Leo und Charlotte wollen bei „Bares für Rares“ eine Postkarte von Karl May verkaufen. ZDF

Ein großer, weltberühmter Abenteurer. Ein kleiner Abenteurer, der dem großen nacheifern möchte. Und eine Postkarte. Das ist der Stoff, aus dem die irrste Geschichte der großen „Bares für Rares“-Sondersendung zur Primetime gemacht war. Unfassbare 3000 Euro legte Händler Daniel Meyer auf den Tisch – für ein kleines Stück Pappe mit Briefmarken drauf. Lesen Sie mal, was der irre Grund dafür ist.

„Wir haben die Postkarte vom Onkel meines Vaters bekommen. Als er verstorben ist, haben wir sie von seiner Frau geschenkt bekommen“, erklärt Charlotte (19), die mit ihrem kleinen Bruder Leo (10) gekommen ist.

Lesen Sie auch: Irre Picasso-Vase bei „Bares für Rares XXL“: Sie war ein Totalschaden – jetzt bringt sie einen fünfstelligen Mega-Preis >>

„Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel weiß viel über die kleine Postkarte zu erzählen. ZDF

„Ich möchte Ägyptologe werden“, erklärt der junge Mann. Da muss Horst Lichter natürlich nachhaken. „Das heißt, du möchtest Ausgrabungen machen?“ – „Nein, dass macht ja der Archäologe“, blamiert der 10-Jährige den Star-Moderator.

„Bares für Rares“-Experte bestätigt die Echtheit der Karte

Doch er weiß eben, was er will. Und das ist zunächst einmal das Land wirklich kennenlernen, das ihn so brennend interessiert. Die Postkarte soll im besten Fall eine Reise an den Nil finanzieren. Ob das klappen kann?

Einen Gruß aus Ägypten verschickte Karl May vor 122 Jahren, jetzt soll seine Karte bei „Bares für Rares“ einen stolzen Preis erzielen. ZDF

Immerhin ist dieses kleine Schriftstück eine große Rarität. Karl May hatte sie einst an einen König von Bayern geschickt. Sie ahnen es: aus Ägypten. Die Echtheit bestätigt „Bares für Rares“-Experte Detlev Kümmel gleich im ersten Satz.

Lesen Sie auch: Rentner erfüllt sich Traum bei „Bares für Rares“: 3-Karat-Brosche seiner verstorbenen Frau bringt einen Mega-Preis >>

„Wir haben eine Karte, die zweimal frankiert und abgestempelt ist. Am 6. Mai 1899 wurde sie abgeschickt in Kairo, angekommen in München ist sie am 24. Mai 1899“, deutet er auf die Poststempel. Der Empfänger ist der Prinz Adalbert von Bayern. Adressiert ist die Karte ans Schloss Nymphenburg.

Vor den „Bares für Rares“-Händlern bleiben Charlotte und Leo absolut cool. ZDF

„1899 ist Karl May zu seiner ersten außereuropäischen Reise aufgebrochen“, erklärt Detlev Kümmel. „Dann ist er nach Ägypten gereist und wurde gebeten an mehrere Adressaten aus dem Königshaus zu schreiben. Unter anderem an Prinz Adalbert, der damals erst 13 Jahre alt war.“

„Kannten die sich?“, will Horst Lichter wissen. „Nein, schaue mal hier“, zeigt der Fachmann auf die Karte. Dort steht Adelbert – mit e statt a. „Das wäre bei Freunden wohl nicht passiert“, meint Detlev Kümmel.

Wahnsinns-Expertise bei „Bares für Rares“

Dann dreht er die Karte um. Neben vier kleinen Bildchen steht dort geschrieben: „Gruß aus Ägypten!!“ Eins der Ausrufezeichen ist etwas verwischt. Darunter steht dann „May“. Der Zustand ist sonst richtig gut.

Lesen Sie auch: KZ-Geschichte bei „Bares für Rares“: 50-D-Mark-Bild hat unfassbaren Wert – doch dann geht beim Verkauf alles schief >>

Als Horst Lichter fragt, was die Kinder gern für ihren Schatz hätten, bleibt Charlotte selbstbewusst. „Was man halt für eine Reise so braucht. Aber Minimum 700 Euro“, sagt sie. Was für ein stolzer Preis. Doch Detlev setzt sogar noch einen drauf. „Wenn man Karten von Karl May findet, die an Privatleute adressiert sind, liegt der Preis bei 500 Euro. Aber die Karte ist an einen Prinzen adressiert, dass muss natürlich mehr bringen. Ich bin bei 800 bis 1000 Euro.“  Mit dieser Wahnsinns-Expertise gehen die beiden in den Händlerraum.

„Bares für Rares“-Händler Wolfgang Pauritsch spendiert 200 Euro auf den Verkaufspreis oben drauf. Er musste sich in einem spannenden Bietergefecht geschlagen geben. ZDF

Dort warten bereits zwei Damen und vier Herren. Die sind erst von der Postkarte, dann vor allem aber von den Kindern entzückt. So junge Verkäufer stehen wirklich ganz selten vor ihnen. Nach ein wenig Smalltalk geht es um den Verkauf. Walter „Waldi“ Lehnertz will anfangen. 80 Euro bietet er. Ein fasst schon unverschämtes Startgebot, wenn man bedenkt, dass die Expertise mit einer Null mehr versehen war – mindestens. Fabian Kahl erhöht auf 300 Euro, dann machen alle mit. Es geht wild hin und her.

Lesen Sie auch: Mädchentraum wird zu Männersache bei „Bares für Rares“: Händler-Duell um kaputte Vase endet mit Wahnsinns-Preis >>

Bei gebotenen 700 Euro von Susanne Steiger guckt Walter „Waldi“ Lehnertz die Kollegen schräg von der Seite an. „Hört mal, ihr wisst schon, dass das nur eine Postkarte ist“, meint er. „Aber was für eine“, rechtfertigt sich Susanne Steiger. Daniel Meyer fragt nach dem Expertisen-Preis. Den verraten die Kinder gern. Lisa Nüdling will wissen, was die zwei mit dem Geld vorhaben. „Wir wollen nach Ägypten fahren“, erklärt Leo stolz. Vor allem er möchte das besonders gern.

„Bares für Rares“-Händler liefern sich Bietergefecht

Die Händler handeln aus, dass sie von ihm eine Karte bekommen, wenn er dort ist. Und Wolfgang Pauritsch bietet die 1000 Euro an. Doch eigentlich geht das Bietergefecht genau in diesem Moment erst richtig los. Plötzlich kommen er und Daniel Meyer in Schwung. Zack, zack, zack – und plötzlich stehen 3000 Euro von Daniel Meyer im Raum. „Ist das gut gelaufen?“, grinst Wolfgang Pauritsch.

„Bares für Rares“-Händler Daniel Meyer legt 3000 Euro für die Postkarte auf den Tisch. ZDF

Als Charlotte trotzdem versucht, weiter zu handeln, ist bei ihm der Sack aber zu. Er spendiert noch 200 Euro, lässt beim Kauf aber dem Kollegen den Vortritt. So gehen die Kinder mit 3200 Euro nach Hause. Da kann die Reise nach Ägypten wohl kommen.

Sie wollen mehr spektakuläre Antiquitäten und deren Verkäufe sehen? „Bares für Rares“ läuft montags bis freitags um 15.05 Uhr im ZDF.