Kandidat Jonny di Sante und Quizmaster Günther Jauch bei „Wer wird Millionär“. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius

Sie ist die liebste Quizshow der Deutschen – und bringt jede Woche unzählige TV-Zuschauer dazu, ihr Allgemeinwissen zu testen: „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch. Auch am Montag lief eine Folge der Sendung. Dieses Mal nahm unter anderem ein Kandidat auf dem Ratestuhl Platz, der bei einer der Fragen schlichtweg verzweifelte, obwohl das Abgefragte eigentlich zum Grundwissen gehört. Doch Quizmaster Jauch boxte ihn zum Sieg. Hätten Sie die Frage beantworten können?

Es ging um 4000 Euro, als Jauch dem Kandidaten Jonni di Sante aus Gelsenkirchen die Frage stellte, die ihn gehörig ins Schleudern brachte. „Wen wählt hierzulande die Bundesversammlung?“ Die Antwortmöglichkeiten: a) Bundeskanzler, B) Bundespräsident, C) Bundesverfassungsrichter oder D) Bundestagspräsident. Schnell wird klar: Jonni di Sante hat keine Ahnung. „Da muss man schon wissen, was politisch abgeht.“ Jauch zögert. „Wissen Sie das?“, fragt der Kandidat. Jauch: „Ja!“

Bei der 4000-Euro-Frage geht es um große Politik

Er entscheidet sich dafür, den Telefonjoker einzusetzen, ruft eine Freundin an. Sie habe eine Idee, sei aber nicht sicher. „Ich würde auf den Kanzler tippen“, sagt sie – dann bricht das Telefonat ab. Ist „Bundeskanzler“ die richtige Antwort? Natürlich nicht! Die Bundesversammlung bestimmt in Deutschland über den Bundespräsidenten! Hätten Sie es gewusst?+

Lesen Sie dazu auch: Raten Sie mit Günther Jauch!: Hätten Sie seine kniffligen Millionen-Fragen geknackt? >>

Kandidat xxx hat Vertrauen, will den Bundeskanzler einloggen. Doch Jauch zögert, deshalb setzt er seinen 50-50-Joker ein. Und schon ist der Bundeskanzler weg, es bleiben der Bundespräsident und der Bundestagspräsident. Alle Joker sind weg – was tun? „Den Bundestag wählen wir ja alle bei den Bundestagswahlen, das ist ja unser Parlament“, sagt Jauch. „Aber die Frage ist: Wer wählt den Bundespräsidenten und wer wählt den Bundestagspräsidenten? Liegt da irgendwas nah?“ Offensichtlich will Jauch den Quizshow-Teilnehmer zum Sieg boxen.

Jonni di Sante auf dem heißen Ratestuhl bei „Wer wird Millionär“. Foto: TVNOW/Stefan Gregorowius

Dann wird es schräg: „Sind Sie in irgendeinem Verein?“, fragt Jauch. „Ja, beim Aikido.“ – „Und von wem wird der Clubpräsident gewählt?“ – „Von der Versammlung.“ Jauch nun: „Also der Aikido-Präsident wird von der Aikido-Versammlung gewählt.“ Wolfgang Schäuble sei der Bundestagspräsident – wo wem wurde er also gewählt?

Die Diskussion geht weiter. „So viele Hinweise kann ich gar nicht haben“, sagt der Kandidat. „Dann ist es D.“ Die Bundesversammlung wählt also den Bundestagspräsidenten? Jauch verzieht schmerzverzerrt das Gesicht. „Jetzt kann ich genau verstehen, warum die Kandidaten hier so dermaßen nervös werden.“ Doch Jauchs Blick interpretiert er richtig, am Ende entscheidet sich der Kandidat für Antwort B. Richtig! „Gerührt und dankbar nehme ich dieses Wahlergebnis zur Kenntnis. Ich nehme es auch an und befinde des hiermit für richtig.“

Günther Jauch und der Kandidat zittern sich zur richtigen Antwort

Das war eine schwere Geburt! Jauch erklärt es noch einmal. „Der Aikido-Präsident wird von der Aikido-Versammlung gewählt. Deswegen wird der Bundestagspräsident mit hinreichender Gewissheit vom Bundestag gewählt. Das war meine Eselsbrücke. Allerdings: Nicht alle Esel betreten sie.“ Wie geht’s weiter für den Kandidaten? Vielleicht liegt es an der Unsicherheit, doch nach der nächsten Frage ist dann endgültig Schluss. Es geht um 8000 Euro. „Und ab jetzt halte ich sowas von die Klappe – ich versprechs“, sagt Jauch.

Lesen Sie dazu auch: Zitterpartie bei „Wer wird Millionär“: Kandidatin scheitert fast an 50-Euro-Frage: Hätten Sie es gewusst? >>

Die Frage lautet: „Welcher Weltmeister wechselte – was den Arbeitgeber betrifft – unlängst von einer ,Alten Dame‘ zur anderen?“ War es A) Sami Khedira, B) Mesut Özil, C) Mario Götze oder D) Kevin Großkreutz? Kandidat Jonni di Sante streicht die Segel, nimmt seine 4000 Euro und geht. Die richtige Antwort wäre übrigens A) Sami Khedira gewesen – denn der Prodi-Fußballer wechselte erst kürzlich von Juventus Turin zu Hertha BSC. Beide Vereine werden in den Heimatländern als „Alte Dame“ bezeichnet.