Dieser Klunker steht bei „Bares für Rares“ zum Verkauf. ZDF

Funkeln soll er, strahlen soll er – und vor allem nicht im Safe vergammeln. „Der Ring muss einfach an das Licht der Welt“, erklärt Wolfgang Zinn (67) aus Essen, warum er den Wahnsinnsklunker abgeben will, den er zum ZDF in die Trödelsendung „Bares für Rares“ getragen hat. Klingt vielversprechend, ist es auch. Für diesen Ring mit grünem Stein gibt es grüne Scheine – und zwar viele!

„Leck’ mich am Söckchen, das ist aber ein Kawenzmann“, staunt „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter nicht schlecht, als er das gute Stück zum ersten Mal sieht. „Das ist nichts für den bescheidenen Haushalt. Wenn man damit reinkommt, reicht eine leichte Lichtquelle und der Saal ist hell.“

Lesen Sie auch: Mega-Deal bei „Bares für Rares“: Verkäuferin kämpft mit den Tränen – Kreuz aus Omas Nähkästchen bringt Hammer-Preis >>

„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz nimmt den Ring genau unter die Lupe. ZDF

Während Expertin Wendela Horz noch mit der Lupe das Schmuckstück begutachtet, plaudert er kurz mit dem Kandidaten: „Meine Frau hat ihn in 25 Jahren drei Mal getragen“, erklärt der. Zuvor hatte sie ihn von ihrer Lieblingstante vererbt bekommen. Nun ist es Zeit, einen neuen Besitzer zu finden.

„Bares für Rares“-Expertin findet viele Mängel

„Es ist ein sehr prächtiger Damenring in 585er-Gelbgold. Auf den ersten Blick ist das ein großes Juwel“, beginnt die Fachfrau ihre Expertise und lässt schon im zweiten Satz durchblicken, dass irgendwas nicht ganz stimmt mit dem Ring.

Lesen Sie auch: DAS gab es bei „Bares für Rares“ noch nie! Kandidaten legen sich mit Horst Lichter an – ihr Gemälde dürfen sie trotzdem verkaufen >>

In der Mitte strahlt ein großer, grüner Smaragd mit über einem Karat. „Er hat eine schöne Farbe. Aber auch eine Beschädigung. Da hat der Fasser einen Schlag gelandet, es ist ein Stück rausgebrochen“, dämpft Wendela Horz die Erwartungen. „Mir scheint, der Stein habe auch einige Einschlüsse oder Risse, die bis an die Oberfläche reichen. Der Stein wurde geölt und an der Unterseite ist das Öl eingedrungen. Und das ist schon stark gealtert.“

Leider findet die „Bares für Rares“-Expertin viele Macken bei dem prächtigen Ring. ZDF

Die Entourage aus weiteren Diamanten ist prächtig gestaltet. Sie erinnert an eine exotische Blüte. Als die „Bares für Rares“-Expertin den Ring im Studiolicht bewegt, funkeln sie mit einem Wirbeleffekt. „Es gibt Trapezdiamanten, die wie kleine Treppenstufen in unterschiedlichen Höhen angelegt sind. Die reflektieren das Licht um den grünen Stein und heben so das Grün des Smaragdes noch einmal an“, sagt sie. Die Steine außen sind im Brillantschliff gearbeitet. Alles zusammen gerechnet wiegen die Steine gut zwei Karat.

Lesen Sie auch: Berlinerin wittert Abzocke beim Juwelier – was sie bei „Bares für Rares“ für ihren Ring bekommt, ist einfach unfassbar >>

Alle Steine haben eine niedrige Qualität, auch die Verarbeitung lässt zu wünschen übrig. „Wenn man den Unterbau anschaut, ist das ein ganz, ganz einfacher Guss“, meint Wendela Horz. Viel Gutes hat sie nicht zu sagen zu dem Schmuckstück. Kann sie den Wunschpreis von 2000 bis 3000 Euro trotzdem bestätigen? Immerhin ist es ja dennoch ein mächtiger Klunker mit all seinen Diamanten.

Händlerin überbietet die „Bares für Rares“-Expertise

„Also den Ring in dieser Qualität bewerte ich mit 1500 bis 1800 Euro“, muss sie den Kandidaten enttäuschen. Der nimmt die Händlerkarte trotzdem; schließlich wäre es nicht das erste Mal, dass die Expertise deutlich überstiegen würde.

Lesen Sie auch: Nach Mega-Deal bei „Bares für Rares“! Händlerin packt aus: DAS passiert wirklich nach der Sendung >>

Im „Bares für Rares“-Verkaufsraum klärt Elke Velten ihre Kollegen über Material und Herkunft auf und ist begeistert von dem Ring. Dann startet sie mit 1500 Euro als Einstiegsgebot. Das ist schon mal eine Hausnummer, die David Suppes, der ebenfalls Interesse hat, kurz schlucken lässt.

„Bares für Rares“-Händlerin Elke Velten kauft den Ring für 2100 Euro. ZDF

„Willst du dich vielleicht erstmal selbst überbieten, Elke?“, fragt er die Kollegin, um damit Bedenkzeit rauszuholen. Die legt 300 Euro auf ihr Startgebot obendrauf und bringt die Verhandlungen damit endlich in Schwung. David Suppes macht dann die 2000 Euro voll. Der Schätzpreis ist überboten, die Schmerzgrenze des Verkäufers erreicht. Doch Elke Velten will den Rind unbedingt haben, bietet 2100 Euro und bekommt den Zuschlag. Das macht dann auch Wolfgang Zinn glücklich – immerhin hatte er nach der Expertise mit diesem Preis nicht mehr rechnen dürfen. Wahnsinn! Das sind viele grüne Scheine für den grünen Stein und seinen Ring.

Lesen Sie auch: KZ-Geschichte bei „Bares für Rares“: 50-D-Mark-Gemälde hat unfassbaren Wert – doch dann geht beim Verkauf alles schief >>

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.