„Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger sieht die Bronze als erste und ist schockiert. ZDF

Es war einmal eine Prinzessin, der ihre goldene Kugel beim Spiel in den Brunnen gefallen war. Und wenn sie nicht gestorben ist, dann lebt sie wohl noch heute. Den Rest der Geschichte ersparen wir Ihnen an dieser Stelle. Denn wir haben eine viel spannendere im Angebot. Eine Geschichte aus dem wahren Leben. Aus der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ um genau zu sein. Denn da passierte jüngst etwas Märchenhaftes. Händlerin Susanne Steiger erkannte plötzlich etwas wieder, was sie schon einmal besessen hatte und an dem ihr Herz hängt. Kein Wunder, dass sie bereit ist, einen Wahnsinns-Preis zu zahlen. Aber der Reihe nach.

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„Die Skulptur ist von meiner Mutter, die sie von ihrem Vater bekommen hat. Jetzt hat sie sie mir überreicht, um sie hier an den Mann zu bringen“, erklärt Christoph Stock, der mit seiner Tochter Kristina Barth in die Sendung gekommen ist.

Diese Skulptur stehe bei „Bares für Rares“ zum Verkauf. ZDF

„Bares für Rares“-Kunstexperte Albert Meyer muss als erstes aufklären, warum die Figur so seltsam dunkel ist. Das ist nicht etwa ein Fehler oder eine Beschädigung. „Diese dunkle Farbe ist gewollt. Das ist eine dunkel patinierte Bronze“, sagt er. „Aber schau doch mal die Feinheiten an“, schwärmt er in Richtung Moderator Horst Lichter. „Fangen wir mit der Frisur an. Diese kunstvoll gestaltete Frisur, fantastisch gearbeitet. Und kannst du dieses kleine Tier sehen, was sie in der linken Hand hält?“

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„Bares für Rares“-Experte: „Können Sie Gedanken lesen?“

Horst Lichter schaut genauer hin: „Das ist ein Frosch. Der Froschkönig?“, fragt er. „Richtig. Und deshalb ist die Figur in jeder Beziehung märchenhaft“, sagt Albert Meyer. Sie ist signiert von Adolf Daumiller. Kein Unbekannter. Datieren würde der „Bares für Rares“-Fachmann den detailverliebten Bronze-Massivguss auf 1905 bis 1910. Damals seien Akt-Figuren noch verpönt gewesen, mit der märchenhaften Darstellung konnte man das Thema überhaupt nur künstlerisch umsetzen. „Im Prinzip ist das frühe Erotik“, meint Horst Lichter.

„Bares für Rares“-Experte Albert Meyer ist begeistert von der Froschkönig-Statue. ZDF

Besonders begeistert den Experten aber der glockenförmige Serpentinstein als Sockel. „Das habe ich so noch nicht gesehen. Der Zustand der Figur ist hervorragend“, sagt er. „600 Euro aufwärts“, wünscht sich Christoph Stock für die Figur. Das kann Albert Meyer nur bestätigen. „Können Sie Gedanken lesen? Mein Preis ist genau, was Sie gesagt haben. Meine Schätzung liegt bei 600 bis 800 Euro“, sagt er.

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Im Händlerraum lüftet Susanne Steiger das Tuch, unter dem sich das Objekt befindet. Nach einem ersten „Ui“ bleibt sie erschrocken stehen: „Oh nein, die kenne ich. Die habe ich schon einmal gehabt“, sagt sie. „Die habe ich mal gehabt und dann verschenkt an einen guten Freund. Ich habe die Tage noch an sie gedacht.“

Als die Kandidaten zur Tür reinkommen, bekommt die „Bares für Rares“-Händlerin das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Julian Schmitz-Avila klärt Vater und Tochter auf, das seine Kollegin diese Figur schon einmal besessen hat. Will sie sie nun wiederhaben?

Schicksalsbegegnung bei „Bares für Rares“

„Es gibt so Stücke, da denkt man ganz, ganz oft dran, weil sie einen so bewegt haben. Und genau das ist so ein Stück“, sagt sie. Eigentlich scheint hier schon klar, an wen der Verkauf gehen wird. Denn gefühlt ist der Schmuckverkäuferin nichts zu teuer, wenn sie ein Objekt wirklich haben will. Eine gute Ausgangsposition ist das für die Kandidaten allemal.

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„Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger bestaunt die Figur, die sie schon einmal besessen hatte. ZDF

„Die Auflage der Bronze ist nicht sehr hoch. Es ist nicht oft, das man ein Stück zweimal hat. Und dass ich jetzt die Chance habe, sie noch einmal zu erwerben, das kann kein Zufall sein“, fährt sie ihren Monolog fort. Das Anfangsgebot kommt dann aber von Julian Schmitz-Avila, der 200 Euro bietet und sich direkt zur Kollegin umdreht in der Erwartung, das sie den nächsten Preisvorschlag macht. Zunächst werfen aber Christian Vechelt und Walter „Waldi“ Lehnertz ihre Vorstellungen in den Raum. Wieder schauen alle zu Susanne Steiger: „Susi, wann steigst du denn ein?“, will Julian Schmitz-Avila wissen.

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„Bares für Rares“-Händlerin zahlt mehr als nötig

„Was sagen Sie denn zu 270 Euro“, fragt diese die Verkäufer. So viel steht bisher als Höchstgebot zu Buche. „Da Sie die Figur besessen haben, wissen Sie, das wir weit weg sind“, meint Christoph Stock. Susanne Steiger nickt: „Ich habe Sie damals sehr teuer gekauft. Aber ich würde es mal mit dem Preis versuchen, der aktuell bei Auktionen gezahlt wird. Das wären 500 Euro.“

Für 750 Euro kauft „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger die Bronze-Figur zurück. ZDF

Doch das ist dem Verkäufer noch zu wenig. Er verhandelt. Und verhandelt gut. 730 Euro leiert er der Händlerin aus den Rippen. Und weil die so begeistert ist, legt sie beim Geldzählen sogar noch 20 Euro drauf. „Das ist phänomenal, das ist Schicksal. Das ist die schönste Bronze, die ich jemals hatte“, sagt sie. Was für ein Glück für die Verkäufer, die ohne dieses „Schicksal“ nur einen viel geringeren Preis bekommen hätten.

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Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.