Zusammen mit Tatiana Corrado Rahimkhan nahm Anna Orlova (r.) an der „Coupe Challenge“ teil. Foto:  TVNOW/Pervin Inan-Serttas

Am Dienstag läuft auf TVNow, dem Streamingportal von RTL, das Finale von „Couple Challenge“. In dem neuen Format kämpfen Promi-Paare oder bekannte Freunde-Duos an einem traumhaften Bergsee im Hochsauerland um 100.000 Euro. Die Berliner Radiomoderatorin Anna Orlova und ihre gute Freundin Tatiana Corrado Rahimkhan werden nachdem sie freiwillig augestiegen waren, allerdings nicht dabei sein. Die richtige Entscheidung, wie Anna Orlova dem KURIER verriet.

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„Ich war so erleichtert, als Tati zu mir kam und gesagt hat, dass wir gehen“, gestand die gebürtige Russin im Gespräch mit dem Kurier. Die Jam-FM-Moderatorin hatte sich während der Aufzeichnungen erkältet und litt unter Fieber. Und auch sonst ging es der sonst so quirligen 29-Jährigen nicht so gut. „Ich bin ein Heimscheißer, der sich eigentlich nie freiwillig aus der Wohnung bewegt“, sagte sie. Sie vermisste ihre Hunde Max und Maja und sie litt durchaus unter Anfeindungen anderer Kandidaten.

Viele der anderen „Couple Challenge“-Paare schienen mit Annas und Tatianas extrovertierter Art nicht klarzukommen. Die Stimmung kippte endgültig, als Anna anderen Kandidaten Rassismus vorwarf, nachdem die ihr mehrfach schreiend einen Deutschkurs nahegelegt hatten. Auch heute steht Anna zu dem Vorwurf. „Ich habe ja nicht gesagt, dass das alles Rassisten sind, ich habe gesagt, dass das, was die gesagt haben, rassistisch ist“, betont sie.

Bei der „Couple Challenge“ vermisste Anna ihre Hunde Max und Maja.  Foto: Privat

Es war ein Moment, der wieder zeigt, dass Trash-TV eben keine Blase für sich ist, sondern gesellschaftliche Themen widerspiegelt. In der aktuellen Rassismus-Diskussion geht es derzeit auch oft mehr darum, sich lautstark vom Rassismus-Vorwurf zu distanzieren, als sich damit auseinanderzusetzen, warum eine Aussage oder Handlung möglicherweise rassistisch ist. Das sieht auch Anna als Problem. „Ich hab früher ganz sicher auch rassistische Sachen gesagt“, gibt sie zu. „Aber ich mach das nicht mehr. Die Leute sollen nicht immer nur abstreiten, sondern sich erklären lassen, warum es vielleicht doch rassistisch ist.“

„Ein Deutschkurs hat viel Geld gekostet, als ich mit meiner Mutter nach Deutschland kam“, erklärt Anna. „Ein Deutschkurs ist ein Privileg. Am Ende bin ich dann nicht nur Ausländer, sondern auch noch arm.“ Es ist nicht das erste Mal, dass die Radiomoderatorin Erfahrungen mit Rassismus und Klassismus, der Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft, macht. Bereits bei Instagram, wo sie inzwischen 72.000 Follower hat, musste sie für ihren Slang schon teils heftige Anfeindungen einstecken.

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Dass derartige Anfeindungen jetzt in aller Öffentlichkeit auf dem Streamingdienst TVNow zu sehen waren, hat Anna indes nicht schockiert, dafür aber noch enger mit ihren treuen Fans verbunden. „Ich hab so viel Rücken von meinen Fans, die mich schon länger kennen, bekommen“, sagt sie. „Das hatte ich noch nie im Leben.“

Ihre Follower hätten ihr so viel Kraft gegeben und sie auch unterstützt, wenn sie anfing, an sich zu zweifeln, dass sie dadurch inzwischen auch „dicke Eier“ bekommen hat und sich – wenn die Rahmenbedingungen stimmen – auch einen weiteren Auftritt im Trash-TV vorstellen könnte. Ein Dating-Format würde es aber sicher nicht werden und auch das „Dschungelcamp“ wäre ihr viel zu weit weg. „Vielleicht ja was in Berlin“, sagt Anna. Dann wäre sie auch nicht weit weg von ihren Hunden.