Die TV-Show „Bauer sucht Frau“ hat von Peta einen Negativpreis bekommen.
Die TV-Show „Bauer sucht Frau“ hat von Peta einen Negativpreis bekommen. RTL

„Bauer sucht Frau“ ist eines der bekanntesten Trash-TV-Formate des Landes. Die Dating-Show läuft bereits seit 2005 im Deutschen Fernsehen. Dabei suchen Landwirte (und deutlich seltener auch Landwirtinnen) im Fernsehen die große Liebe. Manchmal klappt es tatsächlich mit der Partnervermittlung, im Zentrum steht jedoch die Unterhaltung der Zuschauer. Dafür werden die Kandidatinnen und Kandidaten auch schon einmal in unvorteilhafte Situationen gebracht. Während diese aber freiwillig entschieden haben, bei der Show mitzumachen, gilt das für die Tiere, die gezeigt werden nicht. Das hat „Bauer sucht Frau“ nun einen Negativ-Preis der Tierrechtsorganisation Peta eingebracht.

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Peta prangert „Bauer sucht Frau“ an

„Speziesismus des Monats im November 2022“ ist der etwas ungelenk klingende Name der Negativ-Auszeichnung. Sepziesismus bezeichnet dabei die moralische Diskriminierung von Lebewesen aufgrund ihrer Artzugehörigkeit. Gemeint ist damit, dass das Leben oder Leid eines Lebewesens weniger stark berücksichtigt wird, weil es nicht einer bestimmten Spezies angehört. Vor allem geht es da um die Unterschiede zwischen Menschen und anderen Tieren, sowie zwischen Hunden und Katzen im Gegensatz zu Kühen oder Schweinen. 

Die RTL-Show „Bauer sucht Frau“ bekam den Negativ-Preis, da sie bereits 18 Staffeln lang Tierausbeutung verharmlose und sogar romantisiere. Eine Aufklärung über durch die Landwirtschaft verursachtes Tierleid finde nicht statt, prangert Peta an. Stattdessen blieben der Besuch von Kuhschauen, schlechte Haltungsformen und zynische Tiernamen wie „Leberwust“ und „Blutwurst“ unreflektiert und würden sogar ins Lächerliche gezogen. 

Vielmehr würde der Verzehr von tierischen Produkten als nachhaltig und frisch gefeiert. Die Tötung der Tiere, die für die Herstellung dieser Produkte notwendig sei, hingegen nicht, kritisiert Peta.

Peta gegen „Bauer sucht Frau“: Tiere sind keine Kulisse

Weiter heißt es, seien Tiere keine Kulisse für Unterhaltungszwecke. Eine Kritik, die die Tierrechtler auch beim Dschungelcamp immer wieder anbringen. So würden bei „Bauer sucht Frau“ Millionen von Zuschauern mit süßen Tierbabys vor die Bildschirme gelockt. Wenn aber niedliche Kälber mit der Flasche ernährt werden, spart die Sendung aus, dass der Grund dafür ist, dass die Kälber ihren Müttern entrissen werden, damit sie bestimmte Milch nicht trinken. Auch die tagelangen verzweifelten Rufe der Tiermütter, die nach ihren Babys suchen, würden laut verschwiegen.

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Peta prangert an, dass „Bauer sucht Frau“ die speziesistischen Denkmuster, nach denen es nicht verwerflich sei, „Milliarden von Tieren für die ‚Produktion‘ von Fleisch, Eiern, Milch, Fischfleisch und Honig leiden zu lassen“ verstärke und aufrechterhalte. „Schweine, Rinder, Hühner, Fische und andere Tiere möchten einfach nur ein friedliches und selbstbestimmtes Leben führen. Wie Hunde, Kaninchen und Menschen fühlen auch sie Schmerz, Angst, Freude und Einsamkeit.“ Eine Reaktion auf die Vorwürfe seitens der RTL-Show gibt es nicht.