„Der Boden ist Lava“ ist eine beliebte Show auf Netflix.
„Der Boden ist Lava“ ist eine beliebte Show auf Netflix. Netflix/Patrick Wymore

Man hat das ja öfter, wenn man Fernsehen schaut, dass man denkt: Da wäre ich gerne dabei. Besonders bei epischen Filmen wie „Herr der Ringe“ oder „Star Wars“ mag das Gefühl aufkommen. Man will auch Abenteuer erleben, doch beim zweiten Nachdenken fällt uns dann auf, dass das vielleicht gar keine gute Idee sei. Denn die Welten, in denen die beiden Film-Epen spielen, sind sogar noch etwas kaputter als unsere – und alle Charaktere überleben die Abenteuer quasi nur, weil die Geschichte das eben so braucht, um erzählt zu werden.

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Doch es gibt eine Show, die seit einiger Zeit auf Netflix läuft, in die man sich gefahrenlos hereinträumen kann – besonders, weil man dieses Spiel als Kind selbst schon oft gespielt hat: „Floor is Lava“ – oder zu Deutsch: „Der Boden ist Lava“.

„Der Boden ist Lava“: So funktioniert die Netflix-Show

Im Jahr 2020 kam auf Netflix die erste Staffel der Show heraus, die sich durchaus das Siegel „Bitte nachmachen“ verdient hat. Das Konzept war und ist bis heute einfach: Drei Kandidaten-Gruppen mussten von einer Ecke des Zimmers in die andere kommen, ohne dabei den Boden zu berühren, denn der ist wie im Kinderspiel-Lava. Allerdings ist das in der TV-Show eben nicht der Phantasie überlassen, sondern das Studio wird tatsächlich mit einer rötlichen, schleimigen Flüssigkeit geflutet, in die die Kandidaten nicht hineinstürzen dürfen.

In der zweiten Staffel von „Der Boden ist Lava“ müssen die Kandidaten am Ende einen Vulkan erklimmen.
In der zweiten Staffel von „Der Boden ist Lava“ müssen die Kandidaten am Ende einen Vulkan erklimmen. Netflix

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Bereits die erste Staffel, in der die zu durchquerenden Zimmer noch deutlich spartanischer und eher wie echte Zimmer aussahen, als die schrill-bunten Räume in der zweiten Auflage, wurde ein großer Erfolg. Das hatte wohl mit dem Zeitpunkt der Ausstrahlung zu tun, denn als die Show herauskam, begann auch das Corona-Virus seinen Siegeszug und zwang die Welt in einen Lockdown. Und in dem kam eine Show, die ein bekanntes Kinderspiel, dass man in der heimischen Wohnung nachspielen konnte, genau richtig.

„Der Boden ist Lava“: Zweite Staffel bunter und komplexer

Entsprechend überraschend war es, dass die zweite Staffel nun zwei Jahre auf sich warten ließ, doch das hat sich gelohnt. Zwar ähnelt das „Floor is Lava“-Studio nun immer weniger normalen Wohn- oder Schlafzimmer und die Hindernisse sind viel komplexer, als man es zuhause nachbauen könnte, doch an der Grundstimmung hat sich nichts geändert.

Auch in diesem Jahr saß ich wieder gebannt vor dem Fernseher und wünschte mir nichts sehnlicher als dieses Abenteuer (ohne echte Gefahren) auch einmal zu erleben. Denn das ist das Problem an der Netflix-Serie: Die beiden bislang gedrehten Staffeln wurden in den USA mit amerikanischen Kandidaten produziert, ob es auch eine deutsche Variante geben wird, ist unklar.

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Bleibt uns hierzulande also ein solches, ungefährliches Abenteuer für immer verwehrt? Sind wir zum Zuschauen verdammt? Nicht unbedingt. Schließlich gibt es hierzulande zahlreiche Escape-Rooms, die zumindest ein ähnliches Publikum ansprechen dürften. Sollte sich ein Betreiber entschließen, einen seiner Räume mit Fake-Lava zu füllen, ich wäre direkt dabei – erst recht, wenn dabei keine Kamera auf mich gerichtet ist.

Domescu Möller schreibt jeden Donnerstag im KURIER über die Welt des Fernsehens.
Anregungen an wirvonhier@berlinerverlag.com.