In der Sondersendung von „Bares für Rares“ steht ein 5-Euro-Flohmarkt-Fund mit unfassbarem Wert auf dem Experten-Tisch. Den Preis-Vorschlag kann Kandidatin Sabine kaum glauben. ZDF

Goldenes Händler-Kärtchen, besondere Location: Sie ahnen es schon! Es ist wieder Zeit für eine ganze besondere Ausgabe der Kultsendung „Bares für Rares“. Diesmal in Rheingau auf dem Schloss Johannisberg und mit einem scheinbar unscheinbaren Flohmarkt-Fund, dessen Wert sich mal so richtig ordentlich gewaschen hat. Eine Weltsensation könnte man meinen. Aber der Reihe nach…

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Sabine hat etwas mit in die Sendung gebracht, von dem wohl die meisten Zuschauer auf den ersten Blick keine Ahnung haben, was es ist. Auch sie selbst scheint ahnungslos. „Mein Mann und ich sind Flohmarktgänger. An diesem Tag war ich eigentlich schon fertig, bin dann aber einen Gang noch einmal entlangeschlendert, als eine Dame diese Schale aus einer Kiste holte. Für 5 Euro habe ich sie mitgenommen“, berichtet die Kandidatin. Das kann Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel gar nicht fassen und schüttelt ungläubig den Kopf. Noch ahnt niemand, um was es sich hierbei wirklich handelt.

Das Trinkgefäß, dass bei „Bares für Rares“ verkauft werden soll, ist innen sogar vergoldet.  ZDF

„Bares für Rares“-Expertin erklärt die unglaubliche historische Bedeutung

„Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter kann das Mitbringsel selbst nicht einordnen. „Hast du sowas schon mal gesehen?“, fragt er Dr. Heide Rezepa-Zabel. „Ja, tatsächlich habe ich so etwas schon einmal gesehen. Das ist ein sogenannter ,Kovsh‘, ein traditionelles russisches Trinkgefäß“, erklärt die Fachfrau.

„Es ist Silber und nach meiner Erfahrung für diese Stücke auch aus 84 Zolotniki – bedeutet 875er Silber. Und wie man sieht, ist das Stück innen vergoldet. Aber aus solchen Kovshs wurde nie getrunken. Es handelt sich hier um ein Ehrengeschenk des kaiserlichen Hofes. Ausgegeben hatte dieses Stück Katharina die Große – hier auch als Portrait auf der Wandung“, gibt die „Bares für Rares“- Kunsthistorikerin zum Besten. „Ach, hör auf“, entfährt es Horst Lichter. Auch die Kandidatin ist sprachlos.

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Als „Bares für Rares“-Expertin Dr. Heide Rezepa-Zabel den Preis nennt, sind Horst Lichter und Kandidatin Sabine fassungslos.  ZDF

„Ganz genauso ist es“, betont Dr. Heide Rezepa-Zabel. „Hier gibt es nämlich eine Umschrift mit einer Widmung ,von Katharina der Großen an Andre Diatschkin‘. Der war ein Hetman, also ein Hauptmann, ein Stammes-Ältester der sogenannten ,Donkosaken‘.“ Verrückt! Und dieses offenkundig so wertvolle Stück gab es einfach so auf dem Flohmarkt. Dabei gehört es doch eigentlich ins Museum.

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„Bares für Rares“-Schätzung ist eine Sensation

Der Zustand ist tadellos. „Es ist dickwandig ausgetrieben. Man sieht hier schon das Oxidat – das ist dunkel angelaufen. Das hat nichts mit Niello zu tun, aber das ist gut, dass Sie es nicht geputzt haben. So etwas muss man vorsichtig putzen, um den vollen Glanz wieder herauszuholen“, erklärt die „Bares für Rares“-Expertin noch fix. Dann geht es an die Preisverhandlung.

Katharina die Große ist auf dem Kovsh abgebildet, der bei „Bares für Rares“ zum Verkauf steht. ZDF

„Was möchtest du denn haben?“, will Horst Lichter von Sabine wissen. „Ich hatte so gedacht: 15.000 Euro“, sagt die. Wow, was für ein stolzer Preis für eine Sache, die man für 5 Euro auf dem Trödel erstanden hat.

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Wie krass ist das denn bitte? Die Expertin geht sogar noch weiter. „In Anbetracht des wirklich interessanten Jahres, 1763, und der überaus prunkvollen Ausstattung, muss ich hier einen Marktpreis nennen, der weit höher liegt. Und zwar bei 40.000 bis 60.000 Euro. Der Markt hat sich noch nicht stabilisiert. Das ist durchaus ein vorsichtiger Preis.“

Verkauf bei „Bares für Rares“ bringt fünfstellige Mega-Summe

Da muss die Kandidatin erst einmal tief durchatmen. „Schnappatmung“, stößt sie hervor. „Ich würde mal sagen, dass waren die best-investiertesten 5 Euro, die es überhaupt jemals gegeben hat“, freut sich Horst Lichter mit Sabine.

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Natürlich gibt es für die Kandidatin die goldene Händlerkarte von „Bares für Rares“. ZDF

Ist das das neue teuerste Objekt der „Bares für Rares“-Geschichte? Bisher liegt der Rekord bei 42.000 Euro, die für ein Reliquien-Kreuz auf den Tisch gelegt wurden. Aber: Hier war die Expertise sogar noch ein bisschen höher.

Auf jeden Fall werden die „Bares für Rares“-Händler für dieses museale Stück tief in die Tasche greifen müssen. Sind sie dazu bereit? Daniel Meyer jedenfalls ist schon vor dem ersten Gebot bewusst: „Vielleicht müssen wir einen historischen Preis bieten heute.“ Dass seine 5000 Euro Einstiegsgebot weit weg von der Expertise sind, dürfte ihm da schon bewusst sein. 

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„Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer bekommt den Zuschlag

Auch Wolfgang Pauritsch und Fabian Kahl bieten mit. Susanne Steiger fragt nach der Expertise. Noch einmal zur Erinnerung: 40.000 bis 60.000 Euro hatte die Expertin aufgerufen.  „Allein der Gedanke zu wissen, dass Katharina die Große das in den Händen gehalten haben muss...“, wirft die Händlerin ein und bietet 15.000 Euro.  „Es ist ein einmaliges Stück. Aber auch für uns ist eine Preisfindung ohne eine weitläufige Recherche wirklich sehr, sehr schwierig“, gibt sie zu bedenken. Bei 20.000 Euro von Daniel Meyer ist nur noch Wolfang Pauritsch dabei. Aber bei 29.000 Euro ist auch dieser raus.

Die „Bares für Rares“-Händler begutachten ehrfürchtig das museale Mitbringsel der Kandidatin. ZDF

Am Ende reicht es also nicht ganz zum teuersten Stück des „Bares für Rares“-Geschichte! Dennoch wurde die Wunschsumme fast verdoppelt! 9000 Euro zahlt Daniel Meyer an, 20.000 Euro überweist er per Blitzüberweisung! Die Verkäuferin ist happy: In E-Bikes will sie das Geld investieren - „aber gute“.

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Diesen und weitere spektakuläre Verkäufe sehen Sie am Mittwoch ab 20.15 Uhr auf ZDF in der Sondersendung „Bares für Rares XXL“. 

Schon bevor der letztliche Kaufpreis bei „Bares für Rares“ bekannt gegeben wurde, litten die Fans mit der Flohmarkt-Verkäuferin. Ob die sich jetzt wohl sprichwörtlich in den Hintern beißt? Oder gar Ansprüche stellen kann? Vielleicht bekommt sie von der Sendung aber auch gar nichts mit? Oder die „Bares für Rares“-Kandidatin macht sie im Nachhinein ausfindig und gibt ihr etwas vom Gewinn ab?

„Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer kauft das Trinkgefäß für 29.000 Euro.  ZDF

Wie auch immer - Fakt ist: Das russische Trinkgefäß geht als kleine Sensation in die Geschichte von „Bares für Rares“ ein.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags, um 15.05 Uhr, im ZDF.