Ist „Bares für Rares“ ohne  Mitbegründer und Kult-Moderator Horst Lichter überhaupt vorstellbar? ZDF

„Sind Sie auch so zapplig? Ich kann gar nicht ruhig bleiben.“ Mit diesen Worten beginnt Horst Lichter seine Sendung „Bares für Rares“. Er zappelt – beim Zuschauen ist das fast unerträglich –, wippt von einem Bein auf das andere. „Wenn ich allein an die ganzen Raritäten gleich denke und die dazugehörigen Geschichten. Wissen Sie was: Ich glaube wir hören sie uns einfach an und schauen mal zu. Viel Spaß bei ‚Bares für Rares‘“, moderiert er die Sendung an und fügt mit besonderes quatschiger stimme hinzu: „Los geeeeeht’s!“

Dann rennt er aus dem Bild. Die Zuschauer bleiben mit der Frage zurück: Was war das denn? Horst Lichter als Clown im TV? Kommt jetzt sein Aus bei „Bares für Rares“?

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Nur einen Tag später sagt er in der Anmoderation einfach gar nichts: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“, steht auf einem Schild, dass er stattdessen in die Kamera hält. Auf einem weitern steht: „Herzlich willkommen bei Bares für Rares“. Okay, dass ist sicherlich weniger nervig. Aber auch das wird intellektuell sicher nicht seiner Sendung gerecht. Ist es vielleicht eine Reaktion auf die heftige Kritik vom Vortag?

„Bares für Rares“ sorgt für ordentlich Quote – aber auch für Frust

Da gingen die Fans doch teils ordentlich durch die Decke, nicht wenige wünschen sich das Aus von Horst Lichter bei „Bares für Rares“. Ein Aufschrei, der nicht zum ersten Mal laut wird. „Der hat doch den letzten Schuss nicht gehört! Geht’s noch bekloppter?“, fragt einer auf Facebook.

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Ein anderer schreibt: „Hilfe. Was war das denn gerade? Haben seine Betreuer die Medikamente verwechselt oder falsch dosiert? So eröffnet ein Moderator mit normalem Verstand doch keine Sendung. Ich fasse es nicht.“ Vergrault sich das ZDF damit seine Zuschauer für den Quotenhit jeden Nachmittag?

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Horst Lichter moderiert „Bares für Rares“ seit der ersten Sendung am 3. August 2013. ZDF

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Immerhin erreicht das erfolgreiche Format in seinen gelegentlichen Prime-Time-Sendungen „Bares für Rares XXL“ fast 20 Prozent Marktanteil. Die Nachmittagssendungen schaffen es sogar, prozentual noch mehr Menschen in ihren Bann zu ziehen. Doch mit den komischen Anmoderationen machen sich die Macher keine Freunde. Einige Fans berichten schon, dass sie gleich weitergeschaltet haben, als sie den Vorspann gesehen haben.

Horst Lichter und „Bares für Rares“ 

Denn: Es ist nicht das erste Mal, dass der Moderator beim Versuch, witzig sein zu wollen, gnadenlos scheitert. Man wird das Gefühl nicht los, dass seine Anmoderationen immer alberner werden. Dabei spannt er hin und wieder sogar seine Experten mit vor den Karren. Mal ist es Wendela Horz, mal Dr. Heide Rezepa-Zabel, zuletzt traf es auch Albert Maier, der mitmachen musste. Die armen Experten – meinen da einige.

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Andere bleiben da etwas entspannter. Wer die Sendung mag, kann den Anfang verschmerzen. „Der ‚gespielte Witz‘ ist auch manchmal humoristisch grenzwertig und dennoch ist die Sendung eine Bereicherung für die deutsche Fernsehlandschaft“, schreibt jemand.

Und wirklich vorstellbar ist „Bares für Rares“ ohne Horst Lichter auch nicht. Als der Moderator vor einigen Jahren sogar drohte, sein Handtuch freiwillig zu werfen, verzichtete das ZDF auf die geplante Neuerung der Show. Ein Aus von Mitbegründer Horst Lichter bei „Bares für Rares“ konnte das ZDF nicht riskieren.

Die Sendung scheint ohne den Bartträger, der sie seit der Erstausstrahlung am 3. August 2013 moderiert, nicht vorstellbar. Denn wer an „Bares für Rares“ denkt, denkt eben auch an Horst Lichter. Es ist schwer vorstellbar, dass die Sendung auch mit einem anderen Moderator so gut laufen würde. Nur täte dem Moderator eben ein bisschen weniger „gespielter Witz“ sicher gut.

Sie wollen spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.