Daniel Radcliffe bei der Premiere von „Weird: The Al Yankovic Story“ in New York.
Daniel Radcliffe bei der Premiere von „Weird: The Al Yankovic Story“ in New York. dpa/Invision/Andy Kropa

So haben Sie Harry Potter noch nie gesehen. In seinem neusten Film „Weird: The Al Yankovic Story“ (einen Sendetermin bei uns gibt es bislang noch nicht) beweist Daniel Radcliffe, dass seine schauspielerische Bandbreite über die des Zauberlehrlings hinausgeht. Der 33-Jährige mimt zum ersten Mal eine echte Person, den in Amerika legendären Satire-Musiker, Schauspieler und Performance-Künstler „Weird Al“ Yankovic. Und mit dessen Dauerwelle, 80er-Jahre Brillenmodell und Schnauzbart ist Radcliffe fast nicht wiederzuerkennen.

Herr Radcliffe, der Film ist eine biografische Musik-Komödie, ein ganz neues Metier für Sie.

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Weshalb ich ehrlicherweise auch etwas verwirrt war, als man mir die Rolle angeboten hat. Aber als ich das Drehbuch gelesen habe, dachte ich nur: „Das wird echt witzig!“ Ich finde, man muss jeden Tag etwas Außergewöhnliches oder Verrücktes machen im Leben. Außerdem fand ich die Botschaft des Films sehr wichtig!

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Die lautet?

Der Film feiert jemanden, der anders ist. Der merkwürdig (Englisch: „weird“) rüberkommt und damit Erfolg hat. Wobei ich „außergewöhnlich“ treffender finde als das Wort merkwürdig.

In seinem neusten Film „Weird: The Al Yankovic Story“ beweist Daniel Radcliffe, dass seine schauspielerische Bandbreite über die des Zauberlehrlings hinausgeht.
In seinem neusten Film „Weird: The Al Yankovic Story“ beweist Daniel Radcliffe, dass seine schauspielerische Bandbreite über die des Zauberlehrlings hinausgeht. Roku

Kannten Sie „Weird Al“ Yankovic vorher? In England ist er ja weniger bekannt als in den Vereinigten Staaten!

Nicht wirklich. Aber meine Freundin (Erin Darke) ist Amerikanerin und schon seit Jahren ein Riesenfan von Al. Das war auch ein Grund, warum ich für die Rolle zugesagt habe. Und nachdem ich mir seine Sachen angehört und über ihn gelesen habe, war ich ein echter Fan!

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„Weird“ als Markenzeichen ist das Akkordeon. Haben Sie für die Rolle Unterricht genommen?

Dafür fehlte vor dem Dreh die Zeit. Ich hatte aber das unglaubliche Glück, dass einer meiner Freunde ein Akkordeon-Spieler ist. Den habe ich angerufen. Er hat mir dann beigebracht, welche Knöpfe ich drücken muss, damit es authentisch aussieht. Ich brauchte es ja nur als Choreografie für den Song „Like a Surgeon“, den Al von Madonna „Like a Virgin“ umgedichtet hat.

Und haben Sie das selbst gesungen?

Nein, ich bin aber ein sehr talentierter Lip Syncer! Darauf sind sogar Kollegen von mir reingefallen, die mir gratuliert haben, wie gut ich singen kann. Ich musste dann zugeben: „Das bin ich nicht selbst!“ Wobei, es gibt eine Szene, in der ich „My Bologna“ singe. Da haben mich die Vibes der Szene dazu gebracht, mitzusingen. Darüber haben sie später dann natürlich den echten Song gelegt. Ich bete, dass mein Soundtrack für immer unter Verschluss bleibt und die Welt es niemals zu Ohren bekommt!

Schauspieler Daniel Radcliffe mit seiner Freundin Erin Drake.
Schauspieler Daniel Radcliffe mit seiner Freundin Erin Drake. AP/Invision/Evan Agostini

Also brauchten Sie für die Rolle kein Method-Acting!

Immerhin habe ich mir den Schnurrbart wachsen lassen, der ist echt! Ich habe in meiner Karriere durch schlechte Erfahrungen lernen müssen, dass man auf falsche Gesichtsbehaarung verzichten sollte, sofern man dazu die Chance hat! Das Haar war natürlich eine Perücke.

Was ist Ihnen durch den Kopf geschossen, als Sie sich das erste Mal als „Weird Al“ im Spiegel gesehen haben!

Wie gut unsere Schminkkünstler sind! Ich war von mir selbst abgelenkt, so gut war es!

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Sie müssen für Ihre Rolle viel mit offenem Hemd und damit nacktem Oberkörper herumlaufen. Es stand zu lesen, dass Sie dafür ein Workout-Programm gemacht haben!

Das stimmt nicht. Ich habe einfach nur aufgehört Alkohol zu trinken und mache ein eigenes Fitnessprogramm. Als Alltagsroutine. Meine Eltern haben in puncto Fitness die Messlatte in der Familie sehr hoch gelegt. Sie sind über 60 Jahre alt und durchtrainierter als ich, weil sie Crossfitter sind. Ich versuche da nur mitzuhalten.

Daniel Radcliffe wurde mit seiner Rolle als Zauberlehrling Harry Potter weltberühmt.
Daniel Radcliffe wurde mit seiner Rolle als Zauberlehrling Harry Potter weltberühmt. imago images/Everett Collection

Sie haben einst verraten, dass Sie Ihre Brille als Memento mit vom „Harry Potter“-Set nach Hause genommen haben. Was für ein Souvenir haben Sie jetzt vom Set Ihrer ersten Komödie mitgehen lassen?

Ich habe nichts mitgehen lassen. „Weird Al“ war der Produzent und Regisseur und hat mir zum Dank eines seiner Akkordeons geschenkt. Und ich bin total motiviert, spielen zu lernen. Allerdings muss ich jedes Mal mit dem Üben warten, bis meine Freundin nicht zu Hause ist. Wahrscheinlich werde ich so verrückt danach, dass sie mich damit eines Tages begraben.