Dieser uralte Armreif soll bei „Bares für Rares“ einen neuen Besitzer finden.
Dieser uralte Armreif soll bei „Bares für Rares“ einen neuen Besitzer finden. ZDF

Worum geht es eigentlich bei „Bares für Rares“? Die Rarität oder doch nur den Drang, auch einmal im Fernsehen zu sein? Endlich mal die Idole aus der Nachmittags-Sendung live zu treffen, mit ihnen zu plaudern? Fantalk oder Trödelshow – das ist hier die Frage! Denn der goldene Uralt-Armreif, der zum Verkauf stand, war mindestens für einen eigentlich Nebensache. Lesen Sie mal, wie dieser Verkauf wirklich verlief.

„Den Armreif möchte ich nicht behalten, weil ich ihn für mich nicht verwenden kann. Und das Bare kann ich gut gebrauchen, weil ich ein Studium anfangen werde und da jede Finanzspritze willkommen ist“, meint der Kandidat. „Das habe ich von meiner Oma geerbt und sie hatte es von ihrer Urgroßmutter bekommen.“

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Zu dem also offensichtlich sehr alten Armreif gibt es auch eine Verpackung aus Leder, die ein wirklich prächtiges Inneres offenbart. Allerdings gehörten dort ursprünglich auch eine Brosche und Ohrschmuck hinein. Die sind nicht mehr da.

„Bares für Rares“-Expertin vor allem von Schmuckschatulle verzückt

Wendela Horz, „Bares für Rares“-Expertin für Schmuck, testet das Material. Die Punze ist nämlich nicht mehr erkennbar. Es ist 585er Gold in verschiedenen Farben! Der Grundaufbau ist aus Gelbgold, dann gibt es einen rotgoldenen Ring und in Grüngold ein aufgelegtes Blatt.

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„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz erklärt, was es mit dem alten Armreif auf sich hat.
„Bares für Rares“-Expertin Wendela Horz erklärt, was es mit dem alten Armreif auf sich hat. ZDF

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„Der Zustand ist gerade noch gut. Es gibt keine wirklichen Beschädigungen, aber es gibt einige kleine Dellen“, verrät die Fachfrau. „Es ist ein Stück aus der deutschen Schmuckgeschichte“, meint sie und datiert es auf ungefähr 1860 bis 1870.

„Es gab eine Strömung, den sogenannten Realismus, in der es einige sachliche Elemente wie an diesem Armreif gab. Man hat technische Verbindungen als Schmuckelemente genutzt. Es gibt also einen Ring, durch den wird dieses Band gefädelt und mit einer Schraube festgeschraubt. Zu der Zeit fand man das schick“, meint Wendela Horz. Man sei zur Zeit der Industrialisierung stolz auf die technischen Errungenschaften gewesen. Das habe sich auch im Schmuck widergespiegelt.

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Eine kleine Perle am Armreif sowie ein kleines Blatt, ein florales Element, passen gut in die Zeit des Historismus. „Der Dekorationswille war stark“, lacht die „Bares für Rares“-Expertin.

„Insgesamt ist die Kombination mit der wunderschönen Schatulle wirklich sehr schön. Sie ist aus Leder, sehr, sehr schön ausgeführt. Innen sind Samt und Satin. Das ist eine sehr schöne Schmuckschatulle“, lobt Wendela Horz.

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Begeisterung im „Bares für Rares“-Händlerraum

Und was will der Kandidat dafür haben? „Ich hatte zwischen 500 und 600 Euro gedacht“, erklärt der 26-Jährige. „Es kommen ca. 20 Gramm Gold zusammen. Da liegen wir heute bei grob 540 Euro. Und natürlich wäre das viel zu wenig. Meine Schätzung liegt bei 800 bis 1000 Euro“, verdoppelt Wendela Horz den Wunschpreis beinah in ihrer Expertise. Hammer!

Natürlich gibt es für den tollen Uralt-Armreif die Händlerkarte. Jetzt müssen die potenziellen Käufer nur noch überzeugt werden, möglichst viel für ihn hinzublättern.

„Ui“, staunt „Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger bei der Begutachtung. Auch über die Schatulle. „Schaut euch mal das Innenleben an. Wie aufwendig“, meint sie. „Es ist auch sehr alt. Das Kästchen zusammen mit dem Armreif ist wirklich phänomenal.“

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Im „Bares für Rares“-Händlerraum ist Susanne Steiger absolut fasziniert von dem alten Armreif.
Im „Bares für Rares“-Händlerraum ist Susanne Steiger absolut fasziniert von dem alten Armreif. ZDF

Als der Kandidat zur Tür hereinkommt, wird er zunächst mit Frage gelöchert. Die kann er alle beantworten. Doch Christian Vechtel sagt gleich, dass der nicht mitbieten wird. Macht nichts. Thorsden Schlößner startet mit 400 Euro. Susanne Steiger ist natürlich auch dabei. Beide schaukeln sich hoch. Aber bei 620 Euro ist scheinbar Schluss.

„Bares für Rares“-Kandidat verhandelt mit Susanne Steiger

„Würden Sie es Susi dafür verkaufen“, hakt Thorsden Schlößner nach. „Da tu ich mich noch ein bisschen schwer, weil der reine Materialwert schon bei 540 Euro liegt. Dadurch, dass es fast 150 Jahre alt ist, wäre es mir doch zu schade“, meint der Kandidat.

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„Ich habe es nicht gewogen, aber dann würde ich auch noch 700 Euro machen“, meint Susanne Steiger. David Succu zögert und verhandelt. Beide treffen sich bei 750 Euro. Das finden beide gut. Und der künftige Student ist happy mit der Finanzspritze, die deutlich höher als gedacht ausgefallen ist. Und: „Tatsächlich bin ich auch glücklich, dass mich meine Oma im Fernsehen sehen wird“, lacht er.

„Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger kauft den Armreif für 750 Euro.
„Bares für Rares“-Händlerin Susanne Steiger kauft den Armreif für 750 Euro. ZDF

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.