Vielerorts sind Munschutzmasken schon ausverkauft. David GANNON / AFP

Vor drei Tagen in einem Restaurant nahe Heidelberg. Kurz vor meinem Auftritt. Jemand hustet. Die anderen Gäste schauen sich panisch um. Einige sehen so aus, als würden sie sich gleich auf den Boden werfen und die Hände über Kopf falten, um nicht von umherfliegenden Viren getroffen zu werden. „Na,“ fragt der Wirt in sattem Kurpfälzisch, „hasch Corona?“ Mir persönlich ist es neu, dass Corona jetzt auch eine Hasch-Sorte ist, aber man lernt halt nie aus.

Das Corona-Virus verändert das Miteinander. Ich überlege, ob Räuber jetzt einfach in eine Bank laufen und schreien: „Alles auf den Boden – oder ich huste!“ Oder ob der Plan eines Burka-Verbots jetzt ersetzt wird durch eine „Burka-Pflicht für alle“ – schließlich bleibt das Sars-CoV-2-Virus dann beim Niesen im Stoff hängen.

Natürlich muss man dieser Tage den Unterschied zwischen „Sars-CoV-2“ und „Covid-19“ kennen: Ersteres beschreibt das Virus, letzteres die davon verursachte Lungenentzündung. Leider kann man immer weniger mit diesem Fachwissen glänzen, weil immer mehr Partys aus Corona-Angst abgesagt werden. Auch in meinen Vorstellungen sehe ich die ersten Corona-Angst-Lücken. Was wenig Sinn macht. Schließlich stärkt Lachen erwiesenermaßen die Abwehrkräfte. So verzichten einige auf den Kabarett-Abend, um sich dann mit geschwächter Abwehr im Supermarkt zu infizieren.

Doch sehen wir es positiv: Der CO2-Ausstoß von China hat sich durch den Ausbruch von Corona um ein Viertel reduziert – und das ist erst der Anfang. Vielleicht hat Sars-CoV-2 das Zeug, den Klimawandel aufhalten. Das wäre doch mal eine Schlagzeile wert: Corona rettet die Menschheit!