Nena bei der MDR-Show „Das große Schlagercomeback 2022“
Nena bei der MDR-Show „Das große Schlagercomeback 2022“ imago

Hatte der MDR das im Sinn, als der ARD-Sender die große Schlagershow mit Moderator und Schlagersänger Florian Silbereisen (40) „Das große Schlagercomeback“ nannte? Auf der Bühne stand neben Schlager-Ikone Helene Fischer, Nicole und weiteren Superstars der Szene auch der einst erfolgreichste deutsche Popstar Nena (62), eigentlich überhaupt keine Schlagersängerin – die am Samstagabend ihr Comeback feierte.

In den letzten Jahren war die auch international erfolgreiche Musikerin allerdings in die Schlagzeilen weniger mit neuen Songs geraten, sondern wegen ihrer Verachtung für Corona-Schutzmaßnahmen und demonstrative Nähe zu den Köpfen der Querdenker-Bewegung. Geplante Auftritte mit Nena waren in der Folge abgesagt worden. Selbst einstige Fans der Sängerin und „The Voice of Germany“-Coachin wandten sich entsetzt ab. War die MDR-Sendung also gedacht, um das Schlagercomeback des gestürzten Popstars vorzubereiten?

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Nena demonstrierte Nähe zu Corona-Leugnern

Auf Nachfrage des Portals Ruhr24 sah sich der Sender veranlasst, den Nena-Auftritt in der Leipziger Glashalle zu rechtfertigen: Nena habe sich kritisch zu den Corona-Maßnahmen geäußert, räumt der Sender ein. Dessen Sprecherin Bianca Hopp zitiert das Regionalportal mit folgender Aussage: „Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit sind elementare Bestandteile einer pluralistischen Gesellschaft.“ Allerdings hat sich Nena nicht nur kritisch geäußert, sondern Besucher eines Konzertes sogar ausdrücklich ermuntert, Corona-Maßnahmen zu missachten, was zum Abbruch des Auftrittes führte.

Ihre Nähe zu der Querdenken-Bewegung demonstrierte sie durch gemeinsame Treffen mit Drahtziehern der Corona-Proteste; Nena teilte ein Instagram-Video einer eskalierten Querdenker-Demo. Selbst bei Kolleginnen stieß diese Haltung auf Ablehnung: Schlagersängerin Kerstin Ott (39) kritisierte Nena öffentlich.

In den sozialen Medien sorgte der Nena-Auftritt vor allem für Begeisterung bei Anhängern von Querdenkern, die den Hashtag #DankeNena in den sozialen Medien streuten. Unter dem Hashtag #schlagercomeback findet sich jedoch sehr deutliche Kritik an der Entscheidung eines öffentlich-rechtlichen Senders, einer „Schwurblerin“ eine große Bühne zu bieten.