Schauspieler Benjamin Schnau bringt 30er-Jahre-Optik mit.  Foto: Promo

Der Schwarzweißfilm Mank ist in diesem Jahr für zehn Oscars nominiert und darüber kann sich auch ein Deutscher freuen: Benjamin Schnau weiß zwar, dass er nur einen kleinen Beitrag mit zu dem Erfolg geleistet hat, aber „ich bin stolz darauf“, sagt er. Zumal der Dreh mit Gary Oldman – mit dem er sogar seine Szene hat – die erste (Neben)-Rolle des 34-Jährigen in einer großen Hollywood-Produktion ist.

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Der gebürtige Magdeburger hatte auf der Kölner Schauspielschule „First Take“ studiert und schnupperte in Bavaria Filmstudios bei den „Rosenheim Cops“ zum ersten Mal „Set-Luft“. Danach stand für den 33-Jährigen fest, „dass ich die Schauspielerei zum Vollzeitjob machen werde“.  2017 wagte Schnau dann den Sprung nach Hollywood: „Es war schon als kleiner Junge aus der DDR mein Traum, dort zu landen. Damals schien er unerfüllbar … und jetzt stand ich plötzlich wirklich da, wo ich hinwollte.“

Im Januar 2020 erfuhr Schnau von seinem Agenten, dass „Netflix“ Schauspieler mit „30er Jahre Look“ suchte. Er bewarb sich mit einer Video-Audition: „Ich war echt fassungslos vor Glück, als ich nach vier Tagen die Zusage bekommen habe.“

Dreharbeiten zu Mank in Los Angeles

Die Dreharbeiten fanden in Downtown Los Angeles statt, wo man ein ganzes Viertel ins Jahr 1934 zurückversetzte. Schnau hatte seine eigene Garderobe: „Die haben mir meinen Anzug am Set geschneidert. Mit wurden die Haare millimetergenau nach Vorgabe geschnitten, nichts wurde dem Zufall überlassen.“ Mank erzählt die wahre Geschichte des Hollywood-Drehbuchautors Herman J. Mankiewicz (Gary Oldman) und dessen Streitigkeiten mit dem Regisseur Orson Welles (Tom Burke) über das Drehbuch für den Filmklassiker „Citizen Kane“.

Gary Oldman (r.) und Amandy Seyfried in einer Szene des Films „Mank“. Foto: Imago/Netflix

Schnau spielt den Besucher einer Beerdigung und muss mit seiner Film-Ehefrau hinter Gary Oldman zum Auto gehen. Er hat nur einen Satz – „Let’s get out of here Honey“. Doch selbst dessen Intonation gab Regisseur David Fincher genau vor: „Ich hatte gelesen, dass er sehr akribisch ist. Das war noch untertrieben. Wir haben allein meine Szene gut 25 Mal gedreht.“ Am Ende ereilte ihn ein typisches Schauspieler-Schicksal: Sein Satz wurde rausgeschnitten. Begeistert ist Schnau über seine Erfahrung mit Superstar Oldman: „Er hat null Starallüren. Er war superentspannt und hat Späßchen gemacht. Doch sobald die Kamera lief, war er voll da.“

Am Ende des zweiten Drehtags verabschiedete sich Schnau bei Fincher „Ich habe mich bedankt, dass er mir die Rolle gegeben hat meinte nur ‚Nein lass mal, ich habe DIR zu danken!‘“

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Schnau ist happy, dass es nach einem Jahr Corona-Stillstand in Hollywood endlich wieder losgeht. Er hat bereits zwei Auditions – für eine Netflix-Comedy und einen großen Kinofilm – gehabt. Die Oscars am 25. April wird er im Freundeskreis ansehen „und natürlich ‚Mank‘ – insbesondere Gary, David Fincher und natürlich auch Amanda Seyfried die Daumen drücken.“