geredet. Sie war immer wundervoll zu mir und hat mir Perlenohrringe und eine passende Kette geschenkt.“ Vor einem offiziellen Auftritt habe ihr Elizabeth II. das Knie getätschelt. Meghan: „Sie war da wie meine Oma.“

...Einsamkeit: Meghan durfte nicht einmal mit Freunden zum Lunch gehen, weil die Presse auf der Lauer lag. „Ich habe monatelang das Haus nicht verlassen dürfen“, sagte sie. Zumal man ihr nach der Hochzeit „den Pass, den Führerschein und meine Schlüssel abgenommen hat“.

...das Kennenlernen: Meghan behauptet, Prinz Harry vorher nie gegoogelt zu haben: „Ich habe über meinen Ehemann vorher nicht im Internet recherchiert und seither auch nicht!“ Eine Info, die auf Social Media mehr als alles andere diskutiert wurde. Tenor: Wir glauben Meghan kein Wort.

...ihr naive Sicht auf Prinzessinnen: „Was ich über Königshäuser wusste, kam aus Märchen!“ Meghan gibt zu „sehr naiv an die ganze Sache herangegangen zu sein. Ich wusste nicht, was auf mich zukommt.“

...den goldenen Käfig: Harry realisierte erst durch Meghan, dass er in einem goldenen Käfig saß: „Es war mir einfach nicht bewusst, dass ich im System gefangen war. Genauso wie mein Vater und mein Bruder. Sie haben nicht die Option, zu gehen. Ich habe riesiges Mitgefühl für sie.“